Sie sind hier: Home > Panorama > Tiere >

Südafrika: Paar posiert küssend neben erschossenem Löwen

Traurige Trophäe  

Paar posiert küssend neben erschossenem Löwen

15.07.2019, 18:14 Uhr | t-online.de, sth

Wie Touristen ihren Urlaub verbringen, geht eigentlich niemanden etwas an. Dennoch hat das Urlaubsfoto zweier Kanadier nun für einen Skandal im Internet gesorgt. Das Bild zeigt sie bei der Wildtierjagd in Südafrika.

Relaxen am Strand, Wandern im Wald oder Kanufahren im Fluss – so kann der perfekte Urlaub aussehen. Es gibt aber auch Touristen, die zum Spaß auf Tiere schießen. Ein Foto aus Südafrika sorgt derzeit für viel Aufregung im Internet: Es zeigt ein knutschendes Paar neben einem toten Löwen. Nun fordert eine Kampagne aus Großbritannien: Das Mitnehmen von Wildtier-Trophäen aus dem Urlaub soll verboten werden.

Sind Jagdtrophäen erlaubt? 

Ob Löwenpelz, Elfenbein von Elefanten oder eine Schlange – die Einfuhr solcher Jagdtrophäen ist in Deutschland und anderen Ländern stark reguliert. Trophäen von streng geschützten Tieren dürfen dennoch unter bestimmten Umständen importiert werden. Auch das Bundesamt für Naturschutz erteilte 2017 laut "Spiegel" 615 Einfuhrgenehmigungen für Jagdtrophäen geschützter Tiere.

Das muss ein Ende haben, fordern Tierschützer seit Jahren. Doch es gibt auch andere Meinungen. So argumentieren die Veranstalter oft, dass die Tiere extra für die Jagd gezüchtet werden. Familienfotos und Siegerposen sorgen immer wieder für Diskussionen in Internet-Foren und in sozialen Medien.

Einige Unternehmen locken Touristen mit besonderen Jagd-Angeboten. So auch der Reiseveranstalter "Legelela Safaris" in Südafrika. Der postete auch regelmäßig Fotos auf seiner Facebook-Seite – bis vor dem Wochenende. Danach berichtete die britische Tageszeitung "Daily Mirror" über eines der Bilder. 

Paar bezeichnete sich als "leidenschaftliche Naturschützer"

Das Foto zeigt ein Paar aus Kanada in der südafrikanischen Kalahari-Wüste, wie der "Daily Mirror" berichtete. Die Reisenden knieten hinter einem Löwen – und küssten sich. Der Löwe lag regungslos am Boden. Das Reiseunternehmen kommentierte das Foto so: "Harte Arbeit in der heißen Kalahari-Sonne... gut gemacht."

Der Mann auf dem Foto wollte sich gegenüber "Daily Mirror" nicht weiter äußern. Die Debatte sei zu politisch. Das Paar selbst habe sich aber als "leidenschaftliche Naturschützer" bezeichnet.


Der "Daily Mirror" startete daraufhin eine Kampagne gegen Trophäenjagd: Der Import von "zum Spaß erschossenen Tieren" sollte verboten werden. Konsequenzen hatte diese Kampagne bisher nur für das Reiseunternehmen: Seine Facebook-Seite war vorübergehend nicht mehr erreichbar. Die Preisliste war allerdings weiterhin im Internet zu finden. Wie viel es kostet einen Löwen zu erschießen, ist dort nicht angegeben. Eine Giraffe zu erlegen, kostet aber rund 3000 US-Dollar.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal