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USA: Notstand in Wisconsin – Jacob Blakes Mutter fordert Ende von Rassismus

Wisconsin ruft Notstand aus  

Mutter des Verletzten: "Niemand ist überlegen"

26.08.2020, 11:00 Uhr | dpa

USA: Unruhen in Wisconsin nach Schüssen auf schwarzen Amerikaner

Nach den Schüssen auf einen schwarzen Amerikaner ist es im US-Bundesstaat Wisconsin zu schweren Ausschreitungen gekommen. (Quelle: Reuters)

Wieder Aufruhr nach Polizeigewalt in den USA: Nach Schüssen auf einen schwarzen Amerikaner kommt es in Wisconsin zu heftigen Ausschreitungen. (Quelle: Reuters)


Schon wieder wühlt Polizeigewalt gegen einen schwarzen Amerikaner die USA auf. Während Washington Druck macht, gewaltsame Proteste schnell zu unterbinden, kommen von der Familie des Verletzten dramatische Worte.

Die Mutter des schwarzen Amerikaners, der im Bundesstaat Wisconsin von Schüssen eines Polizisten lebensgefährlich verletzt wurde, hat mit ergreifenden Worten das Ende von Rassismus in den USA gefordert. "Ich wende mich an alle, egal ob weiß, schwarz, japanisch, rot, braun. Niemand ist dem anderen überlegen", sagte Julia Jackson am Dienstag bei einer Pressekonferenz in der Stadt Kenosha. Sie sprach sich gegen gewaltsame Proteste aus, nachdem in der Stadt zwei Nächte in Folge Gebäude und Autos gebrannt hatten.

Der Gouverneur von Wisconsin, der Demokrat Tony Evers, rief nach den Ausschreitungen den Notstand aus und ordnete eine verstärkte Präsenz der Nationalgarde in der Stadt an. Zugleich stand er unter verstärktem Druck aus Washington, die Situation unter Kontrolle zu bringen. "Vergangene Nacht war es nicht genug", sagte der amtierende Vize-Heimatschutzminister Ken Cuccinelli dem TV-Sender Fox News. "Ich stelle infrage, ob er genug unternimmt - und ausreichend schnell."

Ungeachtet der Tatsache, dass die Nationalgarde bereits im Einsatz ist, verlangte Präsident Donald Trump, sie auf die Straßen zu bringen. "Beenden Sie das Problem schnell!", forderte er Evers in einem Tweet auf. Der Gouverneur warnte die Demonstranten, dass es eine Grenze zwischen friedlichem Protest und Ausschreitungen gebe, die Familien und Geschäfte gefährdeten.

In den USA sehen viele den umstrittenen Einsatz gegen den Afro-Amerikaner Jacob Blake als das jüngste Beispiel für Rassismus und Polizeigewalt in den USA.

Familienvater ist durch Schüsse in Rücken gelähmt

Der 29-jährige Familienvater war am Sonntag in Kenosha durch Schüsse der Polizei in seinen Rücken schwer verletzt worden. Auf einem Video ist zu sehen, wie Blake zu seinem Auto geht, gefolgt von zwei Polizisten mit gezogenen Waffen. Eine der Waffen ist auf seinen Rücken gerichtet. Als Blake die Fahrertür öffnet und sich ins Auto beugt, fallen Schüsse aus nächster Nähe. Nach Angaben des Anwalts der Familie, Ben Crump, saßen in dem Auto Blakes Kinder im Alter von drei, fünf und acht Jahren.

Blake ist nun nach Angaben der Familie von der Hüfte abwärts gelähmt. Einige Kugeln hätten die Wirbelsäule getroffen. "Es wird ein Wunder brauchen, damit er wieder laufen kann", sagte Anwalt Crumb. Blake haben auch Verletzungen in der Bauch-, Nieren und Leber-Verletzungen und ihm seien große Teile des Dickdarms und des Dünndarms entfernt worden, sagte Anwalt Patrick Salvi.

"Er schoss sieben Mal auf meinen Sohn. Sieben Mal!", sagte Jacob Blake Senior. "Als wäre er nichts wert. Aber er ist ein Menschen und er ist etwas wert." Mutter Julia Jackson sagte unter Tränen, ihr Sohn wäre gegen die Gewalt, wenn er davon wüsste. "Wir brauchen Heilung." Harte Worte kamen von Blakes Schwester Letetra Widman: "Ich bin nicht traurig. Ich bin wütend und erschöpft. Ich habe nicht geweint. Ich habe vor Jahren aufgehört, zu weinen. Ich sehe seit Jahren, wie die Polizei Menschen, die wie ich aussehen, ermordet." Sie wolle kein Mitleid: "Ich will Wandel."

In den USA hatte der Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis (Minnesota) Ende Mai landesweite Proteste ausgelöst. Die Debatte spielt auch im US-Wahlkampf eine zentrale Rolle. Die Republikanischer Partei nahm Blake in das Gebet zum Auftakt des zweiten Tags ihres Parteitags auf.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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