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Transmann in Münster getötet – neue Details über Verdächtigen


trans Mann in Münster getötet – neue Details über Verdächtigen

Von t-online
Aktualisiert am 05.09.2022Lesedauer: 2 Min.
Die Gedenkstätte für Malte C.: Vor dem historischen Rathaus in Münster gedenken Menschen dem getöteten 25-Jährigen.Vergrößern des BildesDie Gedenkstätte für Malte C.: Vor dem historischen Rathaus in Münster gedenken Menschen dem getöteten 25-Jährigen. (Quelle: Bernd Thissen/dpa)
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Er war deutscher Meister im Boxen und war Teil eines renommierten Integrationsprojekts. Jetzt wird gegen den 20-jährigen Nuradi A. wiederholt ermittelt.

Der Tatverdächtige im Fall des getöteten CSD-Teilnehmers Malte C. ist laut der Staatsanwaltschaft Münster in seiner Vergangenheit mehrfach strafrechtlich auffällig gewesen. Zudem soll der 20-Jährige, der in Russland geboren wurde, in seiner Vergangenheit in einem renommierten Integrationsprojekt geboxt haben, berichtet der "Spiegel".

Auch der Begleiter des Tatverdächtigen hat sich mittlerweile gemeldet. Er habe am Sonntag die Polizei kontaktiert und sei am Montag als Zeuge vernommen worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Münster. Es hätten sich keine belastbaren Hinweise ergeben, dass er an den Beleidigungen vor dem körperlichen Angriff beteiligt gewesen sei. Auch sonst seien keine Straftaten ersichtlich – gegen ihn werde nicht ermittelt.

20-Jährigem drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis

Der 20-jährige Nuradi A. soll den 25-jährigen trans Mann Malte C. auf dem CSD in Münster so schwer geschlagen habe, dass dieser einige Tage später im Krankenhaus starb. Die Obduktion ergab laut Staatsanwaltschaft, dass Malte C. ein schweres Schädel-Hirn-Trauma am Hinterkopf erlitt, das wohl durch den Aufprall entstand. Das könne die Todesursache gewesen sein, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Nuradi A. drohen bis zu 15 Jahre Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Als Heranwachsender kann er sowohl nach dem Jugendstrafrecht verurteilt werden als auch nach dem Erwachsenenstrafrecht.

Dem "Spiegel" sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, dass A. "in mehreren Fällen" wegen Körperverletzung verurteilt wurde. Politisch motiviert sei aber bisher keine Tat gewesen. "In diesem Fall liegt es aber nahe, dass die Attacke queerfeindlich war. Die Beleidigungen sprechen Bände." Zeitgleich gebe es laut der Staatsanwaltschaft aber einen Zeugen, der behauptet, Nuradi A. habe auf dem CSD selbst behauptet, homosexuell zu sein.

Nuradi A. verlor den Anschluss in der Schule

Das Boxprojekt "Farids QualiFighting" rief der Wirtschaftsprofessor Farid Vatanparas 2006 ins Leben. In dem Projekt sollen Kinder und Jugendliche aus sozialen Brennpunkten gefördert werden. Für die Teilnahme am Boxen mussten die Teilnehmenden regelmäßig ihre Zeugnisse vorzeigen und sich schulisch verbessern.

Zunächst schien das Konzept für Nuradi A. gut zu funktionieren. Im Sport war er sehr erfolgreich – mit 14 wurde er sogar Deutscher Meister. Doch irgendwann verlor er schulisch den Anschluss. Vatanparast sagte dem "Spiegel", "Nuradi hatte nicht die Kraft, um die Schule, den Sport und die Familie gleichzeitig zu regeln. Wir haben uns dann getrennt, weil ich nur Boxer ausbilden kann, die verantwortungsvoll mit sich und dem Sport umgehen."

Der 20-Jährige machte 2018 seinen Hauptschulabschluss, besuchte eine Berufsschule und eine Abendrealschule. Beides brach er ab, auch einen Job als Lagerarbeiter verlor er, weil er mehrfach unentschuldigt fehlte. Seine Familie hat dem Bericht zufolge nur wenig Geld und lebe von Sozialleistungen. Freunde von Nuradi A. deuteten an, dass der junge Mann Drogenprobleme gehabt haben soll.

Am vergangenen Freitag erlag Malte C. seinen Verletzungen. Am selben Tag wurde der 20-Jährige festgenommen. Die Staatsanwaltschaft in Münster geht von einem queerfeindlichen Hintergrund aus. Der 20-Jährige sitzt wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge in Untersuchungshaft.

Verwendete Quellen
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