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Sachsen: Wolf im Kreis Görlitz soll erschossen werden

Als Welpe von Menschen gefüttert  

Sächsischer Problemwolf soll erschossen werden

20.01.2017, 09:34 Uhr | AFP

Sachsen: Wolf im Kreis Görlitz soll erschossen werden. Ein Wolf

Ein Wolf. Ein Wolf ist zu sehen. Foto: Patrick Pleul/Archiv (Quelle: dpa)

Die Behörden in Sachsen wollen einen sogenannten Problemwolf abschießen, der sich wiederholt auffällig verhielt. Der knapp zweijährige Wolfsrüde tauchte in den vergangenen Monaten immer wieder in Ortschaften des Landkreises Görlitz auf und suchte nach Futter, wie das sächsische Umweltministerium in Dresden mitteilte.

Ein genetischer Abgleich ergab, dass es sich um denselben Wolf handelt, der Anfang Juni 2016 von einem Grundstück das abgezogene Fell eines gerade zerlegten Wildschweins in das angrenzende Waldstück zerrte. Anhand gefundener Haare konnte die Identität des Wolfs ermittelt werden.

Das Tier stammt demnach aus einem Rudel auf polnischer Seite, dessen Territorium direkt an Sachsen grenzt. Mit Hilfe polnischer Wissenschaftler wurde auch bekannt, dass der Wolf bereits als Welpe von Menschen gefüttert worden war.

Erschießung gerechtfertigt

Wegen des auffälligen Verhaltens des Wolfs bestehe die Gefahr einer weiteren Eskalation, erklärte das Ministerium. "Die Sicherheit von Menschen hat Vorrang vor dem Artenschutz." Daher sei in diesem speziellen Fall eine "Entnahme", also die Erschießung des Wolfs gerechtfertigt.

Auch anderswo, etwa in Niedersachsen, waren schon verhaltensauffällige Wölfe aufgetaucht. In Sachsen wurde vor einigen Jahren ein Wolf eingefangen, der sich schließlich als blind entpuppte. Das Tier musste eingeschläfert werden.

Wiederkehrende Angriffe auf Schafe

Immer wieder gibt es Wolfsangriffe auf Schafe und Wildtiere, was die Diskussion um eine Bejagung der Raubtiere zuletzt befeuerte. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sprach sich jüngst für eine "beschränkte Abschussfreigabe" aus. Angesichts der wachsenden Zahl von Wölfen müsse der Bestand reguliert werden, forderte Schmidt.

Die Naturschutzorganisation WWF nannte diese Forderung "Unfug". Landwirtschaftsminister Schmidt bediene seine Klientel. "Aber er sollte die teils hysterische Debatte sachlich führen", mahnte WWF-Vorstand Christoph Heinrich in der "Passauer Neuen Presse". Im Jahr 2015 habe es etwa 200 Übergriffe gegeben, bei denen rund 700 Tiere betroffen waren.

Problemwölfe zum Abschuss freigegeben

Nutztiere müssten "einfach besser gesichert werden", forderte Heinrich. Schafe in Wolfsgebieten gehörten durch geeignete Zäune, Hunde oder ein Nachtgatter geschützt. Problematische Wölfe, die sich wiederholt dem Menschen näherten und ihre natürliche Scheu verloren hätten, könnten nach geltendem Recht bereits heute notfalls geschossen werden. Entsprechende Ausnahmen regelt auch der Wolfsmanagementplan für Sachsen.

Im Jahr 2000 gelang es einem aus Polen zugewanderten Wolfspaar in der Oberlausitz in Sachsen erstmals seit rund 150 Jahren, wieder Welpen in Deutschland aufzuziehen. Wölfe sind in Deutschland streng geschützt. Es ist verboten, einen Wolf zu fangen oder zu töten. Dennoch werden immer wieder erschossene oder sogar geköpfte Wölfe gefunden. Viele sterben auch im Straßenverkehr.

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