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Hurrikan "Dorrian" zieht Richtung Norden, Bundeswehr hilft auf den Bahamas

Hurrikan "Dorian" wütet weiter  

Bundeswehr auf dem Weg zu Hilfseinsatz auf den Bahamas

07.09.2019, 13:44 Uhr | dpa, rtr, ds

 (Quelle: Reuters)
Bahamas: Ausmaß der Zerstörung wird deutlich

Nach dem Wüten von Hurrikan "Dorian" auf den Bahamas liegen stellenweise ganze Siedlungen in Trümmern, viele Menschen gelten noch immer als vermisst. Die Todeszahlen steigen immer weiter an. (Quelle: Reuters)

Bahamas: Nach dem Wüten von Hurrikan "Dorian" liegen stellenweise ganze Siedlungen in Trümmern, die Todeszahlen steigen weiter an. (Quelle: Reuters)


Hurrikane "Dorian" zieht Richtung Norden. Während die US-Küste wohl vergleichsweise glimpflich davon gekommen ist, steigen die Todeszahlen auf den Bahamas weiter an. Nun sollen auch deutsche Bundeswehrsoldaten helfen.

Hurrikan "Dorian" ist über einen küstennahen Teil des US-Bundesstaats North Carolina hinweggezogen und hat für Überschwemmungen, Schäden und Stromausfälle gesorgt. Der Wirbelsturm sollte am Samstag in relativ großer Entfernung zur US-Küste an den Staaten Neuenglands vorbeiziehen, darunter etwa New York, Massachusetts und Maine, erklärte das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC).

Im weiteren Verlauf sollte "Dorian" ab Samstagabend als abgeschwächter Sturm über Nova Scotia im äußersten Nordosten Kanadas hinwegziehen. "An unsere kanadischen Nachbarn, heute ist der Tag, sich auf Hurrikan "Dorian" vorzubereiten", hieß es in einem NHC-Tweet.

"Dorian" war am Freitag als Hurrikan der schwächsten Kategorie in North Carolina auf eine Gruppe vorgelagerter Inseln getroffen und brachte Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde mit sich. Dort kam es zu großen Überschwemmungen, Häuser wurden abgedeckt, Bäume und Strommasten knickten um. Zeitweise verloren rund 200.000 Haushalte ihre Stromversorgung. Auf der Insel Ocracoke in der Inselgruppe Outer Banks saßen Hunderte Menschen zeitweise fest. Auf Bildern der Insel waren schwere Überflutungen zu sehen.

"Viele werden noch vermisst"

"Dorian" war von Sonntag bis Montag als Hurrikan der kraftvollsten Kategorie über die nördlichen Inseln der Bahamas hinweggezogen und hinterließ eine Schneise der Verwüstung. Nach bisherigen Angaben kamen mindestens 43 Menschen ums Leben, die Behörden befürchteten aber, dass die Opferzahl noch deutlich ansteigen könnte. Bahamas Gesundheitsminister Duane Sands: "Viele werden noch vermisst. Es wird erwartet, dass die Zahl noch deutlich steigt." Angesichts der Zerstörung kommen die Helfer nur schwer in die betroffenen Gebiete.

Menschen warten in Marsh Harbour Port auf den Bahamas auf ihre Evakuierung.  (Quelle: AP/dpa/Gonzalo Gaudenzi)Menschen warten in Marsh Harbour Port auf den Bahamas auf ihre Evakuierung. (Quelle: Gonzalo Gaudenzi/AP/dpa)

Unterdessen versuchen offenbar Tausende Menschen, den Inselstaat zu verlassen. Allein in Freeport kamen Augenzeugen zufolge am Freitag Tausende zum Hafen, um einen Platz an Bord eines Kreuzfahrtschiffs zu ergattern. Die Betreibergesellschaft bot denen, die über die nötigen Einreisedokumente verfügten, eine kostenfreie Passage nach Florida an. Gleichzeitig wurden aus den am schlimmsten betroffenen Katastrophenregionen Hunderte an Bord von Flugzeugen oder Booten in die Hauptstadt Nassau gebracht.

US-Präsident Donald Trump sandte in einer auf seinem Twitter-Account veröffentlichten Videobotschaft seine besten Wünsche an die Menschen auf den Bahamas. Die Bahamas seien sehr hart getroffen worden, die USA würden unter anderem mit Wasser und Lebensmitteln helfen.

Marinesoldaten nehmen Kurs auf Bahamas

Auf den Bahamas sollen sich 70 deutsche Marinesoldaten an einem Hilfseinsatz beteiligen. Die Männer und Frauen seien auf dem niederländischen Docklandungsschiff "Johan de Witt", das Kurs auf die Bahamas nehme, hieß es am Freitag aus dem Verteidigungsministerium in Berlin. Das Schiff, ein Hubschrauberträger, liege vor der Karibikinsel St. Martin und erhalte am Wochenende Ladung und Material. Es soll spätestens am Montag auslaufen.

Kritik kam von der Linken. "Warum nun ausgerechnet die Bundeswehr entsendet werden muss, erschließt sich mir nicht", sagte Linken-Verteidigungspolitiker Alexander Neu. "Es ist die klassische Aufgabe des Technischen Hilfswerks. Das THW ist dazu bestens ausgebildet und ausgerüstet."

Mehr als zehn Hubschrauber der US-Küstenwache fliegen in den Bahamas bereits Rettungseinsätze, auch das Militär ist bereits vor Ort und hilft. Auch die Vereinten Nationen, die EU, und andere Nationen bereiten Hilfseinsätze vor.
 

 
"Dorian" war der verheerendste Wirbelsturm auf den Bahamas und einer der stärksten im Atlantik seit Beginn moderner Aufzeichnungen. Es kam zu meterhohen Sturmfluten und großflächigen Überschwemmungen. Nach Schätzung des Roten Kreuzes wurden auf Grand Bahama und den Abaco-Inseln etwa 13.000 Wohnhäuser schwer beschädigt oder zerstört.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa, Reuters

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