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Schulmassaker in Texas: 17-Jähriger hat Opfer in Houston bewusst ausgewählt

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Schulmassaker in Texas  

17-Jähriger will Opfer bewusst ausgewählt haben

20.05.2018, 18:58 Uhr | dpa

Schulmassaker in Texas: 17-Jähriger hat Opfer in Houston bewusst ausgewählt . Trauer und Entsetzen nach dem Schulmassaker an der Santa Fe High School in Texas: Der Täter hat ein Geständnis abgelegt.  (Quelle: AP/dpa/David J. Phillip)

Trauer und Entsetzen nach dem Schulmassaker an der Santa Fe High School in Texas: Der Täter hat ein Geständnis abgelegt. (Quelle: David J. Phillip/AP/dpa)

Er soll ein überdurchschnittlich guter Schüler gewesen sein. Dann tötete der 17-jährige Dimitrios P. an seiner High School in Texas zehn Menschen. Offenbar sehr gezielt. Er hat die Tat gestanden.

Der 17 Jahre alte Schütze des Schulmassakers von Texas hat seine Opfer angeblich bewusst ausgewählt. Er habe Ermittlern gesagt, dass er nicht auf Schüler geschossen habe, die er gemocht habe, berichteten US-Medien. Der 17-jährige Dimitrios P. gestand die Tat, er legte eine eidesstattliche Erklärung ab.

P. war Schüler an der Santa Fe High School, die er am Freitag überfallen hatte. Er erschoss zehn Menschen, darunter neun Schüler. Das FBI erhöhte die Zahl der Verletzten von zehn auf 13. Unter den Schwerverletzten sind auch zwei Polizisten.

Feuergefecht mit der Polizei

Den Angaben zufolge sagte der 17-Jährige, er habe bei seinem mörderischen Zug durch die Schule bewusst einige Schüler ausgelassen, damit seine Geschichte an die Öffentlichkeit gelangen könne. Vor der Festnahme des Täters kam es laut Polizei zu einem 15-minütigen Feuergefecht. Erst dann habe der 17-Jährige aufgegeben. Zunächst sei sein Plan gewesen, Suizid zu begehen.

Spurensicherung nach dem Massaker an der Santa Fe High School in Texas: Die Details der Tat erschüttern. (Quelle: AP/dpa/David J. Phillip)Spurensicherung nach dem Massaker an der Santa Fe High School in Texas: Die Details der Tat erschüttern. (Quelle: David J. Phillip/AP/dpa)

Schüler berichteten, wie der Schütze in ihr Klassenzimmer trat und schoss – auch aus nächster Nähe auf Schüler, die am Boden lagen. Als er einen Raum betrat, habe er gesagt: "Überraschung" – begann er zu feuern.

Überdurchschnittlich guter Schüler

Der Täter benutzte zwei Schusswaffen, die seinem Vater gehörten, wie Gouverneur Greg Abbott sagte. Der 17-Jährige wurde des Mordes angeklagt. Er hat keinerlei kriminelle Vergangenheit. Lehrer beschrieben ihn als überdurchschnittlich guten Schüler.

Im Internet tauchten Bilder auf, die den Schützen mit einem schwarzen T-Shirt und der Aufschrift "Born to Kill" zeigen. "Das war vielleicht das einzige Warnsignal überhaupt", sagte Abbott. Mitschüler beschrieben den jungen Mann als Eigenbrötler, der oft in einem schwarzen Trenchcoat unterwegs gewesen sei.

Zwei vermeintliche Bomben, die P. mitgebracht hatte, entpuppten sich nach näherer Untersuchung als harmlos. Ein mit Nägeln gefüllter Dampfkochtopf enthielt keinen Sprengstoff, auch ein mit Draht umwickelter Kanister war nur eine Attrappe.

Am Samstag dürften die Schüler der betroffenen High School das Gelände wieder betreten, um bei der Flucht zurückgelassene Habseligkeiten einzusammeln. Jeder wurde dabei von einem Polizisten begleitet.

Fronten in Waffendebatte bleiben verhärtet

Auch nach diesem jüngsten Vorfall bleiben die Fronten in der Diskussion über den Umgang mit Waffen in den USA hart. Erbittert stehen Befürworter schärferer Gesetze Verteidigern des Rechts auf Waffenbesitz gegenüber.

Im zweiten Verfassungszusatz ist nach konservativer Lesart das Recht auf Waffenbesitz verankert. Auch viele Abgeordnete und Senatoren unterstützen die finanzkräftige Waffenlobby NRA.

Großer Schmerz nach dem Schulmassaker: An den Waffengesetzen der USA dürfte sich aber erneut wenig ändern.  (Quelle: AP/dpa/David J. Phillip)Großer Schmerz nach dem Schulmassaker: An den Waffengesetzen der USA dürfte sich aber erneut wenig ändern. (Quelle: David J. Phillip/AP/dpa)

Politiker wie Präsident Donald Trump versprachen nach den Schüssen von Texas erneut besseren Schutz. Solche Ankündigungen waren bisher allerdings immer folgenlos geblieben: Die Waffenlobby wusste schärfere Regeln stets zu verhindern. Erschossene Schüler werden deshalb wohl weiter zum traurigen Alltag in den USA gehören.

Mehr tote Schüler als Soldaten

In sozialen Medien erregte die lakonische Reaktion einer Schülerin viel Aufsehen. Ein Reporter hatte sie gefragt: "Hast Du währenddessen gedacht, das kann doch gar nicht sein, das kann an meiner Schule nicht passieren?" Die Schülerin antwortete: "Nein. Ich habe immer gespürt, dass es irgendwann halt auch hier passieren wird."

Die "Washington Post" veröffentlichte eine traurige Bilanz: Demnach sind in diesem Jahr bereits mehr Menschen in Schulen getötet worden als US-Soldaten im Einsatz.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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