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Geiselnahme am Tegernsee: Täter zündete Knallkörper in der Wohnung

Polizeieinsatz in Tegernsee  

Geiselnahme mit zwei Toten: Täter zündete Knallkörper

11.11.2020, 19:18 Uhr | AFP

Zwei Tote bei Geiselnahme am Tegernsee

Geiselnahme am Tegernsee in Oberbayern: Die Polizei will eine Frau retten, die in der Gewalt ihres Mannes ist. Am Ende gibt es zwei Tote. Ermittler wollen am Mittwoch über den Fall informieren; der Fall wirft Fragen auf. (Quelle: dpa)

"Mit einem Messer bewaffnet": Bei einer Geiselnahme im bayerischen Ferienort Tegernsee gab es zwei Tote, unter ihnen der Tatverdächtige. (Quelle: dpa)


Die Oberstaatsanwaltschaft hat weitere Details zum Geiseldrama in Bayern bekannt gegeben, bei dem am Dienstag zwei Menschen ums Leben kamen. Gegen den Täter liefen bereits Ermittlungen.

Bei dem dramatischen Einsatz am Tegernsee hat ein Polizist am Dienstagabend einen 46 Jahre alten Mann erschossen. Der Versuch der Polizei, die 25-jährige Lebensgefährtin des Manns zu retten, scheiterte aber – die von ihrem Partner mit Messerstichen verletzte Frau starb vor Ort, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Der Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Robert Kopp, sprach von einem sehr komplexen Geschehen, bei dem noch viele Details zu klären seien.

Eine Nachbarin hatte demnach wegen eines Familienstreits am Nachmittag die Polizei alarmiert. Direkt nach ihrer Ankunft haben die Polizisten durch eine geschlossene Wohnungstür Kontakt zu dem aus Italien stammenden 46-Jährigen aufnehmen können. Dieser weigerte sich allerdings, die Tür zu öffnen und forderte, seinen erwachsenen Sohn sprechen zu können. Er sicherte nach Polizeiangaben zu, danach die Tür zu öffnen.

Mann flüchtet mit Lebensgefährtin über Balkon

Nach dem Eintreffen des Sohns gut eine Stunde später unterhielten beide sich kurz auf Italienisch. Statt die Wohnung zu öffnen, wurde der Mann aber aggressiv, es seien auch Schreie der Frau zu hören gewesen. Die Polizei brach anschließend die Wohnungstür auf. Daraufhin floh der Mann mit der Frau über einen Balkon zur Nachbarwohnung.

Als die Polizei auch in diese Wohnung eindrang, zündete der 46-Jährige einen Knallkörper und löste damit eine starke Rauchentwicklung aus. Der Mann hörte auch nicht auf die wiederholte Aufforderung, sein Messer wegzulegen. Er ignorierte zudem die Drohung der Polizisten, zur Not zu schießen.

Polizist warnt Mann mehrfach

Nach Angaben des Leitenden Oberstaatsanwalts Hajo Tacke filmte die Polizei mit einer Bodycam den Einsatz. Aus den Aufnahmen geht hervor, wie ein Polizist den 46-Jährigen wiederholt mit den Worten "leg das Messer weg, ich muss sonst schießen" gewarnt habe – danach gab der Polizist den tödlichen Schuss ab. Nach einer vorläufigen Bewertung handele es sich bei dem Schuss um Nothilfe, sagte Tacke. Der Beamte werde deshalb nicht als Beschuldigter geführt.

Der Polizei zufolge war der 46-Jährige nicht vorbestraft. Es liefen aber noch nicht abgeschlossene Ermittlungen wegen eines früheren Falls häuslicher Gewalt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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