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Mutmaßlicher Würth-Entführer schweigt zu Vorwürfen

Ermittler nennen Details  

Mutmaßlicher Würth-Entführer schweigt zu Vorwürfen

15.03.2018, 12:08 Uhr | dpa

Mutmaßlicher Würth-Entführer schweigt zu Vorwürfen. Der Tatort nach der Entführung im Juni 2015: Aus dieser Wohngemeinschaft für Behinderte im hessischen Schlitz wurde Markus Würth entführt. (Quelle: dpa/Arne Dedert)

Der Tatort nach der Entführung im Juni 2015: Aus dieser Wohngemeinschaft für Behinderte im hessischen Schlitz wurde Markus Würth entführt. (Quelle: Arne Dedert/dpa)

Im Sommer 2015 wurde der Sohn des Schrauben-Magnaten Reinhold Würth entführt, erst jetzt fassten die Ermittler einen Tatverdächtigen. Bislang schweigt der 48-Jährige zu den Vorwürfen.

Der mutmaßliche Entführer von Milliardärssohn Markus Würth schweigt zum Tatvorwurf. Der 48-Jährige habe sich nach seiner Festnahme wortreich eingelassen, aber nicht zur Entführung geäußert, sagte Daniel Muth von der Kriminaldirektion Osthessen in Fulda. Eine Zeugin hatte die Polizei auf die Spur des Mannes gebracht. Sie hatte die Stimme des Tatverdächtigen wiedererkannt und die Ermittler im Januar 2018 gut zweieinhalb Jahre nach der Tat informiert. Die Polizei hatte zur Fahndung den Mitschnitt eines Anrufs des Lösegeld-Erpressers genutzt.

Der 48-Jährige sitzt seit Mittwoch in Untersuchungshaft – wegen des dringenden Tatverdachts des erpresserischen Menschenraubes. Spezialeinheiten der Polizei hatten ihn am Morgen in seiner Wohnung in Offenbach festgenommen. Der mutmaßliche Kidnapper stammt aus Serbien. "Er hat zehn Stunden dauergequatscht", sagt Kriminaloberrat Muth nach der ersten Vernehmung des Verdächtigen.

Zu einer Lösegeld-Übergabe kam es nicht

Der Mann soll im Juni 2015 den behinderten Sohn des baden-württembergischen Schrauben-Milliardärs Reinhold Würth im osthessischen Schlitz entführt haben. Dort lebte der damals 50-Jährige in einer integrativen Wohngemeinschaft. Einen Tag später wurde der Würth-Sohn in einem Wald bei Würzburg an einen Baum gekettet gefunden. Er überstand die Entführung unversehrt, zu einer Lösegeld-Übergabe war es nicht gekommen. Die Lösegeldforderung von drei Millionen Euro ging damals telefonisch am Stammsitz des Unternehmens ein.

Reinhold Würth, Gründer des Schraubenkonzerns Würth und Vater von Markus Würth. (Quelle: dpa/Sebastian Kahnert)Reinhold Würth, Gründer des Schraubenkonzerns Würth und Vater von Markus Würth. (Quelle: Sebastian Kahnert/dpa)

Die Ermittler nutzten bei der Suche nach dem oder den Tätern auch die Fernsehsendung "Aktenzeichen XY... ungelöst", um Hinweise aus der Öffentlichkeit zu bekommen. Ende April 2017 zeigten sie den Kriminalfall im ZDF und präsentierten den TV-Zuschauern auch eine Sprachanalyse.

Würth lebt jetzt an einem geheimen Ort

Die damaligen Erkenntnisse ergaben, dass der Täter wohl aus dem ehemaligen Jugoslawien stammt, denn er sprach mit deutlichem Akzent. Den Erkenntnissen nach lernte er Deutsch im Rhein-Main-Gebiet. Die Ermittler vermuteten, dass er dort lebt oder arbeitet. Die Analyse ergab ein Alter des Täters zwischen 40 und 52 Jahren.

Die Sonderkommission zu dem Fall wurde im September 2015 aufgelöst, die Ermittlungen liefen aber weiter. Der Sohn von Reinhold Würth lebt inzwischen an einem anderen, geheim gehaltenen Ort.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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