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Obdachlosigkeit: Angriffe auf Obdachlose nehmen deutlich zu

Verdopplung seit 2011  

Angriffe auf Obdachlose nehmen deutlich zu

27.08.2018, 14:04 Uhr | dpa

Obdachlosigkeit:  Angriffe auf Obdachlose nehmen deutlich zu. Kerzen und eine Rose von Passanten liegen auf einer Decke, wo zwei Obdachlose angezündet wurden: In vielen Fällen kommt es wahrscheinlich gar nicht erst zur Anzeige. (Archivbild) (Quelle: dpa/Britta Pedersen/ZB)

Kerzen und eine Rose von Passanten liegen auf einer Decke, wo zwei Obdachlose angezündet wurden: In vielen Fällen kommt es wahrscheinlich gar nicht erst zur Anzeige. (Archivbild) (Quelle: Britta Pedersen/ZB/dpa)

Immer häufiger werden wohnungslose Menschen Opfer von Gewalt. Die offiziellen Zahlen zeigen eine dramatische Entwicklung – und sind vermutlich nur die Spitze des Eisbergs.

Die Polizei hat in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg von Angriffen auf Obdachlose registriert. Die Zahl der gewalttätigen Übergriffe habe sich von 249 Fällen im Jahr 2011 auf 592 Fälle 2017 mehr als verdoppelt, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das zeige die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag.

Seit 2011 habe es 70 Mal Ermittlungen gegeben, weil ein Obdachloser umgebracht wurde. Die Bundesregierung gehe zudem von einer hohen Dunkelziffer an nicht erfassten Straftaten aus. In dem Bericht heißt es, die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe habe zwischen 2011 und 2017 fast 150 Delikte gezählt, bei denen Obdachlose getötet wurden – also mehr als doppelt so viele wie die Polizei.

Unklar ist, aus welchen Gründen die Täter handeln

Linke-Innenexpertin Ulla Jelpke kritisierte eine unzureichende Erfassung von Tatmotiven bei Übergriffen auf Obdachlose. Sie erwarte, dass "die Bundesregierung nach Erklärungen für das gestiegene Gewaltniveau sucht und entsprechende Gegenmaßnahmen entwickelt". In dem Zeitungsbericht heißt es unter Berufung auf das Bundeskriminalamt, dass acht Obdachlose seit 1990 von Rechtsextremisten getötet worden seien.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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