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Kachelmann keilt gegen Top-Klimaforscher

  • Jonas Mueller-Töwe
Von Jonas Mueller-Töwe

Aktualisiert am 08.02.2021Lesedauer: 2 Min.
TV-Moderator Jörg Kachelmann: Seit Jahren streitet er mit einem Top-Klimaforscher. Sachlich ist die Debatte seinerseits nicht immer.
TV-Moderator Jörg Kachelmann: Seit Jahren streitet er mit einem Top-Klimaforscher. Sachlich ist die Debatte seinerseits nicht immer. (Quelle: STAR-MEDIA/imago-images-bilder)
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Es herrscht eisige KĂ€lte zwischen Wettermann Jörg Kachelmann und Klimaforscher Stefan Rahmstorf. Grund ist das Schneechaos auf Deutschlands Straßen – und ein lange schwelender Streit.

Wetterunternehmer Jörg Kachelmann ist bekannt fĂŒr seine deftige Wortwahl und persönlichen Angriffe auf Twitter. Nun ist es erneut passiert: Und es trifft wieder mal einen der international renommiertesten Klimaforscher aus Deutschland. Der hat im "Spiegel" etwas zur derzeitigem Schneewetterlage geschrieben, mit dem Kachelmann nicht einverstanden ist. Die Kritik daran liest sich bei Twitter wie folgt:


Fotoserie: Die Schneekatastrophe 1978/79

Foto-Serie: Die Schneekatastrophe 1978/79
Foto-Serie: Die Schneekatastrophe 1978/79
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"Man weiß nie, was schrecklicher und skrupelloser ist, alle die RechtswĂŒrstchen, die eine winterliche Wetterlage als Argument gegen die Klimakrise sehen oder der verzweifelt unwissenschaftliche @rahmstorf, der eine gewöhnliche Winter-Wetterlage nun auch dem Klimawandel zuordnet", schreibt der frĂŒhere Wetter-Moderator Kachelmann dort. Der "Spiegel" biete dem "lustigen Professor" eine "Plattform fĂŒr Dinge (...), die weltweit niemand so sieht wie er".

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Deutschland hat sich in eine gefÀhrliche Lage manövriert
Wladimir Putin 2012 im Kanzleramt in Berlin.


Grund fĂŒr die Zeilen ist Stefan Rahmstorfs aktueller Beitrag im "Spiegel" ĂŒber das derzeitige PhĂ€nomen des Polarwirbels, der die Kaltluft nach Deutschland bringt. Der Wissenschaftler vom Potsdam-Institut fĂŒr Klimafolgenforschung hatte dort auf Studien der Forscherin Marlene Kretschmer von der UniversitĂ€t in Reading verwiesen: Demnach habe die Auswertung von Wetterdaten seit 1979 gezeigt, "dass Wetterlagen mit schwachem Polarwirbel immer lĂ€nger anhalten, dagegen werden solche mit stabilem Polarwirbel direkt ĂŒber dem Pol immer seltener". Eine Ursache dafĂŒr sei der Eisschwund in der Arktis.

Offenbar zu viel fĂŒr Jörg Kachelmann. "Niemand außer Rahmstorf wĂŒrde diese eine winterliche Episode dem Klimawandel zuschieben wollen ohne sorgfĂ€ltige Analyse", schrieb Kachelmann weiter. "Blutrausch gegen Andersdenkende" sei keine Wissenschaft. Im "Deutschlandfunk" sagte er, die Wetterlage sei zunĂ€chst nicht weiter auffĂ€llig. "Es ist ein Winter, der nicht so hĂ€ufig ist."

Der Streit mit Rahmstorf hat eine jahrelange Vorgeschichte. 2017 hatte Kachelmann in einer Talkshow und einem Interview die Zunahme von Extremwetterlagen bestritten. Woraufhin Klimaforscher Rahmstorf dem prominenten TV-Experten offenbar aufgrund von dessen Reichweite einen Blogbeitrag widmete, der sich mit seinen Argumenten befasste. Titel: "Wo Kachelmann irrt". Kachelmanns Replik befasste sich im Anschluss hauptsÀchlich damit, dass er in Rahmstorf und anderen eine "Inquisition" sah.

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Zwei Jahre spĂ€ter flammte der Konflikt erneut auf. Thema: WaldbrĂ€nde. Kachelmann insistierte weithin, dass Hitze keine Auswirkung auf die Waldbrandgefahr habe. Rahmstorf konterte mit Studien und einem Blogbeitrag. Sein Fazit: "Eine vernĂŒnftige sachliche Diskussion mit Herrn Kachelmann ist leider nahezu unmöglich, da er kaum auf konkrete Sachargumente antwortet." Seine Methode seien "weniger Sachargumente als Unterstellungen und Beleidigungen". Auf Kachelmanns neue Spitze hat Rahmstorf bisher nicht reagiert.

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  • Nicolas Lindken
Von Sophie Loelke, Nicolas Lindken
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