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Bayern: Ehepaar verklagt Nachbarin wegen Kuhglocken

Streit in Bayern  

Ehepaar verklagt Nachbarin wegen Kuhglocken – schon wieder

25.04.2019, 09:03 Uhr | dpa, sth, t-online.de

Bayern: Ehepaar verklagt Nachbarin wegen Kuhglocken. Kühe liegen auf einer Wiese: Der Kuhglockenstreit von Holzkirchen geht in Karlsruhe weiter. (Symbolfoto) (Quelle: imago images/Kickner)

Kühe liegen auf einer Wiese: Der Kuhglockenstreit von Holzkirchen geht in Karlsruhe weiter. (Symbolfoto) (Quelle: Kickner/imago images)

Ein Ehepaar aus Holzkirchen ist von den Kuhglocken der Nachbarin genervt. Das Geläut auf der Weide nebenan mache sie krank. Nun wollen sie vor den Bundesgerichtshof ziehen. 

Seit Jahren fühlt sich ein Ehepaar im oberbayerischen Holzkirchen von den Kuh-Glocken einer Bäuerin auf der angrenzenden Weide gestört. Sie wollen gerichtlich ein Ende des Gebimmels erreichen. Seit Jahren klagen beide Ehepartner in getrennten Verfahren gegen die Bäuerin und die Gemeinde. Die verpachtet der Bäuerin die Weide.

Nun geht der Kuhglockenstreit von Holzkirchen wohl in Karlsruhe weiter. Die Klage des Mannes wurde vor dem Oberlandesgericht München abgewiesen. Nun wolle der Kläger den Bundesgerichtshof einschalten und Revision einlegen, sagte die Rechtsanwältin der Gemeinde Holzkirchen, Annika Hecht. Der Anwalt des Klägers habe dies der Gemeinde mitgeteilt.

Politikerin Aigner: "Hier geht es um das Miteinander"

Beide Ehepartner sind schon vor dem Landgericht München II gescheitert. Das liegt vor allem daran, dass der Ehemann 2015 mit der Bäuerin einen Vergleich geschlossen hat. Demnach dürfen die Kühe nur im entfernteren Teil der Wiese mit gut 20 Metern Abstand grasen. An diesen Vergleich hält sich die Bäuerin. Dem Ehepaar ist es aber weiter zu laut. 

Sogar die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) äußerte sich zum Urteil des Oberlandesgerichts. Sie begrüßte die Entscheidung des Gerichts und ordnete ein: "Es ging bei diesem Streit um grundsätzlich mehr als um vermeintlichen Lärm, hier geht es um das Miteinander von Alteingesessenen und Hinzugezogenen. Zu unserer ländlichen Lebensart gehört die Kuh auf der Weide – samt Kuhglocke", sagte sie laut dem "Bayerischen Rundfunk". 


Das Oberlandesgericht hatte eine Revision nicht zugelassen, dagegen legte der Ehemann nun Beschwerde ein. "Der BGH muss sich auf jeden Fall damit befassen, denn er muss zumindest über die Zulassung der Revision entscheiden", erläuterte Hecht. Sollte es nicht zur Revision kommen, geht der Fall zumindest in München weiter: Hier steht noch das Verfahren der Ehefrau in zweiter Instanz vor dem Oberlandesgericht aus.

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