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Pakistan schiebt "Mädchen mit den grünen Augen" ab

Warmer Empfang in Afghanistan  

Pakistan schiebt "Mädchen mit den grünen Augen" ab

09.11.2016, 14:28 Uhr | AFP , dpa

Pakistan schiebt "Mädchen mit den grünen Augen" ab. Steve McCurry vor seiner wohl berühmtesten Aufnahme aus dem Jahr 1984, "Afghanisches Mädchen". (Quelle: dpa)

Steve McCurry vor seiner wohl berühmtesten Aufnahme aus dem Jahr 1984, "Afghanisches Mädchen". (Quelle: dpa)

Mehr als 35 Jahre lebte das "Mädchen mit den grünen Augen" in Pakistan. In der Nacht auf Mittwoch wurde die 1985 durch ein Titelfoto berühmt gewordene Afghanin Sharbat Gula des Landes verwiesen. Die Regierung ihres Heimatlandes bereitete ihr einen warmen Empfang.

Gula wurde aus dem Krankenhaus in Peshawar entlassen, wo sie wegen Hepatitis C behandelt worden war, und an die Grenze gebracht. Um 2.30 Uhr morgens (Ortszeit) habe sie die Grenze nach Afghanistan gemeinsam mit ihren Kindern überquert, sagte der Verwaltungsbeamte Asmatullah Wazir in Torkham. Ein zweiter Beamter bestätigte die Abschiebung. Gula sei von Mitarbeitern der afghanischen Botschaft begleitet worden.

Sharbat Gula bei ihrer Abschiebung von Pakistan nach Afghanistan. (Quelle: dpa)Sharbat Gula bei ihrer Abschiebung von Pakistan nach Afghanistan. (Quelle: dpa)

Die pakistanischen Behörden hatten sie im vergangenen Monat beschuldigt, unter einem falschen Namen illegal pakistanische Ausweispapiere erworben zu haben.

Abschiebung für Gula "das Schlimmste"

Gula hatte vergangene Woche gesagt, die bevorstehende Abschiebung breche ihr das Herz. "Afghanistan war nur mein Geburtsland, aber Pakistan ist meine Heimat", sagte sie. "Ich will in Pakistan leben und sterben." Die Abschiebung sei für sie "die schlimmste Sache". Nach eigenen Angaben kam sie als Kind Anfang der 80er Jahre nach Pakistan.

Nach ihrer Abschiebung ist das "Mädchen mit den grünen Augen" in Afghanistan von Präsident Ashraf Ghani begrüßt worden. Ghani habe die in den achtziger Jahren durch ein Titelfoto der Zeitschrift "National Geographic" berühmt gewordene Sharbat Gula nach ihrer Ankunft in Kabul in seinem Palast empfangen, sagte ein Sprecher des Präsidenten. Die 45-Jährige war am frühen Morgen gemeinsam mit ihren vier Kindern am Grenzübergang Torkham etwa 60 Kilometer nordwestlich von Peshawar den afghanischen Behörden übergeben worden.

Der afghanische Präsident Ashraf Ghani empfängt Sharbat Gula mit ihren Kindern in seinem Palast. (Quelle: Reuters)Der afghanische Präsident Ashraf Ghani empfängt Sharbat Gula mit ihren Kindern in seinem Palast. (Quelle: Reuters)

Die afghanische Regierung hat der Familie nach Angaben des Sprechers eine Wohnung bereitgestellt. Ghani habe Gula den Schlüssel zu einem Appartement ausgehändigt.

Die gebürtige Afghanin war Ende Oktober unter dem Vorwurf festgenommen worden, einen gefälschten pakistanischen Ausweis mit sich zu führen und sich illegal in dem Land aufzuhalten. Ihre Verhaftung hatte internationale Kritik an den pakistanischen Behörden hervorgerufen. Ein Gericht in Peshawar ordnete später ihre Abschiebung an. Gula lebte seit 1979 in Pakistan.

Bild des Kriegs

Weltberühmt geworden war Gula durch ein Foto des Kriegsfotografen Steve McCurry, das "National Geographic" im Juni 1985 auf seine Titelseite gestellt hatte. Es zeigt das damals 12 Jahre alte Flüchtlingsmädchen mit leuchtend grünen Augen. Gula wurde das Gesicht des zivilen Leidens im afghanischen Krieg jener Zeit.

In Afghanistan war 1979 die sowjetische Rote Armee einmarschiert. Ein von religiösen Gruppen dominierter Volksaufstand begann. Millionen Afghanen flohen, unter anderem ins Nachbarland Pakistan.

Bis vor kurzem lebten immer noch rund 2,5 Millionen Afghanen in Pakistan. Doch die Regierung verliert nun die Geduld und geht massiv gegen Afghanen vor, die gefälschte Dokumente haben.

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