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Tierangriff auf Britin stellt Behörden vor ein Rätsel

dpa, Takis Tsafos, Alexia Angelopoulou

Aktualisiert am 28.09.2017Lesedauer: 3 Min.
Mittlerweile ist umstritten, ob tatsächlich Wölfe die britische Touristin in Griechenland getötet haben (Symbolbild).
Mittlerweile ist umstritten, ob tatsächlich Wölfe die britische Touristin in Griechenland getötet haben (Symbolbild). (Quelle: Patrick Pleul/dpa-bilder)
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Eine britische Wanderin setzt einen Hilferuf ab: Sie wird von wilden Tieren attackiert. Dann verstummt das Signal. Tage später werden die Überreste der Frau gefunden. Was ist passiert?

Gruselig, mysteri√∂s und ungekl√§rt: Der Tod einer britischen Fl√ľchtlingshelferin im Norden Griechenlands besch√§ftigt Polizisten und Experten f√ľr Wildtiere gleicherma√üen. Wurde die Frau wirklich von W√∂lfen angegriffen und zerfleischt? Ein Gerichtsmediziner ist sich dessen sicher. Griechische Wolfkenner hingegen bezweifeln das - zu scheu seien die Tiere und in der betroffenen Region auch gar nicht heimisch. Auch die Polizei hat die Akte noch nicht geschlossen.

Was geschah wirklich am vergangenen Donnerstag in der N√§he der antiken St√§tte von Maronia nahe der nordgriechischen Stadt Komotini? Britische Medien berichten, die 62-j√§hrige Fl√ľchtlingshelferin aus Bradford on Avon habe Verwandte in England angerufen und von einer Attacke durch wilde Tiere berichtet. Danach sei das Signal abgebrochen. Die Verwandten setzten sich daraufhin mit der britischen Botschaft in Athen in Verbindung, die Frau wurde als vermisst gemeldet und die griechische Polizei begann mit der Suche.

"Im ganzen Leben noch nicht gesehen"

Erst zwei Tage sp√§ter wurden die Rettungstrupps f√ľndig. Offenbar war die Frau beim Wandern von der Strecke abgekommen, als sie Maronia besuchen wollte - am Samstag wurden ihre √úberreste rund vier Kilometer von der eigentlichen Route entfernt entdeckt.

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"So etwas habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen", sagt dazu der zuständige Gerichtsmediziner Nikolaos Kifnidis der Deutschen Presse-Agentur. Entdeckt wurden menschliche Knochen, große Teile des Körpers fehlten allerdings, darunter auch die Wirbelsäule. Dass es sich um die Britin handelt, steht Kifnidis zufolge fest. "Wir haben keine Zweifel. Die Knochen, die wir gefunden haben, sind die der Engländerin." In der Nähe habe man Gegenstände und Dokumente der Frau gefunden, außerdem werde in der Region sonst niemand vermisst und die Überreste seien auch nicht älteren Datums.

Maximale Anzahl der Wölfe in Deutschland.
Viele Bundesländer geben die Anzahl der Wölfe in Rudeln an. Diese Darstellung von August 2017 geht von zehn Tieren je Rudel aus. (Quelle: Benjamin Springstrow/T-Online-bilder)

"Wölfe halten sich dort nicht freiwillig auf"

Kifnidis zog einen Veterin√§rexperten hinzu, der die Bissspuren an den Knochen analysierte und zu dem Schluss kam, es handele sich eindeutig um Spuren von W√∂lfen. Daf√ľr spreche auch, dass Teile des K√∂rpers fehlten. "Die Tiere ziehen ihre Beute in ihr Versteck." Leben k√∂nnten Wolfsrudel demnach im dicht bewaldeten Gebiet von Ismaros in der N√§he von Maronia.

Panos Stefanou, Sprecher der griechischen Wildtier-Organisation Arktouros, hat Zweifel. Schon ein Blick auf die Landkarte lasse das Szenario unwahrscheinlich erscheinen. Das Waldgebiet Ismaros sei viel zu klein f√ľr ein Wolfsrudel. "Wir wissen zwar nicht, ob es dort W√∂lfe gibt, aber der Fundort der Leiche liegt viel zu weit s√ľdlich, fast an der K√ľste, ungesch√ľtzt, in der N√§he zum Strand." Dort hielten sich Wolfsrudel nicht freiwillig auf. Erwiesen sei, dass viele W√∂lfe viel weiter n√∂rdlich in den dicht bewaldeten, weitgehend unbewohnten Grenzgebirgen von Griechenland zu Bulgarien, Mazedonien und Albanien lebten.

Wölfe meiden den Menschen

"Hinzu kommt, dass die scheuen Tiere beim Anblick von Menschen Rei√üaus nehmen", erg√§nzt Spyros Psaroudas von der griechischen Wolf- und Wildtierorganisation Callisto. Vorstellbar sei, dass die Frau Opfer einer Attacke verwilderter Hunde war, von denen es nach Sch√§tzungen in Griechenland rund eine Million gibt. Auch die gro√üen griechischen Schafh√ľtehunde k√§men in Frage.

"Gerade in der Region um Maronia leben viele dieser riesigen Hunde, die W√∂lfen sehr √§hneln", sagt Psaroudas, der sich wundert, wie ein Veterin√§r den Unterschied zwischen den Bissspuren von H√ľtehund und Wolf ermittelt haben will. Die Tiersch√ľtzer fordern deshalb, es m√ľsse ein DNA-Test gemacht werden, um den Speichel an den Bissspuren zu analysieren und eindeutig festzustellen, um was f√ľr eine Spezies es sich handele.

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"Wir ermitteln weiter"

Auch die griechische Polizei hat den Fall noch nicht ad acta gelegt. Offenbar wollen die Beamten zunächst auch sichergehen, dass die Frau nicht schon vor der Attacke ums Leben kam. Der Sprecher der Polizei von Komotini hält sich bedeckt. "Wir ermitteln weiter."

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