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Hochwasser an Weichsel und Oder | Osteuropa kämpft mit Hochwasser


Hochwasser an Weichsel und Oder
Osteuropa kämpft mit Hochwasser

Aktualisiert am 27.07.2021Lesedauer: 3 Min.
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Die Lage in den polnischen Hochwassergebieten hat sich am Sonntag dramatisch verschärft. In der Stadt Sandomierz durchbrach die Weichsel in der Nacht die Sperren aus Sandsäcken. Teile der Stadt am rechten Ufer wurden erneut überflutet.

Feuerwehrleute und Soldaten, die bis zuletzt das Wasser zu stoppen versuchten, seien wegen Lebensgefahr abgezogen worden, berichtete die Nachrichtenagentur PAP. Nach Angaben des Bürgermeisters Jerzy Borowski sind jetzt eine Wohnsiedlung sowie die Glashütte, der größte Arbeitgeber in der Region, bedroht. Die städtischen Behörden riefen rund 3500 Einwohner auf, das besonders gefährdete Gebiet zu verlassen. Die meisten Menschen wollten jedoch in ihren Häusern bleiben.

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Die Flut hatte bereits vor zwei Wochen einen Damm in Sandomierz durchbrochen. Seitdem stehen Stadtteile am rechten Ufer unter Wasser. Die Stadt liegt rund 200 Kilometer südlich von Warschau. Die historische Altstadt liegt auf einer Anhöhe am linken Ufer und ist nicht gefährdet. Die Weichsel überflutete auch Teile von Tarnobrzeg rund 15 Kilometer südlich von Sandomierz. Dort sollten 4000 Menschen ihre Häuser räumen, auch sie weigerten sich aber, ihr Hab und Gut zu verlassen.

Überschwemmungen in Ungarn

Kritisch war die Lage auch im Nordosten Ungarns. Nach wochenlangem Dauerregen waren dort die Flüsse Hernad, Sajo und Boldva über ihre Ufer getreten. Rund 2300 Anwohner wurden in Sicherheit gebracht, wie ein Sprecher der Rettungskräfte am Samstag sagte. Mehr als 12.000 Polizisten, Soldaten und Feuerwehrleute waren im Einsatz. In der ungarischen Hauptstadt Budapest wurden die Ufer der Donau wegen Hochwassers für den Verkehr gesperrt.

"Jahrtausendhochwasser" in der Slowakei

In der Slowakei hat sich die dramatische Hochwasserlage am Sonntag nur teilweise entspannt. Vor allem im Osten standen noch immer manche Gemeinden unter Wasser. Allein aus der Gemeinde Sady nad Torysou nahe der zweitgrößten Stadt Kosice zeigte das Fernsehen noch rund 40 überschwemmte Häuser. Einige standen bis zum Dach in den Fluten. In großen Teilen des Landes begannen aber bereits Aufräumungsarbeiten, meldeten die örtlichen Krisenstäbe den Medien.

Die Regierung sprach schon am Samstag von einem "Jahrtausendhochwasser", das auch bisher noch nie überschwemmte Regionen erfasst und deshalb viele Menschen völlig unvorbereitet getroffen habe. Es sei "riesiges Glück" gewesen, dass es nicht mehr Todesopfer gegeben habe, sagte Premier Robert Fico.

Aktuelle Meldungen aus der Unwetterzentrale

Die Regierung ging bis Sonntag von drei Ertrunkenen aus, von denen aber zwei Leichen noch nicht gefunden werden konnten. Im benachbarten Tschechien ertrank unterdessen ein Mann, der seinen Hund aus einem Hochwasser führenden Fluss retten wollte. Der 36-Jährige konnte nur noch tot aus den Fluten in Stritez nad Becvou nahe der slowakischen Grenze gezogen werden, sagte eine Polizeisprecherin. Der Hund überlebte. Schon am Mittwoch sei die Leiche eines zunächst nicht identifizierten Ertrunkenen in der Stadt Zlin gefunden worden, ergänzte die Sprecherin.

Die verheerendsten Schäden hatten tagelange Regenfälle und nachfolgende Erdrutsche im Osten und Süden der Slowakei angerichtet. Mehrere tausend Menschen mussten ihre Häuser verlassen, die teilweise von Flut und Schlamm schwer beschädigt waren. Am Sonntag floss das Hochwasser von dort rasch in die größeren Flüsse ab und ließ deren Pegel ansteigen. Einzelne Orte waren aber weiterhin auf dem Landweg nicht erreichbar.

In der am Samstag teilweise überschwemmten zweitgrößten Stadt des Landes, der ostslowakischen Regionalhauptstadt Kosice, habe der Fluss Hornad in der Nacht auf Sonntag seinen Höchststand erreicht. Seitdem sinke der Wasserstand rasch, sagte Oberbürgermeister Frantisek Knapik der staatlichen Nachrichtenagentur TASR. Die meisten der 1500 Menschen, die in der Nacht auf Samstag ihre Häuser verlassen mussten, konnten wieder zurückkehren. Auch die für mehr als 10.000 Menschen einen Tag lang unterbrochene Stromversorgung sei bereits wieder erneuert worden, sagte Knapik.

Quelle: AFP, dpa

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