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Höllentalklamm: Frau aus Lichtenfels tot – Suche nach weiterer Person eingestellt

Flutwelle in der Höllentalklamm  

Keine Überlebenschancen: Suche nach vermisster Person eingestellt

19.08.2021, 17:33 Uhr | dpa, sle, AFP

Vermisste nach Flutwelle in Höllentalklamm

Die spektakuläre Landschaft der Höllentalklamm lockt jährlich Zehntausende Besucher an. Für ambitionierte Wanderer beginnt dort der Aufstieg zur Zugspitze. Am Montag rauscht plötzlich eine Flutwelle durch die Klamm. Noch immer bangen die Helfer um zwei Menschen. (Quelle: dpa)

Zuspitzmassiv: Eine Flutwelle in der Höllentalklamm hat eine Brücke und Menschen mit sich gerissen. (Quelle: dpa)


Tagelang hatten Rettungskräfte nach einer zweiten vermissten Person gesucht, die am Montag in der Höllentalklamm verunglückt sein soll. Jetzt wurde die Suche eingestellt. Die Ermittlungen gehen weiter.

Drei Tage nach der Flutwelle in der Höllentalklamm am Fuß der Zugspitze haben die Rettungskräfte am Donnerstag die Suche nach einem Vermissten nicht mehr aufgenommen. Die Hoffnung, ihn lebend zu finden, gehe gegen null, hieß es bei der Polizei. Bei einer tot aus den Fluten geborgenen Frau soll es sich um eine 33-Jährige aus Lichtenfels in Oberfranken handeln. Vermutet wird, dass es sich bei der zweiten noch vermissten Person um ihren Begleiter oder Freund gehandelt haben könnte.

Die Ermittler sind nun dabei, den genauen Unfallhergang in dem Wandergebiet nahe Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen zu rekonstruieren, wie der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Stefan Sonntag, am Donnerstag sagte. Noch immer sei nicht ganz klar, wie sich das Unglück ereignete.

Am Mittwoch hatten Helfer viereinhalb Stunden lang erneut das Gebiet abgesucht. "Es gab ein paar Stellen, an denen man gemeint hat, es könnte ein menschlicher Körper im Wasser sein", sagte Sonntag. An einer Stelle etwa sei ein Schatten gesichtet worden. Die Suche blieb ohne Erfolg. An den Vortagen waren teils über 150 Retter im Einsatz.

Hunderte Menschen gerettet

Am Montagnachmittag war nach starken Regenfällen eine Flutwelle durch die bei Wanderern und Touristen beliebten Schlucht nahe Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gerauscht. Sie riss mehrere Menschen mit sich. Acht Menschen waren am Montagabend nach dem Unglück weitgehend unverletzt aus der Klamm nahe Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gerettet worden. 

Helfer hatten in den vergangenen Tagen zudem 108 Menschen von oberhalb gelegenen Hütten ins Tal gebracht. Zudem begleitete die Bergwacht weitere 101 Menschen von der Höllentalangerhütte ins Tal. Die 108 Menschen hätten die Nacht zu Dienstag in den Hütten verbracht und seien unverletzt.

Einsatzfahrzeuge der Polizei stehen am Eingang zur Höllentalklamm: Nachdem eine Frau tot geborgen wurde, geht die Suche nach zwei Vermissten weiter. (Quelle: dpa/Lennart Preiss)Einsatzfahrzeuge der Polizei stehen am Eingang zur Höllentalklamm: Nachdem eine Frau tot geborgen wurde, geht die Suche nach zwei Vermissten weiter. (Quelle: Lennart Preiss/dpa)

Stromschnellen und steile Felswände

Die spektakuläre Landschaft der Höllentalklamm, über die ein Weg zum Gipfel der Zugspitze als Deutschlands höchstem Berg führt, lockt alljährlich Zehntausende Besucher an. Nur Stege und in den Fels gesprengte Stollen machen die Klamm mit Wasserfälle, Stromschnellen und steile Felswände überhaupt zugänglich.

Nicht zum ersten Mal rauscht eine Flutwelle durch die berühmte Felsschlucht. Vor einem Jahr hatten schwere Unwetter den Weg durch die Höllentalklamm unpassierbar gemacht. Gut 60 Bergwanderer saßen auf der Höllentalangerhütte fest und wurden schließlich mit Hubschraubern ausgeflogen.

Dieses Mal hatte der Deutsche Wetterdienst vor Gewittern und Starkregen mit 15 bis 25 Litern Niederschlag pro Stunde gewarnt. Als Unwetter gilt aber erst eine Niederschlagsmenge ab 25 Litern.

Die Klamm war 1902 bis 1905 erschlossen worden. Damals boomte der Alpentourismus. Erst im vergangenen Jahr waren nach 115 Jahren in einer aufwendigen Aktion eine historische Bogenbrücke sowie anschließende Stege ersetzt worden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa, AFP

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