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Brunsbüttel: Aktivisten blockieren Nord-Ostsee-Kanal mit Kanus


Schiffsverkehr gestoppt
Aktivisten blockieren Nord-Ostsee-Kanal mit Kanus

Von dpa
31.07.2021Lesedauer: 2 Min.
Proteste in Brunsbüttel: Mehrere Hundert Menschen des Bündnisses «Ende Gelände» haben gegen ein geplantes Terminal für Flüssigerdgas (LNG) demonstriert.Vergrößern des BildesProteste in Brunsbüttel: Mehrere Hundert Menschen des Bündnisses «Ende Gelände» haben gegen ein geplantes Terminal für Flüssigerdgas (LNG) demonstriert. (Quelle: Jonas Walzberg/dpa-bilder)
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Aktivisten des Bündnisses "Ende Gelände" haben am Samstag in Brunsbüttel gegen ein geplantes Terminal für Flüssigerdgas protestiert. Der Schiffsverkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal musste gestoppt werden.

Beim Protest gegen ein geplantes Terminal für Flüssigerdgas (LNG) in Brunsbüttel haben am Sonnabend Aktivisten Gleise in einem Industriegebiet besetzt und den Nord-Ostsee-Kanal mit Kanus blockiert. Nach Angaben der Organisatoren des Bündnisses "Ende Gelände" wurden Schienen zu zwei Industrieunternehmen auf beiden Seiten des Nord-Ostsee-Kanals blockiert. Mehrere Aktivisten befuhren den Kanal bei Hochdonn (Kreis Dithmarschen) mit Kanus. Der Schiffsverkehr wurde eingestellt.

Am frühen Abend konnte die Sperrung des Kanals wieder aufgehoben werden, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Blockade dauerte einige Stunden. Bereits zu Beginn des Aufzugs am Vormittag hatten sich die Demonstranten auf einer Kreuzung niedergelassen und diese einige Zeit blockiert. Die Polizei war mit mehreren Hundert Beamten aus verschiedenen Bundesländern im Einsatz.

Sprecherin: Demonstranten mit Steinen beworfen

Eine Sprecherin von "Ende Gelände" warf dem Werkschutz eines Unternehmens vor, mit Steinen nach den Demonstranten geworfen zu haben. Ein Sprecher der Polizei sagte, es liege ein Video vor und bat Zeugen des Vorfalls, sich zu melden.

Rund 2.000 Teilnehmer der Proteste hatten bereits vor dem Wochenende ein Zeltlager in einem Park der Stadt aufgebaut. Von dort aus machten sie sich am Samstagmorgen auf den Weg zur Fähre über den Nord-Ostsee-Kanal, der in Brunsbüttel die Elbmündung erreicht.

Die Aktionen standen unter dem Motto "Sauberes Gas ist eine dreckige Lüge". Unterstützt wird "Ende Gelände" im Widerstand gegen die Anlage von der Deutschen Umwelthilfe und dem örtlichen "Klimabündnis gegen LNG".

Protest entzündet sich an neuem Flüssiggas-Terminal

In Brunsbüttel ist der Bau eines Terminals zum Umschlag von verflüssigtem Erdgas geplant. Die Stadt liegt auf der schleswig-holsteinischen Seite der Elbmündung. Das südliche Ufer gehört zu Niedersachsen. In Brunsbüttel erreicht der Nord-Ostsee-Kanal die Elbe. In der Stadt gibt es mehrere Chemieunternehmen.

Die Organisationen lehnen den Import von LNG angesichts des Klimawandels ab. Er widerspreche den Klimazielen und dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutz, sagte Constantin Zerger von der Deutschen Umwelthilfe am Freitag. Er kündigte an, die Deutsche Umwelthilfe werde alle rechtlichen Mittel nutzen, um das Projekt zu stoppen. Es wäre angesichts eines zurückgehenden Erdgasbedarfs nicht wirtschaftlich zu betreiben.

Die Demonstranten setzen sich auch gegen die Gewinnung von Erdgas mittels Fracking ein. Sie sehen darin eine Zerstörung der Lebensgrundlagen von Menschen in den betroffen Gebieten und eine Fortsetzung des Kolonialismus.

Projekt in Kieler Koalition umstritten

Fracking zur Erdgasgewinnung wird unter anderem in den USA eingesetzt. Dabei wird Wasser – zum Teil mit Chemikalien versetzt – unter hohem Druck in gashaltige Gesteinsschichten gepresst, um Risse zu erzeugen und so das Gas freizusetzen. Fracking steht wegen seiner Auswirkungen auf die Umwelt in der Kritik.

Die Kieler Koalition aus CDU, Grünen und FDP hatte das Projekt LNG-Terminal im Koalitionsvertrag verankert, ein Parteitag der Grünen rückte jedoch später davon ab. Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) sagte, er wünsche sich, dass das Terminal möglichst von vornherein auf grüne Gase wie Wasserstoff ausgerichtet werde.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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