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"Mädchen mit den grünen Augen": Sharbat Gula sitzt in Pakistan in Haft

Foto-Ikone aufgetaucht  

"Mädchen mit den grünen Augen" droht jahrelange Haft

26.10.2016, 17:01 Uhr | AFP , dpa

"Mädchen mit den grünen Augen": Sharbat Gula sitzt in Pakistan in Haft. Der amerikanische Fotograf Steve McCurry vor seiner berühmten Aufnahme von Sharbat Gula im Kunstmuseum in Wolfsburg. Heute befindet sich die Afghanin in Haft in Pakistan - das rechte Bild zeigt sie vor einer Anhörung in Peshawar. (Quelle: dpa; AFP, FIA)

Der amerikanische Fotograf Steve McCurry vor seiner berühmten Aufnahme von Sharbat Gula im Kunstmuseum in Wolfsburg. Heute befindet sich die Afghanin in Haft in Pakistan - das rechte Bild zeigt sie vor einer Anhörung in Peshawar. (Quelle: dpa; AFP, FIA)

Ein Magazin-Cover hatte das Gesicht der Afghanin Sharbat Gula vor gut 30 Jahren weltberühmt gemacht. Nun hat die Polizei das "Mädchen mit den grünen Augen" im pakistanischen Peshawar festgenommen.

Der Frau drohten sieben bis 14 Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis zu 5000 Dollar, weil sie mit falschen Papieren in Pakistan gelebt habe, sagte Shahid Ilyas, eine Mitarbeiterin der pakistanischen Registrierungsbehörde Nadra.

Weltberühmte Aufnahme von 1984

Der Fotograf Steve McCurry hatte Gula 1984 während der sowjetischen Besetzung Afghanistans in einem pakistanischen Flüchtlingslager fotografiert. Im Juni 1985 veröffentlichte "National Geographic" die Aufnahme der damals Zwölfjährigen, die mit ihren grünen Augen direkt in die Kamera schaut. Gula wurde zur Ikone der Reportage-Fotografie.

Nach 17-jähriger Suche fand McCurry die inzwischen erwachsene Frau in einem abgelegenen afghanischen Dorf wieder. Sie war inzwischen mit einem Bäcker verheiratet und hatte drei Kinder. Doch irgendwann kehrte sie wieder nach Pakistan zurück.

Pakistan kämpft gegen Passfälschung

Im April 2014 habe Gula in Peshawar einen pakistanischen Personalausweis auf den Namen Sharbat Bibi beantragt, berichtete Ilyas von der Registrierungsbehörde. Obwohl das pakistanische Personenregister digitalisiert ist, soll Gula wie Tausende andere afghanische Flüchtlinge auch widerrechtlich an die Papiere gelangt sein. In dem Zusammenhang werde auch gegen drei Behördenmitarbeiter ermittelt, die Gula den Ausweis ausgestellt haben sollen. Sie sind seit Beginn der Ermittlungen vor zwei Jahren untergetaucht.

Mit einer großangelegten Kampagne suchen die pakistanischen Behörden Ausländer mit illegalen pakistanischen Personalausweisen. Seit Beginn der Kampagne überprüften die Behörden 91 Millionen Ausweise, dabei entdeckten sie mehr als 60.000 falsche Ausweise bei Ausländern. Fast 2500 der Betroffenen gaben die Papiere inzwischen freiwillig zurück, die meisten von ihnen sind Afghanen.

Insgesamt sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks 1,4 Millionen afghanische Flüchtlinge in Pakistan registriert. Hinzu kommen schätzungsweise eine Million nicht registrierter Flüchtlinge. Seit 2009 hat die Regierung in Islamabad den afghanischen Flüchtlingen im Land wiederholt Fristen für deren Heimkehr gesetzt, sie aber immer wieder verschoben. Unter den Flüchtlingen wächst nun aber die Furcht, die derzeit geltende Frist für kommenden März könnte endgültig sein.

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