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Wie hoch ist die Gefahr einer Coronavirus-Ausbreitung?

Von dpa
26.02.2020Lesedauer: 5 Min.
Das Ortsschild von Langbroich, einem Ortsteil der Gemeinde Gangelt, ist am Rand des Ortes zu sehen.
Das Ortsschild von Langbroich, einem Ortsteil der Gemeinde Gangelt, ist am Rand des Ortes zu sehen. Aus diesem Ort kommt der erste bestÀtigte Coronavirus-Fall in Nordrhein-Westfalen. (Quelle: Henning Kaiser/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Nach dem Bekanntwerden von neuen Infektions-Nachweisen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 ist die Hoffnung geschwunden, die Lungenerkrankung aus Deutschland fern zu halten. Was wird getan, um die Ausbreitung einzugrenzen und was ist ĂŒber das Virus und die Erkrankung bekannt?

Wie hoch ist die Gefahr einer weiteren Ausbreitung in Deutschland?

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) mĂŒsse mit einem weiteren Import von FĂ€llen nach Deutschland gerechnet werden. Auch weitere Übertragungen von Sars-CoV-2, Infektionsketten und AusbrĂŒche im Land seien möglich. Lokale Infektionen könnten dabei zunĂ€chst unerkannt bleiben, sagte der VizeprĂ€sident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lars Schaade, am Mittwoch im RBB. Es sei "durchaus möglich, dass wir nicht alle diese AusbrĂŒche sofort erkennen". Man mĂŒsse damit rechnen, dass es dadurch zu einer weiteren Ausbreitung komme. Die Gefahr fĂŒr die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland schĂ€tzen die Experten aktuell als gering bis mĂ€ĂŸig ein.

Was wĂŒrde ein grĂ¶ĂŸerer Ausbruch in Deutschland fĂŒr das Gesundheitssystem bedeuten?

Eine Infektionswelle hierzulande könnte unter anderem volle Wartebereiche und Arztpraxen, belegte Intensivbetten und vollkommen ĂŒberlastete GesundheitsĂ€mter bedeuten, hatte der Berliner Virologe Christian Drosten kĂŒrzlich erklĂ€rt. Als problematisch sehen Experten, dass derzeit auch die jĂ€hrliche Grippewelle durch Deutschland rollt - und das Gesundheitssystem bereits stark beansprucht. Aus diesem Grund sei es das Ziel, die Ausbreitung des Coronavirus möglichst hinauszuzögern, wie das Robert Koch-Institut (RKI) kĂŒrzlich erklĂ€rte. "Wir mĂŒssen mit angemessenem Aufwand versuchen, die Ausbreitung zu verlangsamen, um einen intensiven Belastungspuls auf das Gesundheitssystem abzumildern", sagte Drosten. "Die Zahl der Infektionen sollte ĂŒber eine möglichst lange Zeit ausgedehnt werden."

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Wie ansteckend ist das neue Coronavirus?

Ein Wert, wie viele andere Menschen ein Infizierter im Mittel ansteckt, lĂ€sst sich noch immer nicht gesichert angeben. Das Virus verbreitet sich durch Tröpfcheninfektion etwa beim Husten und Sprechen. Erste Ergebnisse weisen darauf hin, dass das Virus auch ĂŒber das Verdauungssystem und zumindest einige Tage ĂŒber OberflĂ€chen verbreitet werden kann. Ein bisher unterschĂ€tztes Risiko sei womöglich, dass in Stuhlproben von Patienten in der Initialphase einer Covid-19-Erkrankung "durchaus relevante Mengen" von Sars-CoV-2 nachweisbar seien, hatte etwa Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektiologie und Tropenmedizin an der MĂŒnchen Klinik Schwabing, erklĂ€rt.

Wie gefÀhrlich ist das Virus?

Das ist noch immer eine schwierige Frage. FĂŒr eine abschließende Beurteilung der Schwere der neuen Atemwegserkrankung liegen gegenwĂ€rtig nicht genĂŒgend Daten vor, sagt etwas das RKI. Nach einer kĂŒrzlich von Chinas Gesundheitsbehörde vorgestellten Analyse sterben im Land 2,3 Prozent der mit Sars-CoV-2 Infizierten. Betroffen sind demnach vor allem alte Menschen und solche mit schweren Vorerkrankungen wie Herzkreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Bei Menschen ĂŒber 80 Jahren liegt die aus den dort vorliegenden Daten errechnete Todesrate bei knapp 15 Prozent, es sterben also in dieser Altersgruppe in China im Mittel etwa 15 von 100 Infizierten. In der Gruppe der 10 bis 39 Jahre alten Menschen sterben 0,2 Prozent der Infizierten, also etwa 2 von 1000 Betroffenen.

Experten gehen davon aus, dass die Sterblichkeit eigentlich geringer ist als in China errechnet, unter anderem weil in der chinesischen Statistik viele mild verlaufende Infektionen gar nicht erfasst werden. Gesicherte Analysen zur Sterblichkeit aus anderen LĂ€ndern gibt es bisher aber nicht.

Welche Symptome verursacht das neue Coronavirus?

Die meisten Menschen haben nur eine leichte ErkÀltungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine Symptome. Hinzukommen können Fieber, Husten und Atemprobleme, wie sie auch bei einer Grippe auftreten. Auch Kopfschmerzen oder Durchfall sind möglich.

