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Wetter: Düstere Aussichten – Schwere Unwetter in Deutschland

Schwere Unwetter in Deutschland  

"Es wird wieder krachen"

30.05.2018, 16:45 Uhr | dpa, pdi

Wetter: Düstere Aussichten – Schwere Unwetter in Deutschland. Wuppertal: Das Dach einer Tankstelle ist nach einem heftigen Unwetter zusammengebrochen. (Quelle: dpa)

Wuppertal: Das Dach einer Tankstelle ist nach einem heftigen Unwetter zusammengebrochen. (Quelle: dpa)

An manchen Orten ist die Regenmenge eines ganzen Monats niedergegangen - Retter und Helfer sind im Dauereinsatz. Und die Wetterexperten warnen vor weiteren Unwettern.

Großes Aufräumen ist nach den heftigen Unwettern in mehreren Regionen Deutschlands angesagt. Noch am Mittwochmorgen waren Polizei und Feuerwehr vielerorts im Einsatz. "Wir müssen die Keller leer bekommen", sagte ein Sprecher der Wuppertaler Feuerwehr. Knapp 550 Feuerwehrleute seien in der Stadt bei der Arbeit, viele davon seit mehr als 15 Stunden.

Das Unwetter richtete in Wuppertal erhebliche Schäden an und blockierte viele Straßen. Wassermassen drangen laut Polizei unter anderem in ein Einkaufszentrum ein. In der Innenstadt knickte ein Tankstellendach weg und beschädigte mehrere Autos, auch das Dach eines Universitätsgebäudes stürzte ein.

Duisburg: Ein Radfahrer fährt über eine überflutete Straße an liegengebliebenen Autos vorbei: Heftige Unwetter ziehen über Nordrhein-Westfalen. (Quelle: dpa)Duisburg: Ein Radfahrer fährt über eine überflutete Straße an liegengebliebenen Autos vorbei: Heftige Unwetter ziehen über Nordrhein-Westfalen. (Quelle: dpa)

In der Spitze fielen im Raum Wuppertal laut Deutschem Wetterdienst (DWD) 100 Millimeter Regen, also 100 Liter auf den Quadratmeter. "Das war schon extrem und ist in der Regenmenge etwa das, was normalerweise im Laufe eines Monats fällt", sagte ein Sprecher am Mittwoch. "Die Infrastrukturschäden werden ganz erheblich sein", sagte eine Sprecherin der Stadt. Die Reparatur- und Aufräumarbeiten könnten mehrere Tage dauern – mindestens.

Düstere Aussichten

Entspannung ist nicht in Sicht. In den östlichen Mittelgebirgen und an den Alpen kann es laut Deutschem Wetterdienst den ganzen Mittwoch über kräftig gewittern. Auch Starkregen und Hagel sind möglich.

Mit dem Blick auf ganz Deutschland erklärt der Wetterdienst: "Es ist keine Entspannung in Sicht." Vom Nordwesten bis in den Osten und Südosten sowie lokal im Südwesten werde es teils wieder kräftige Schauer und Gewitter geben: "Es wird wieder krachen."

Wuppertal: Das Untergeschoss eines Einkaufszentrums steht nach heftigen Regenfällen unter Wasser. (Quelle: dpa)Wuppertal: Das Untergeschoss eines Einkaufszentrums steht nach heftigen Regenfällen unter Wasser. (Quelle: dpa)

Der Mittwoch bleibt schwül und stickig. In der Mitte und im Südosten kann es erneut zu schweren Unwettern kommen. Im Westen und im Nordosten bleibt es sonnig und heiß. Während im Osten wieder bis zu 31 Grad erreicht werden, werden es im Süden und Westen 25 bis 27 Grad.

Alle aktuellen Informationen über Unwetter in Deutschland finden Sie in unserem Newsblog.

Auch am Donnerstag können weite Teile von Deutschland von Unwettern betroffen sein. "Die Wetterlage ist aber momentan nicht eindeutig",sagt Dustin Böttcher, Meteorologe von Meteomedia, t-online.de. "Es bleibt auch heiß – Abkühlung ist nicht in Sicht." Während im Osten bis zu 33 Grad erreicht werden können, klettert das Thermometer im Süden und im Westen auf 22 bis 26 Grad. Dabei könnte es auch wieder zu Starkregen und Hagel kommen. 

300 Helfer im Einsatz

Die düsteren Aussichten für die kommenden Tage kommen ungelegen, denn aktuell sind zahlreiche Helfer in unterschiedlichen Regionen damit beschäftigt, Unwetterschäden zu beseitigen. 

Bei Kleve am Niederrhein musste am frühen Mittwochmorgen ein Autobahnzubringer voll gesperrt werden, um die Fahrbahn zu reinigen. Überschwemmungen hatten die Straße unbefahrbar gemacht.

Duisburg: Ein Lieferdienst fährt durch eine überfluteten Straße. (Quelle: dpa)Duisburg: Ein Lieferdienst fährt durch eine überfluteten Straße. (Quelle: dpa)

Im hessischen Gießen waren in der Nacht bis zu 300 Helfer im Einsatz. "Jetzt steht das große Aufräumen an", sagte eine Sprecherin. Zahlreiche Bäume waren hier umgeknickt, Straßen überflutet. Am Gießener Uniklinikum stand die Notaufnahme teilweise unter Wasser. Für etwa zwei Stunden konnten dort keine Notfälle aufgenommen werden.

Stromausfall in Regensburg

Vermutlich Sachschaden in Millionenhöhe haben die Überflutungen nach einem Starkregen im niedersächsischen Bad Gandersheim verursacht, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Mehrere Gebäude seien einsturzgefährdet, zahlreiche Keller vollgelaufen. Probleme habe es auch mit der Stromversorgung gegeben. Am Dienstag hatte ein schweres Gewitter stundenlang über der Stadt gewütet.

Bad Gandersheim: Eine nach Starkregen überflutete Straße in Bad Gandersheim.  (Quelle: dpa)Bad Gandersheim: Eine nach Starkregen überflutete Straße in Bad Gandersheim. (Quelle: dpa)

In der Nacht zum Mittwoch zogen schwere Unwetter auch über Bayern. In Unterfranken und in der Oberpfalz liefen Keller voll, Bäume wurden entwurzelt. Bei einem Verkehrsunfall wurde mindestens ein Mensch verletzt, Aquaplaning ließ Autos schleudern. In Regensburg waren Straßen zeitweise überflutet, so auch die Autobahn A93. In einigen Stadtteilen fiel für Stunden der Strom aus.

Schäden richteten die Gewitter auch im Landkreis Schweinfurt an. "Hier gingen bis 22 Uhr über 400 unwetterbedingte Notrufe ein", teilte ein Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes mit. 

Verwendete Quellen:
  • dpa

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