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Frankfurt: Festnahmen wegen CO2-Betrug in Höhe von 136 Millionen Euro

Jahrelange Fahndung  

CO2-Betrug in Höhe von 136 Millionen Euro – Festnahmen

26.09.2019, 16:07 Uhr | dpa , AFP , jmt

Frankfurt: Festnahmen wegen CO2-Betrug in Höhe von 136 Millionen Euro. Ashraf M. (l.) und Mobeen I.: Mit einer Bande sollen sie ein Umsatzsteuerkarussel betrieben haben, das sich auf Emissionsrechte spezialisiert hatte. (Quelle: t-online.de/BKA)

Ashraf M. (l.) und Mobeen I.: Mit einer Bande sollen sie ein Umsatzsteuerkarussel betrieben haben, das sich auf Emissionsrechte spezialisiert hatte. (Quelle: BKA/t-online.de)

Führende Köpfe eines millionenschweren Umsatzssteuerkarussells? Mit CO2-Emissionszertifikaten sollen Ashraf M. und Mobeen I. den deutschen Staat um immense Summen gebracht haben. Nun haben sie sich den Behörden gestellt.

Lange befanden sie sich auf der Flucht, nun stellten sie sich der Polizei am Frankfurter Flughafen: Ermittler haben nach fünf Jahren der internationalen Fahndung die mutmaßlichen CO2-Betrüger Ashraf M. und Mobeen I. am Frankfurter Flughafen festgenommen. Den Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt zufolge hatten sie zuvor über ihre Verteidiger Kontakt zu den Behörden aufgenommen. Die beiden Männer befinden sich nun in Untersuchungshaft.

Handel mit Zertifikaten

Den beiden 37 und 40 Jahre alten Männern wird schwere Steuerhinterziehung vorgeworfen. Sie sind laut Staatsanwaltschaft dringend verdächtig, sich von August 2009 bis April 2010 als Mitglied einer Bande an einem Umsatzsteuerkarussell im Zusammenhang mit dem Handel von Luftverschmutzungsrechten – sogenannten CO2-Zertifikaten – beteiligt zu haben. Dabei sollen sie  als Statthalter des Bandenchefs etwa 136 Millionen Euro Umsatzsteuer hinterzogen haben. 

Der Betrug funktionierte wie folgt: Über deutsche Gesellschaften wurden Emissionsrechte aus dem Ausland gekauft und im Inland über Zwischenfirmen weiterverkauft, ohne Umsatzsteuer zu bezahlen. Die jeweils letzte Gesellschaft in der Kette soll die Papiere wieder ins Ausland veräußert haben. Dafür ließen sich die Betrüger vom Finanzamt Umsatzsteuer zurückerstatten, die nie gezahlt worden war.

Flucht nach Pakistan und Dubai

Das Bundeskriminalamt fahndete seit 2014 nach den beiden Verdächtigen. Vermutet wurde, dass sie sich nach Pakistan und Dubai abgesetzt hatten. Von Dubai aus hatten sie die Zertifikate laut den Vorwürfen auch über eine von ihnen kontrollierte Firma in die Handelsketten eingespeist, während sie über vier Firmen in Frankfurt, München und Berlin das Umsatzsteuerkarussell kontrollierten. Dazu gaben sie ihren dortigen mutmaßlichen Komplizen wohl Anweisungen.
 

 
Der Chef der Bande war im Mai 2014 bei einer Boxveranstaltung in Las Vegas festgenommen worden und im April 2016 vom Landgericht Frankfurt wegen Steuerhinterziehung in 25 besonders schweren Fällen zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Verwendete Quellen:
  • eigene Recherchen
  • Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt: Pressemitteilung vom 26.9.2019
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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