Sie sind hier: Home > Panorama > Justiz >

Berlin: Autoraser muss wegen versuchten Mordes 13 Jahre hinter Gitter

13 Jahre Haft  

Autoraser wegen versuchten Mordes verurteilt

20.09.2018, 19:29 Uhr | AFP

Berlin: Autoraser muss wegen versuchten Mordes 13 Jahre hinter Gitter. Ein Rettungswagen der Berliner Feuerwehr in Kreuzberg: Bei dem Vorfall wurden eine Frau und ihr fünfjähriges Kind schwer verletzt. (Quelle: imago/Archivbild/Ralph Peters)

Ein Rettungswagen der Berliner Feuerwehr in Kreuzberg: Bei dem Vorfall wurden eine Frau und ihr fünfjähriges Kind schwer verletzt. (Quelle: Archivbild/Ralph Peters/imago)

Vor einem Jahr hat ein 34-Jähriger auf der Flucht von der Polizei eine Mutter und ihr Kind angefahren. Nun hat das Berliner Landgericht ein Urteil gefällt. 

Zu 13 Jahren Haft hat das Landgericht Berlin einen Autoraser verurteilt, der auf der Flucht vor der Polizei eine Mutter und ihr fünfjähriges Kind schwer verletzte. "Es ist ein Wunder, dass die beiden noch leben", sagte der Richter bei der Urteilsverkündung. Er verurteilte den 34-jährigen Djordje S. wegen versuchten Mordes und zahlreicher anderer Delikte.

Im September vergangenen Jahres war S. vor der Flucht vor der Polizei, die ihn kontrollieren wollte, betrunken durch Berlin-Kreuzberg gerast. Dabei erfasste er im morgendlichen Berufsverkehr die Mutter und ihr Kind, die über die Motorhaube etwa zehn bis 15 Meter durch die Luft geschleudert wurden.

Fünfjähriges Mädchen entkam nur knapp dem Tod

"Das Kind war quasi schon tot", sagte der Richter und machte darauf aufmerksam, dass sein Überleben allein einer Krankenschwester vor Ort zu verdanken sei. Das Mädchen und seine Mutter wurden im Krankenhaus behandelt und erlitten neben Knochenbrüchen auch psychische Schäden, die Mutter kann außerdem knapp ein Jahr später noch immer nicht richtig laufen.

Die Familie der beiden begrüßte das Urteil. "Es duftet nach Gerechtigkeit", sagte Mikail A., der Onkel der Frau. "Der wird andere Menschen nicht mehr verletzen."

Gegen S. wurde auch eine fünfjährige Führerscheinsperre verhängt. Der Mann wurde außerdem wegen Fahrens ohne Führerschein, Unfallflucht und Widerstands gegen Beamte verurteilt – er hatte sich gewaltsam gegen seine Festnahme gewehrt.

Autofahrer hatte bereits sieben Vorstrafen

Der Richter bezeichnete den Mann als "hochkriminelle Persönlichkeit". Er ist siebenfach vorbestraft und wurde bereits zweimal nach Serbien abgeschoben, wie der Richter erläuterte. Erst kurz vor der Tat war er wieder unerlaubt nach Deutschland eingereist.

Das Gericht ging mit dem Maß der Freiheitsstrafe über die Forderung der Staatsanwaltschaft nach elf Jahren und sechs Monaten Haft hinaus. Der Forderung nach einer lebenslangen Führerscheinsperre folgte es jedoch nicht. Die Verteidigung des Manns hatte eine Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung gefordert.

Die Verurteilung wegen versuchten Mordes erklärte der Richter damit, dass S. mit der Raserei vorangegangene Straftaten – unter anderem das betrunkene Fahren ohne Führerschein – habe verdecken wollen und dass sich höchst egoistisch verhalten habe, weil auch zahlreiche andere Passanten und Fahrradfahrer gefährdet wurden.



"Man konnte nicht ansatzweise auf einen guten Ausgang vertrauen", sagte der Richter und begründete damit den Vorsatz der Tat. Er räumte aber auch ein, dass S. zum Ende des Prozesses Reue gezeigt und sich offenbar aufrichtig entschuldigt habe.

In einem anderen prominenten Berliner Autoraserfall hatte der Bundesgerichtshof im Frühjahr ein Mordurteil wieder aufgehoben, weil nach Ansicht der Karlsruher Richter der Tötungsvorsatz fehlte. In dem Fall hatte das Berliner Landgericht zwei Männer nach einem illegalen Autorennen verurteilt, bei dem ein unbeteiligter Autofahrer starb. Es war das bundesweit ersten Mordurteil in einem derartigen Fall. Der Prozess soll im November in zweitem Anlauf neu starten.

Verwendete Quellen:
  • AFP

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Neuheiten von Top-Marken wie JETTE, DIESEL u.v.m.
jetzt entdecken auf christ.de
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018