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Alexander Gerst: Astronaut war "schon immer ein Forscher und Entdecker"

"Astro-Alex" vor dem Start ins All  

"Es ist einfacher, wenn man zum zweiten Mal fliegt"

06.06.2018, 10:09 Uhr | dpa

Alexander Gerst: Astronaut war "schon immer ein Forscher und Entdecker". Alexander Gerst am Dienstag in Baikonur: 2014 war er schon einmal als Bordingenieur für sechs Monate auf der Raumstation ISS. (Quelle: dpa/Dmitri Lovetsky)

Alexander Gerst am Dienstag in Baikonur: 2014 war er schon einmal als Bordingenieur für sechs Monate auf der Raumstation ISS. (Quelle: Dmitri Lovetsky/dpa)

Vor seinem zweiten Start ins All am Mittwoch gibt sich "Astro-Alex" entspannt. Sein Heimatort ist mächtig stolz auf den beliebten Astronauten, Fans hoffen wieder auf tolle Bilder aus dem Orbit.

Vier Jahre nach seiner ersten Mission bricht der deutsche Astronaut Alexander Gerst erneut ins All auf. Um 13.12 Uhr (Livestream auf t-online.de) soll "Astro-Alex" mit einer Sojus-Rakete vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan zur Raumstation ISS starten. Bei seiner Mission "Horizons" (Horizonte) wird er zeitweise Kommandant der ISS sein – als erster Deutscher überhaupt. 2014 hatte Gerst rund sechs Monate als Bordingenieur auf der "Internationalen Raumstation" verbracht.

Vor seinem Start gemeinsam mit dem russischen Kampfpiloten Sergej Prokopjew und der US-Ärztin Serena Auñón-Chancellor wirkte "Astro-Alex" ausgesprochen entspannt. "Es ist einfacher, wenn man zum zweiten Mal fliegt, denn man hat die großen Unbekannten nicht", sagte er bei der Abschiedspressekonferenz am Dienstag. Man frage sich nicht mehr, wie das Leben da oben eigentlich ist.

Letztes Treffen hinter Glas

Nervös sei er vor seiner Abschlussprüfung gewesen, weil er gewusst habe, dass die russischen Trainer ihn und die Crew genau beobachteten. "Ich bin jetzt deutlich entspannter." Wenn man nach der langen Trainingszeit vor dem Beginn der Mission stehe, sei man wirklich froh, das hinter sich zu haben, sagte der deutsche Ex-Astronaut Thomas Reiter dpa. "Dann fiebert man dem Moment entgegen, in dem es wirklich losgeht und die Rakete abhebt."

Die neue ISS-Besatzung: Die US-Astronautin Serena Aunon-Chancellor und der russische Kosmonaut Sergej Prokopjew (M.) begleiten Alexander Gerst ins All. (Quelle: dpa/Dmitri Lovetsky)Die neue ISS-Besatzung: Die US-Astronautin Serena Aunon-Chancellor und der russische Kosmonaut Sergej Prokopjew (M.) begleiten Alexander Gerst ins All. (Quelle: Dmitri Lovetsky/dpa)

Wie beim ersten Start 2014 ist Gersts Familie nach Baikonur gereist, am Mittwochvormittag soll es ein letztes Abschiedstreffen geben – zum Schutz vor Infektionen hinter einer Glasscheibe. Der Flug zur ISS rund 400 Kilometer über der Erde wird etwa zwei Tage dauern.

Public Viewing in Künzelsau

"Wir freuen uns sehr, ihn nun zum zweiten Mal ins All fliegen zu sehen und wünschen ihm das Allerbeste", teilte die Familie schriftlich mit. "Alexander war schon immer ein Forscher und Entdecker." Gersts Angehörige hatten der Esa zufolge den Wunsch geäußert, in Baikonur keine Interviews zu geben.

Hintergrund: Das erwartet Alexander Gerst auf seiner Mission

Gersts Heimatort Künzelsau feiert den Flug ihres Ehrenbürgers mit einem Stadtfest. Auf einer großen Leinwand vor dem Alten Rathaus soll live zu sehen sein, wie der Astronaut in die Schwerelosigkeit aufbricht. Die zentrale Veranstaltung der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) zum Start findet im Zeiss-Großplanetarium Berlin statt. Auch in vielen anderen Orten bundesweit sind Liveübertragungen geplant.

Fans hoffen wieder auf spektakuläre Bilder

Gut sechs Monate soll der promovierte Geophysiker in dem fliegenden Labor bleiben. Für etwa die Hälfte der Zeit soll Gerst das Kommando auf der Raumstation übernehmen – was normalerweise den Hauptgeldgebern USA und Russland vorbehalten ist. Teil der Mission sind etwa 300 Experimente, darunter 41 des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Auch ein auf Sprachbefehle hörender Roboter ist mit an Bord – mit dem Projekt "Cimon" testet das DLR Künstliche Intelligenz.

Für die Raumfahrtorganisation Esa ist "Astro-Alex" ein Geschenk des Himmels: Er macht – groß, durchtrainiert und kahl rasiert – etwas her als Botschafter für die Raumfahrt. Wie wohl kein ISS-Mitglied zuvor, ließ er die Welt über Social-Media-Botschaften und Fotos teilhaben an seinem Abenteuer. Über Twitter ließen in den vergangenen Tagen etliche Fans verlauten, sie hofften auch dieses Mal wieder auf möglichst viele Eindrücke und Bilder aus dem All.

Verwendete Quellen:
  • dpa

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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