Nach Angaben der chinesischen Gesundheitsbehörde komme es bei mehr als 80 Prozent der Infizierten zu milden InfektionsverlĂ€ufen, knapp 14 Prozent erkranken schwer. Bei knapp fĂŒnf Prozent komme es zu lebensbedrohlichen Auswirkungen wie Atemstillstand, septischem Schock oder Multiorganversagen.

Die Inkubationszeit - der Zeitraum zwischen Infektion und Beginn von Symptomen - betrĂ€gt nach derzeitigem Stand meist 2 bis 14 Tage. Das ist der Grund dafĂŒr, dass VerdachtsfĂ€lle zwei Wochen isoliert werden.

Wie lÀsst sich die neue Lungenkrankheit behandeln?

Eine spezielle Therapie fĂŒr die Erkrankung Covid-19 gibt es nicht. Schwer erkrankte Patienten werden symptomatisch behandelt: mit fiebersenkenden Mitteln, der Therapie etwaiger bakterieller Zusatzinfektionen und mitunter mechanischer Beatmung. In EinzelfĂ€llen werden auch antivirale Medikamente getestet.

Gibt es eine schĂŒtzende Impfung?

Nein. Etliche Labors weltweit forschen derzeit an Impfstoffen wie es sie auch fĂŒr die Grippe gibt. Die Entwicklung einer Schutzimpfung nimmt aber viel Zeit in Anspruch. WHO-Chefwissenschaftlerin Soumya Swaminathan glaubt, dass erste Impfstoff-Tests an Menschen in drei bis vier Monaten beginnen könnten. Ein zertifizierter Impfstoff fĂŒr weitreichenden Einsatz stehe aber wohl erst in 18 Monaten zur VerfĂŒgung.

Das US-Biotechunternehmen Moderna hatte am Montag berichtet, einen Impfstoff-Kandidaten entwickelt und an das US-National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) geliefert zu haben. Dessen Direktor Anthony Fauci kĂŒndigte laut CNN erste klinische Studien fĂŒr Ende April an. Auch er rechnete demnach damit, dass es ein bis anderthalb Jahre dauere, bevor ein Impfstoff verfĂŒgbar ist.

Wie kann ich mich sonst vor einer Ansteckung schĂŒtzen?

Zum Schutz vor diesem wie auch anderen Viren empfehlen Experten gewöhnliche Hygienemaßnahmen: regelmĂ€ĂŸiges HĂ€ndewaschen, Desinfektionsmittel und Abstand zu Erkrankten. Den Nutzen von normalen Atemmasken - wie derzeit in China und anderen LĂ€ndern ĂŒberall auf den Straßen zu sehen - schĂ€tzen Experten als eher gering ein. Helfen kann es, Umarmungen und HĂ€ndeschĂŒtteln einzuschrĂ€nken und von vielen Menschen berĂŒhrte OberflĂ€chen wie TĂŒrklinken, Haltegriffe und Aufzugknöpfe nicht anzufassen.

Kann ich mich anstecken, wenn ich ein Paket aus China oder anderen Risikogebieten bekomme?

GrundsĂ€tzlich sei unklar, wie lange das Virus auf OberflĂ€chen ĂŒberlebt, sagt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Studien legten nahe, dass es einige Stunden oder Tage seien - abhĂ€ngig von Bedingungen wie OberflĂ€che, Temperatur oder Feuchtigkeit. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Infizierter Waren mit dem Virus verunreinigt, stuft die Behörde als gering ein. Auch das Risiko, dass sich ein EmpfĂ€nger ĂŒber ein Paket ansteckt, das auf dem Transport unterschiedlichen Bedingungen und Temperaturen ausgesetzt ist, sei gering.

Importierte Lebensmittel und Waren wie Spielzeug, Computer oder Kleidung seien als Infektionsquellen ebenfalls unwahrscheinlich, sagt das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung. Experten betonen, wie wichtig es ist, allgemeine Hygieneregeln zu beachten, also etwa sich regelmĂ€ĂŸig die HĂ€nde zu waschen.

Was tue ich, wenn ich fĂŒrchte, mich angesteckt zu haben?

Wer Kontakt zu einem Infizierten hatte, sollte sich laut RKI zunÀchst bei seinem Gesundheitsamt melden, unabhÀngig davon, ob Symptome aufgetreten sind oder nicht. Reisende aus Risikogebieten, die Symptome haben, sollen nach telefonischer Voranmeldung mit Hinweis auf die Reise einen Arzt aufsuchen.

Was darf der Staat im Ernstfall?

Das Wesentliche regelt das bundesweit gĂŒltige Infektionsschutzgesetz (IfSG). Ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums fasst zusammen: "Wenn es erforderlich ist, können auch wichtige Grundrechte wie Freiheit der Person, Versammlungsfreiheit oder Unverletzlichkeit der Wohnung sowie das Recht auf körperliche Unversehrtheit eingeschrĂ€nkt werden." Behörden dĂŒrfen laut dem Bayreuther Staatsrechtler Stephan Rixen Blutentnahmen und Abstriche von Haut und SchleimhĂ€uten verlangen. Auch "KrankheitsverdĂ€chtigen" und "AnsteckungsverdĂ€chtigen" - wie das Gesetz es ausdrĂŒckt - könne ein Berufsverbot auferlegt werden. Zum Schutz anderer könnten Menschen auch "in einem geeigneten Krankenhaus oder in sonst geeigneter Weise abgesondert werden", heißt es im Gesetz.

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