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"Druide" Burgos von Buchonia vor Gericht

Von dpa
Aktualisiert am 07.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Burgos von Buchonia auf einem Segway in Schwetzingen: Der 71-JĂ€hrige "Druide" steht der ReichsbĂŒrgerbewegung nahe.
Burgos von Buchonia auf einem Segway in Schwetzingen: Der 71-JĂ€hrige "Druide" steht der ReichsbĂŒrgerbewegung nahe. (Quelle: Screenshot/Youtube)
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Er soll im Internet gegen Juden gehetzt und mit Komplizen ein Waffenlager angelegt haben: Vor dem Landgericht Mannheim muss sich der selbsternannte "Druide" Burgos von Buchonia verantworten.

Unter verschĂ€rften Sicherheitsvorkehrungen hat am Freitag vor dem Landgericht Mannheim der Prozess gegen den als rechtsextremistisch eingestuften, selbst ernannten "Druiden" Burgos von Buchonia und drei weitere MĂ€nner wegen Verstoßes gegen das Waffenrecht begonnen. Der 71-jĂ€hrige Hauptangeklagte muss sich auch wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung verantworten.

Laut Staatsanwaltschaft soll er auf einer bei Neonazis beliebten Internetplattform den Holocaust geleugnet, zum Mord an Juden aufgerufen und gegen FlĂŒchtlinge gehetzt haben. Mit seinen Äußerungen habe der Mann nationalsozialistische Verbrechen verharmlost und geleugnet, sagte Staatsanwalt Thomas Röber am Freitag vor der vierten Strafkammer. "Damit ist der öffentliche Frieden gestört worden."

Waffenarsenal aufgebaut

Die zwischen Ende 2015 und April 2016 veröffentlichen BeitrĂ€ge des 71-JĂ€hrigen waren laut Anklage geeignet, das Vertrauen der Menschen in die Rechtssicherheit zu erschĂŒttern und das gesellschaftliche Klima zu vergiften. Im Juni 2019 hatte der den sogenannten ReichsbĂŒrgern nahestehende Mann nach frĂŒheren Angaben im Netz den Mord am Kasseler RegierungsprĂ€sidenten Walter LĂŒbcke begrĂŒĂŸt. Am Rande der Verhandlung wies der Angeklagte, der mit weißem langen Haar und Rauschebart und einer Halskette mit keltischen Motiven auftrat, den Vorwurf der Volksverhetzung zurĂŒck.

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Er und die drei weiteren Beschuldigten sollen sich wegen eines aus ihrer Sicht drohenden Zusammenbruchs der staatlichen Ordnung mit einem ganzen Waffenarsenal ausgestattet haben – zum Selbstschutz, wie sie sagten. Die Polizei fand bei Hausdurchsuchungen im Jahr 2017 bei dem Quartett Tausende Patronen, selbstgebaute Pistolen, Schießkugelschreiber, einen Flammenwerfer und explosive Stoffe, darunter 1,4 Kilogramm Schwarzpulver.

Verhandlung bis mindestens April

Gegen den "Druiden" hatte die Bundesanwaltschaft bereits 2017 wegen Terrorverdachts ermittelt. Sie hatte ihre Ermittlungen gegen ihn und fĂŒnf mutmaßliche Komplizen wegen Bildung einer rechtsterroristischen Vereinigung aber seinerzeit nicht weiterverfolgt, weil sich der Terrorismus-Verdacht nicht hatte belegen lassen. Stattdessen gab sie das Verfahren an die Karlsruher Staatsanwaltschaft ab.

Diese erhob Anklage beim Landgericht Mannheim gegen den 71-JĂ€hrigen und drei mutmaßliche aus dem Rhein-Neckar-Kreis stammende Gesinnungsgenossen wegen des Verdachts des unerlaubten Erwerbs von Munition. Der AnfĂŒhrer wohnte zeitweise auch im Rhein-Neckar-Kreis.

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Der Prozess beginnt erst mit einem so langen zeitlichen Abstand zu den Taten zwischen 2015 und 2017, weil laut einem Gerichtssprecher Haftsachen vorrangig behandelt wurden. Die vier Angeklagten sind derzeit nicht in Untersuchungshaft. Bis zum 8. April sind neun Folgetermine vorgesehen.

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  • Lars Wienand
Von Lars Wienand
FlĂŒchtlingeMannheim
Justiz & KriminalitÀt




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