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"Reichtum ist gefährlich": Paul VI. und deutsche Nonne heilig gesprochen

"Reichtum ist gefährlich"  

Paul VI. und deutsche Nonne heilig gesprochen

14.10.2018, 13:05 Uhr | dpa

"Reichtum ist gefährlich": Paul VI. und deutsche Nonne heilig gesprochen. "Wo das Geld im Mittelpunkt steht, gibt es keinen Platz für Gott und auch keinen Platz für den Menschen", sagte Franziskus bei der Messe vor rund 70.

"Wo das Geld im Mittelpunkt steht, gibt es keinen Platz für Gott und auch keinen Platz für den Menschen", sagte Franziskus bei der Messe vor rund 70.000 Gläubigen. Foto: Andrew Medichini/AP. (Quelle: dpa)

Rom (dpa) - Papst Franziskus hat die Heiligsprechung von Papst Paul VI. und der deutschen Ordensschwester Katharina Kasper genutzt, um Geldgier und Machtstreben anzuprangern.

Zudem erhob der Pontifex den ermordeten salvadorianischen Bischof Oscar Romero auf dem Petersplatz in Rom in den Stand der Heiligen, der als Verfechter für die Belange der Armen gilt.

"Wo das Geld im Mittelpunkt steht, gibt es keinen Platz für Gott und auch keinen Platz für den Menschen", sagte Franziskus bei der Messe vor rund 70.000 Gläubigen. Reichtum sei "gefährlich". "Das Problem liegt auf unserer Seite: unser Zuviel-Haben, unser Zuviel-Wollen erstickt unsere Herzen und macht uns unfähig zu lieben." Die Menschen müssten "die Sehnsucht nach Status und Macht" loslassen.

Alle der insgesamt sieben Heiliggesprochenen stünden für den Einsatz der Kirche für die Armen, wie er auch Franziskus am Herzen liegt.

Kasper (1820 bis 1898) stammt aus dem Westerwald und ist Gründerin der Ordensgemeinschaft Dernbacher Schwestern, die sich um Alte und Kranke kümmert. Der Limburger Bischof Georg Bätzing bezeichnete die Heiligsprechung als "ein großartiges Geschenk". Damit würdige die Kirche das "Lebens- und Glaubenszeugnis" der Ordensschwester und schenke ihr weltweit Beachtung. Aus Deutschland waren rund 1500 Pilger angereist.

Im Gegensatz zu vorherigen Heiligsprechungen fehlte der emeritierte Papst Benedikt XVI. bei der Zeremonie. Der 91-Jährige sei nicht mehr so "agil" wie noch vor einigen Monaten, hieß es aus dem Vatikan. Dafür besuchte ihn Franziskus am Vorabend. Paul VI. hatte Joseph Ratzinger einst zum Kardinal ernannt.

Die Initiative für Kaspers Heiligsprechung ging vom damaligen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst aus, der als "Prunk-Bischof" bekannt wurde und wegen luxuriöser Ausschweifungen sein Amt aufgeben musste. Heute arbeitet er im Päpstlichen Rat zur Förderung der Neuevangelisierung in Rom. Tebartz-van Elst werde am Montag in Rom einen Dankgottesdienst mit seinem Nachfolger Bätzing feiern, sagte Barbara Reutelsterz, die aus Wirges im Westerwald angereist war. "Wir erachten solche Begegnungen eigentlich als Schritte der Versöhnung."

Für Kerstin Schäfer aus dem Westerwald ist die Heiligsprechung ein "einmaliges Erlebnis". Katharina liege auf einer Linie mit dem heutigen Papst. "Das Demütige, zurück zur Caritas, das hätte Katharina auch gefallen", sagte sie.

Der Bekannteste unter den neuen Heiligen ist Paul VI., der von 1963 bis zu seinem Tod 1978 Pontifex war und als "Konzils-Papst" bekannt wurde. Er beendete erfolgreich das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965), das als wegweisend für die Erneuerung der Kirche gilt. Allerdings hatte er auch viele Kritiker, weil er am strikten Verbot der Verwendung künstlicher Verhütungsmittel wie der Pille festhielt. In die Geschichte ging er daher auch als "Pillen-Paul" oder "Pillen-Papst" ein. Er sei ein "Prophet einer hinausgehenden Kirche, die Weitblick hat und sich um die Armen kümmert", so Franziskus.

Romero wird schon lange als Märtyrer der katholischen Kirche gefeiert. Er wurde 1980 von einem rechtsgerichteten Killerkommando am Altar erschossen. Er setzte sich für die Armen ein und brachte damit die reichen Eliten und das Militär in El Salvador gegen sich auf. Seine Ermordung gilt als Auslöser eines brutalen Bürgerkriegs in dem lateinamerikanischen Land. Romero habe "auf weltliche Absicherungen, ja auf seine eigene Sicherheit verzichtet", um den Armen nahe zu sein, so der Argentinier Franziskus.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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