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Ukraine-Krieg: Russischer Überläufer Maxim Kusminow tot in Spanien gefunden


Pilot desertierte mitsamt Helikopter
Russischer Überläufer tot in Spanien aufgefunden


19.02.2024Lesedauer: 3 Min.
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Kapitän Maksim Kusminow, Pilot des russischen Militärhubschraubers Mi-8 (Archivbild), wurde in Spanien erschossen.Vergrößern des Bildes
Maxim Kusminow (Archivbild): Der Pilot des russischen Militärhubschraubers Mi-8 ergab sich Anfang August 2023 den ukrainischen Behörden. (Quelle: NurPhoto)

Es war ein großer Coup für die Ukraine: Mitsamt einem Militärhubschrauber lief ein russischer Pilot im vergangenen Jahr über. Nun wurde er tot in Spanien aufgefunden.

Ein ehemaliger Pilot der russischen Luftwaffe, der im vergangenen Jahr zur Ukraine übergelaufen war, ist in Spanien tot aufgefunden worden. Das berichtet das ukrainische Nachrichtenportal "Kyiv Post". Der ukrainische Militärgeheimdienst GUR bestätigte der Zeitung den Tod des Mannes. Zuvor hatten russische Staatsmedien über den Fall berichtet.

Bei dem Toten handelt es sich um Maxim Kusminow. Der Ex-Pilot war im August 2023 mitsamt einem russischen Militärhubschrauber zu den ukrainischen Streitkräften übergelaufen.

Spanischen Medienberichten zufolge wurde die Leiche Kusminows bereits am vergangenen Dienstag in der Stadt Villajoyosa an der Costa Blanca aufgefunden. Die Leiche hat demnach fünf Schusstreffer an Kopf und Brust aufgewiesen. Sie befand sich wohl in der Tiefgarage eines Wohnhauses.

Ermittler finden ausgebrannte Autos

Laut der ukrainischen Zeitung "Ukrainska Pravda" fanden Ermittler nahe dem Wohnhaus von Kusminow ein ausgebranntes Auto, das möglicherweise von den Mördern des Russen verwendet worden war. Dem spanischen Portal "El Diario" zufolge fand die Polizei zudem in dem Ort El Campello – etwa 19 Kilometer außerhalb von Villajoyosa – ein ebenfalls ausgebranntes Auto, das von Nachbarn als das Fahrzeug identifiziert wurde, das vom Tatort weggefahren sein soll.

Zunächst waren Ermittler laut den Berichten davon ausgegangen, dass es sich bei dem Mann um einen Ukrainer handle und die Tat womöglich aus Rache verübt worden sei. An diesem Montag bestätigte dann "Kyiv Post" unter Berufung auf den ukrainischen Militärgeheimdienst die Identität des russischen Ex-Piloten. Die spanische Guardia Civil hat die Ermittlungen in dem Fall übernommen.

Kusminow desertierte bei "Operation Meise"

"Er hat entschieden, nach Spanien zu ziehen, anstatt hier (in der Ukraine, Anm. d. Red) zu bleiben", zitiert "Ukrainska Pravda" eine nicht namentlich genannte Quelle des ukrainischen Militärgeheimdienstes. "Soweit wir wissen, lud er seine Ex-Freundin zu sich nach Hause ein und wurde später erschossen aufgefunden", heißt es dort weiter.

Der damals 28-jährige Kusminow erregte im Spätsommer 2023 mit seiner Desertion Aufsehen. In der vom ukrainischen Militärgeheimdienst durchgeführten "Operation Meise" brachte er einen russischen Militärhubschrauber vom Typ Mi-8 in die Ukraine. Mehr dazu lesen Sie hier. Kusminows Familie sei bereits zuvor vom ukrainischen Geheimdienst aus Russland herausgeholt worden, erklärte damals Geheimdienstchef Kyrylo Budanow.

Der ehemalige Pilot der russischen Luftwaffe nannte damals seine Ablehnung des Angriffskriegs gegen die Ukraine als Motiv für seine Fahnenflucht. Kusminow hat dafür eine finanzielle Belohnung sowie Sicherheitsgarantien und eine neue Identität erhalten.

Pilot zu Russlands Angriffskrieg: "Genozid am ukrainischen Volk"

"Die Wahrheit liegt genau hier", begründete er später in einer in der Ukraine ausgestrahlten Dokumentation seine Desertation. "Es gibt hier keine Faschisten oder Nazis." Zudem nannte er den Krieg einen "Genozid am ukrainischen Volk". Er wolle nicht "Komplize der russischen Verbrechen" sein. "Die Ukraine wird gewinnen – es ist nur eine Frage der Zeit", erklärte er weiter. Mehr dazu lesen Sie hier.

Die "Operation Meise" war die erste erfolgreich durchgeführte Mission des ukrainischen Geheimdienstes, bei der ein russisches Militärfluggerät erbeutet wurde und der Pilot überlief. Seit Beginn der russischen Invasion sind bereits mehrfach Soldaten desertiert und haben sich der Ukraine ergeben. Die Ukraine hat eigens dafür eine Hotline geschaltet, über die sich russische Soldaten telefonisch melden können. Mehr als 10.000 Soldaten sollen das Angebot bereits angenommen haben. Genaue Zahlen sind jedoch nicht bekannt. Mehr dazu lesen Sie hier.

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