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Nach Belästigungs-Skandal: Literaturnobelpreis wird 2019 zweimal vergeben

Nach Belästigungs-Skandal  

Literaturnobelpreis wird 2019 zweimal vergeben

05.03.2019, 19:42 Uhr | dpa

Nach Belästigungs-Skandal: Literaturnobelpreis wird 2019 zweimal vergeben. Eine Medaille mit dem Konterfei von Alfred Nobel: Nach der Absage der Preisvergabe 2018 werden in diesem Jahr gleich zwei Literaturnobelpreise vergeben. (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)

Eine Medaille mit dem Konterfei von Alfred Nobel: Nach der Absage der Preisvergabe 2018 werden in diesem Jahr gleich zwei Literaturnobelpreise vergeben. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa)

Nach dem Skandal und der Absage des Literaturnobelpreises 2018 werden in diesem Jahr zwei Preise vergeben. Ist die Krise der Schwedischen Akademie damit überwunden?

Wird nun alles gut bei der skandalumwitterten Preisjury des Literaturnobelpreises? Die Schwedische Akademie wird in diesem Jahr gleich zwei Nobelpreise für Literatur vergeben. Nach der Absage im Vorjahr werde in diesem Herbst sowohl ein Preisträger für das Jahr 2018 als auch einer für das Jahr 2019 verkündet, gab die Nobelstiftung am Dienstag in Stockholm bekannt.

Nach den internen Problemen bei der für die Preisvergabe zuständigen Akademie sei man zu der Ansicht gelangt, dass die Institution mehrere wichtige Maßnahmen ergriffen habe, um das Vertrauen in sie wiederherzustellen, erklärte die Nobelstiftung. Mit diesen Reformen habe die Akademie nun die Möglichkeit, das vergangene Jahr und die damit verbundenen Probleme hinter sich zu lassen.

18 Frauen erheben schwere Vorwürfe

Die Schwedische Akademie steckt seit Ende 2017 wegen eines umfassenden Skandals in einer tiefen Krise. Die Affäre dreht sich um die mittlerweile aus dem Gremium ausgetretene Dichterin Katarina Frostenson und ihren Ehemann Jean-Claude Arnault. Ihm hatten im November 2017 insgesamt 18 Frauen sexuelle Belästigung und Übergriffe vorgeworfen.

Wegen Vergewaltigung wurde Arnault im Dezember 2018 vom Berufungsgericht in Stockholm zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Wie bereits gegen das Urteil der Vorinstanz ging er dagegen in Berufung. Die Akademie wirft Frostenson und Arnault außerdem vor, die Literaturnobelpreisträger vorab ausgeplaudert und damit gegen ihre Geheimhaltungspflicht verstoßen zu haben.

Rücktritt gefordert: Engdahl weiterhin umstritten

Wegen der Krise bei der Akademie war 2018 erstmals seit fast 70 Jahren kein Nobelpreis für Literatur vergeben worden. Damals hatte die Jury bereits angekündigt, man wolle den Preis für 2018 im kommenden Jahr zusammen mit demjenigen für 2019 bekanntgeben. Begründet wurde das damit, dass zunächst das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Akademie wiederhergestellt werden müsse, bevor ein neuer Preisträger verkündet werde. Die Nobelstiftung hatte daraufhin mehrere Änderungen bei der Akademie gefordert, damit diese die Preisvergabe wiederaufnehmen darf. Dem war die Institution, die den Literaturnobelpreis seit 1901 vergibt, weitgehend nachgekommen.

"Es werden zwei Nobelpreise, so wie wir es erhofft haben", sagte der Vorsitzende der Schwedischen Akademie, Anders Olsson, am Dienstag der Tageszeitung "Dagens Nyheter". Zugleich gab seine Institution bekannt, dass Horace Engdahl das Nobelkomitee, nicht aber die Akademie verlassen werde. Diesen Entschluss habe er aus freien Stücken gefasst, um der Zukunft des Nobelpreises und der Zusammenarbeit zwischen Akademie und Nobelstiftung in Zukunft nicht im Weg zu stehen. Engdahl galt als umstritten. Im Sommer 2018 hatten drei andere Akademiemitglieder seinen Rücktritt gefordert, vor allem weil er sich immer wieder für seinen Freund Arnault ausgesprochen und die Anschuldigungen der 18 Frauen in Frage gestellt hatte.
 

 
Der Literaturpreis wurde 2018 nicht zum ersten Mal abgesagt, zuletzt wurde er von 1940 bis 1943 wegen des Zweiten Weltkriegs überhaupt nicht vergeben. Mehrmals wurde er zwischen 1915 und 1949 zudem um ein Jahr verschoben, weil damals kein würdiger Preisträger gefunden worden war. Der US-Schriftsteller William Faulkner bekam den Preis für 1949 schließlich im Jahr 1950 zugesprochen. Dass statt Krieg oder Mangel an geeigneten Kandidaten im vergangenen Jahr ein Skandal zu der Absage geführt hatte, war jedoch ein Novum.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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