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Tornados in den USA ÔÇô 74 Tote allein in Kentucky

Von dpa, t-online
Aktualisiert am 13.12.2021Lesedauer: 3 Min.
USA: Verheerende Tornados haben im Bundesstaat Kentucky eine Schneise der Verw├╝stung geschlagen. (Quelle: t-online)
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Verheerende Tornados haben in mehreren US-Bundesstaaten viele Opfer gefordert und gro├če Sch├Ąden angerichtet. Im besonders betroffenen Kentucky werden noch mehr als 100 Menschen vermisst.

Mehr als 70 Menschen sind bei den verheerenden Tornados in den USA allein im besonders schwer betroffenen Bundesstaat Kentucky ums Leben gekommen. Mit Stand Montagnachmittag (Ortszeit) liege die Zahl der best├Ątigten Toten bei 74, sagte Kentuckys Gouverneur Andy Beshear. "Zweifelsohne wird es mehr geben."


Ein Tornado zerst├Ârte H├Ąuser und Lager in Kentucky

Ein zerdr├╝cktes Auto und ein komplett verw├╝stetes Haus: Tornados haben in den USA eine Schneise der Verw├╝stung durch mehrere Bundesstaaten geschlagen und wohl zahlreiche Menschen das Leben gekostet.
Das zerst├Ârte Warenlager von Amazon.
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Es handele sich um "die schlimmsten Tornadosch├Ąden, die man sich vorstellen kann", berichtete der sichtlich ersch├╝tterte Gouverneur. Es seien "sicher die schlimmsten in unserer Geschichte". Mehr als 100 Menschen w├╝rden noch vermisst. US-Pr├Ąsident Joe Biden k├╝ndigte an, das Katastrophengebiet am Mittwoch besuchen zu wollen.

Aufnahmen vom Ausma├č der Zerst├Ârung sehen Sie oben im Video oder hier.

Die Tornados hatten in der Nacht zu Samstag schwere Zerst├Ârungen angerichtet. Nach Angaben Beshears schlug ein Tornado ├╝ber eine Strecke von 227 Meilen (365 Kilometer) eine Schneise der Verw├╝stung, 200 Meilen davon in Kentucky.

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Kerzenfabrik zerst├Ârt

Auch in anderen Bundesstaaten kosteten St├╝rme mehrere Menschen das Leben, Kentucky wurde aber mit Abstand am h├Ąrtesten getroffen. Medien berichteten von mehr als 30 Tornados in Kentucky, Mississippi, Missouri, Arkansas, Illinois und Tennessee. Demnach wird bef├╝rchtet, dass es insgesamt um die 100 Todesopfer gibt.

Eine Kerzenfabrik in Mayfield/Kentucky war dem Erdboden gleichgemacht worden. Dort wurde wegen der Weihnachtszeit rund um die Uhr gearbeitet. Die Zahl der Toten k├Ânnte aber geringer sein als zun├Ąchst bef├╝rchtet. In der Fabrik h├Ątten nach Angaben des Unternehmens 110 Menschen gearbeitet, sagte Gouverneur Beshear. Bislang gebe es dort acht best├Ątigte Todesf├Ąlle. Die Beh├Ârden waren zun├Ąchst von Dutzenden Toten allein in der Fabrik ausgegangen.

Beshear erwartete, dass die Zahl der Toten in dem Bundesstaat im S├╝dosten der USA noch auf ├╝ber 70 bis zu 80 steigen werde. Die bisher identifizierten Toten seien zwischen f├╝nf Monaten und 86 Jahren alt gewesen. Zehntausende Haushalte seien noch ohne Strom. Es gebe einen "Berg von Tr├╝mmern".

"Es wird Kummer geben"

Die ├ťberlebenden h├Ątten zum Teil alles verloren, sagte der Gouverneur weiter. Der Wiederaufbau werde Jahre dauern. "Es wird Kummer geben. Es wird aufger├Ąumt werden. Aber dann werden wir daf├╝r sorgen, dass jeder wieder auf die Beine kommt."

Biden betonte am Montag, dass seine Regierung alles tun werde, um die Staaten zu unterst├╝tzen. Viele der betroffen Orte seien eher einkommensschwach, sagte er. Die Menschen dort k├Ânnten nicht mal eben zu ihren Verwandten in einen anderen Bundesstaat fliegen. "Die Verw├╝stung ist ├╝berw├Ąltigend. Ich meine, es steht nichts mehr." Wohnh├Ąuser oder Gesch├Ąfte seien einfach "ausgel├Âscht worden".

Aus Tr├╝mmern gerettet

Kyanna Parsons-Perez ist nach Informationen des Senders CNN eine derjenigen, die aus den Tr├╝mmern der Kerzenfabrik geborgen werden konnten. Sie habe w├Ąhrend des Tornados in der Fabrik gearbeitet. Pl├Âtzlich sei das Geb├Ąude ├╝ber ihr und ihren Kollegen eingest├╝rzt. "Es geschah so schnell", sagte sie dem Sender. "Wir wurden hin und her geschaukelt - und dann bumm, alles fiel auf uns hinunter."

Ein Baum hat sich durch den Tornado durch ein Auto gebohrt: In Kentucky waren die Sch├Ąden am gr├Â├čten.
Ein Baum hat sich durch den Tornado durch ein Auto gebohrt: In Kentucky waren die Sch├Ąden am gr├Â├čten. (Quelle: Amira Karaoud/Reuters-bilder)

Sie sei am Kopf getroffen und ihre Beine seien eingeklemmt worden. Irgendwann habe Parsons-Perez angefangen, sich im Dunkeln zu filmen und ├╝ber Facebook live zu senden. Sie habe um Hilfe gebeten und stets versucht, ihre Kollegen zu beruhigen. "Als ich da rauskam, konnte ich nichts anderes tun, als Gott zu danken." Rettungskr├Ąfte berichteten ihr sp├Ąter, sie habe unter rund 1,5 Meter Tr├╝mmern gelegen.

Steinmeier kondoliert

Bis das volle Ausma├č klar wird, d├╝rften Tage vergehen. F├╝r die USA ist es die j├╝ngste einer ganzen Reihe von Naturkatastrophen. Allein in diesem Jahr hatte es zuvor schon zahlreiche St├╝rme, ├ťberflutungen und Waldbr├Ąnde gegeben. Pr├Ąsident Biden sieht in der H├Ąufung und Heftigkeit der Katastrophen eine Folge des Klimawandels, dessen Bek├Ąmpfung er zu einer seiner Top-Priorit├Ąten gemacht hat.

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F├╝r Deutschland kondolierte Bundespr├Ąsident Frank-Walter Steinmeier dem US-Pr├Ąsidenten. Mit Erschrecken habe er von den verheerenden Auswirkungen der Tornados erfahren, schrieb Steinmeier am Montag an Biden. "Das Ausma├č an Tod und Zerst├Ârung erf├╝llt mich mit Trauer." Steinmeier sprach Biden auch im Namen der Bundesb├╝rger seine tief empfundene Anteilnahme aus. "Ich w├╝nsche Ihrer Regierung sowie den lokalen Beh├Ârden Kraft und Erfolg bei den Bem├╝hungen, Leben und Wohlergehen der Bev├Âlkerung in den betroffenen Gebieten zu sch├╝tzen."

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