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Jeffrey Epstein: Zahlreiche mutmaßliche Opfer sagen vor Gericht aus

Emotionale Anhörung  

Zahlreiche mutmaßliche Epstein-Opfer sagen vor Gericht aus

28.08.2019, 18:08 Uhr | AFP

Jeffrey Epstein: Zahlreiche mutmaßliche Opfer sagen vor Gericht aus. Anwälting Gloria Allred (mi.), umgeben von zwei ihrer Klienten im Epstein-Fall spricht auf einer Pressekonferenz in Manhattan: Die meisten der anwesenden Frauen zeigten sich wütend darüber, dass Epstein nicht mehr vor Gericht gestellt werden kann. (Quelle: AP/dpa/Bebeto Matthews)

Anwälting Gloria Allred (mi.), umgeben von zwei ihrer Klienten im Epstein-Fall spricht auf einer Pressekonferenz in Manhattan: Die meisten der anwesenden Frauen zeigten sich wütend darüber, dass Epstein nicht mehr vor Gericht gestellt werden kann. (Quelle: Bebeto Matthews/AP/dpa)

Gegen den verstorbenen US-Millionär Jeffrey Epstein wird es keinen Gerichtsprozess mehr geben. Ein US-Richter wollte den mutmaßlichen Missbrauchsopfern trotzdem eine Chance geben, über ihr Leid zu sprechen. 

Zahlreiche mutmaßliche Missbrauchsopfer des verstorbenen US-Millionärs Jeffrey Epstein haben bei einer emotionalen Gerichtsanhörung über ihr Leid berichtet. Vor einem Bundesgericht in Manhattan sagten am Dienstag 16 Frauen aus, sieben weitere Frauen ließen sich von Anwälten vertreten. "Heute stehen wir zusammen", sagte die Schauspielerin Anouska De Georgiou, die nach eigenen Angaben von Epstein sexuell missbraucht wurde. "Ich werde nicht weiter ein Opfer sein und nicht einen Tag länger schweigen."

Chauntae Davies schilderte vor Gericht, sie habe sich in einem Krankenhaus zwei Wochen lang übergeben müssen, nachdem sie von Epstein vergewaltigt worden sei. Der Investment-Millionär habe "krankhaft" junge Frauen missbraucht. Eine andere Frau sagte, sie sei Epsteins "Sklavin" gewesen. "Ich habe mich machtlos und beschämt gefühlt." Epstein habe gedroht, sie zu töten, sollte sie nicht mehr Jungfrau sein.

Erste Verurteilung bereits 2008

Epstein soll jahrelang minderjährige Mädchen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Der Investmentbanker war bereits 2008 wegen der Prostitution junger Frauen zu 13 Monaten Gefängnis verurteilt worden und wurde seitdem als Sexualverbrecher geführt.

Nach einer erneuten Festnahme wurde der 66-Jährige am 10. August tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach Angaben des US-Justizministeriums nahm er sich das Leben. Bei einer Verurteilung hätten dem US-Multimillionär, der gute Kontakte zu zahlreichen Politikern und Prominenten hatte, bis zu 45 Jahre Haft gedroht.

Richter würdigt Mut der Missbrauchsopfer

Mit der Gerichtsanhörung  wollte Richter Richard Berman den mutmaßlichen Missbrauchsopfern Gelegenheit geben, über ihr Leid zu sprechen, weil es nun nie zu einem Prozess gegen Epstein kommen wird. Er würdigte den "Mut" der Frauen, von denen sich viele nie zuvor öffentlich geäußert hatten.

Die meisten der Frauen zeigten sich wütend darüber, dass Epstein nicht mehr vor Gericht gestellt werden kann. "Ich bin sehr wütend und traurig, weil der Gerechtigkeit in diesem Fall nie Genüge getan wurde", sagte Courtney Wild. Epstein sei ein "Feigling". Jennifer Araoz sagte, Epstein wolle ihr selbst nach seinem Tod Leid zufügen. Dass sie dem Sexualverbrecher nicht vor Gericht entgegentreten könne, "zerfrisst meine Seele".

"Er hat nicht allein gehandelt."

Die Frauen riefen zudem die Justiz auf, mögliche Mittäter zu verfolgen. "Bitte, bitte, bitte, bringen Sie zu Ende, was sie begonnen haben", sagte Sarah Ransome. "Er hat nicht allein gehandelt." Epstein habe vielmehr einen internationalen Ring von Frauenhändlern geführt.
 

 
In dem Fall sind unter anderem Vorwürfe gegen den britische Prinzen Andrew und gegen Epsteins frühere Freundin Ghislaine Maxwell laut geworden. Beide haben die Vorwürfe bestritten.

Hinweis: Falls Sie viel über den eigenen Tod nachdenken oder sich um einen Mitmenschen sorgen, finden Sie hier sofort und anonym Hilfe.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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