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Springer bestätigt Verfahren gegen Bild-Chefredakteur Reichelt

Vorwurf Machtmissbrauch  

Springer bestätigt Verfahren gegen "Bild"-Chefredakteur Reichelt

09.03.2021, 20:12 Uhr | dpa

Springer bestätigt Verfahren gegen Bild-Chefredakteur Reichelt. Julian Reichelt: Dem Bild-Chef werden Machtmissbrauch und Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen vorgeworfen. (Quelle: imago images/Jörg Schüler)

Julian Reichelt: Dem Bild-Chef werden Machtmissbrauch und Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen vorgeworfen. (Quelle: Jörg Schüler/imago images)

Er soll seine Macht missbraucht und Abhängigkeitsverhältnisse ausgenutzt haben: So lauten die Vorwürfe gegen "Bild"-Chef Julian Reichelt. Sein Arbeitgeber will mithilfe externer Experten aufklären.

Der Medienkonzern Axel Springer hat gegenüber seinen Mitarbeitern ein laufendes Compliance-Verfahren gegen "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt bestätigt. Im Firmenintranet teilten Springer-Chef Mathias Döpfner und Vorstand Jan Bayer am Dienstag mit: "Es ist für uns schwer, zu diesem Zeitpunkt im Detail Auskunft zu geben. Das können und dürfen wir bei einem laufenden Compliance-Verfahren auch nicht."

Eine Compliance-Untersuchung in einer Firma zielt darauf ab zu prüfen, ob das Verhalten regelkonform war und die Richtlinien einer Firma eingehalten worden sind.

"Keine Form der Vorverurteilung zulassen"

In dem Intraneteintrag, der der Deutschen Presse-Agentur wie auch anderen Medien vorlag, hieß es zudem: "Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Das bedeutet: Es liegt bislang kein Ergebnis vor, weder in die eine noch in die andere Richtung. Julian Reichelt bestreitet die Vorwürfe." Man wolle so viel Transparenz wie möglich. Man wolle, dass jeder ohne Angst auf mögliche Missstände und Fehlverhalten hinweisen könne. "Wir werden aber keine Form der Vorverurteilung zulassen." Der Medienkonzern äußert sich offiziell nach außen auf Anfragen nicht zu dem Verfahren.

Losgetreten hatte das Ganze Jan Böhmermann in seiner Satireshow im ZDF am Freitagabend, in der er Andeutungen auf ein Verfahren gemacht hatte. Danach folgten Medienberichte. Der "Spiegel" berief sich am Montag auf Informationen, wonach es Vorwürfe von mehreren Beschäftigten gegen den 40 Jahre alten Reichelt gegeben haben soll. Das Magazin schrieb von Machtmissbrauch und Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen.

Springer-Konzern zieht externe Experten hinzu

Im Intranet betonten Döpfner und Bayer, dem Konzern sei daran gelegen, eine unabhängige Aufklärung sicherzustellen. "Daher haben wir auch externe Experten hinzugezogen, die den Vorwürfen nachgehen." Der Eintrag schließt mit dem Satz: "Für uns ist wichtig, dass wir bald Klarheit haben."

Reichelt ist seit 2002 und damit seit fast 20 Jahren beim Konzern Axel Springer in unterschiedlichen Funktionen tätig. Im Februar 2017 wurde er neben seinem Posten als Chefredakteur "Bild" Digital zusätzlich Vorsitzender der "Bild"-Chefredaktion und trägt die übergeordnete redaktionelle Verantwortung der "Bild"-Marke. 2018 übernahm er dann zudem den Posten des Chefredakteurs "Bild" Print.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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