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Unwetterwarnung in Köln – Feiernde sollen öffentliche Bereiche verlassen


Unwetterwarnung in Köln – Feiernde sollen öffentliche Bereiche verlassen

Von dpa, cco, mec

Aktualisiert am 24.02.2022Lesedauer: 7 Min.
Jetzt auch noch eine Unwetterwarnung: Die Stadt Köln fordert am frühen Abend alle Karnevalfeierenden auf, die öffentlichen Bereiche zu verlassen.Vergrößern des BildesJetzt auch noch eine Unwetterwarnung: Die Stadt Köln fordert am frühen Abend alle Karnevalfeierenden auf, die öffentlichen Bereiche zu verlassen. (Quelle: Dominik Sommerfeld)
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Das war er, der Auftakt zum Kölner Straßenkarneval an Weiberfastnacht – mit t-online vor Ort. Lesen Sie im Blog, wie die Kölner zwischen Pandemie, Krieg und zuletzt einer Unwetterwarnung gefeiert haben.

Krieg überschattet Karneval

In der Nacht sind die schlimmsten Befürchtungen wahr geworden: Russland hat die Ukraine angegriffen, es ist Krieg in Europa. Kann man Karneval feiern, wenn Krieg ist? Der Straßenkarneval ist in vollem Gange, der Rosenmontagszug ist derweil offiziell abgesagt.

17.31 Uhr: Erste Bilanz der Stadt

Die Stadt Köln hat eine erste Bilanz zu Weiberfastnacht gezogen. Wolfgang Büscher, Leiter des Ordnungsamtes, sagte, die Menschenmenge im Zülpicher Viertel sei mit 15.000 Menschen auf dem Level wie vor Corona gewesen. In den Kneipen sei es bei Weitem nicht so voll. "In Köln feiern die Karnevalisten auf der Straße."

Es sei heute ähnlich voll im Zülpicher Viertel gewesen wie am 11.11., die Kontrollen seien aber ein Stück weit verschärft worden. "Man lernt ja aus solchen Veranstaltungen", sagt Büscher. Man habe nur sehr wenige Menschen abweisen müssen. "Das zeigt, dass unser Appell an die Feiernden auch entsprechend angekommen ist."

Die Menschen, die in der Alt- und Südstadt gefeiert hatten, habe man, salopp gesagt, an einer Hand abzählen können.

17.04 Uhr: Unwetterwarnung: Feiernde sollen öffentliche Bereiche verlassen

Nachdem der Deutsche Wetterdienst am Mittag vor Sturmböen ab 15 Uhr gewarnt hatte, fordert die Stadt Köln jetzt alle Feiernden auf, die öffentlichen Bereiche zu verlassen. "Aktuell drohen Gewitter mit Orkanböen von bis zu 100 Stundenkilometern", schreibt die Stadt.

15.44 Uhr: Karneval in Zeiten eines Kriegs

Und plötzlich ist der Kölner Karneval viel politischer, als es jemals hätte geplant sein können. Bei einer deutsch-ukrainischen Solidaritätsdemo kamen am Nachmittag Hunderte zusammen, Verkleidete und Unverkleidete.

Sie alle wollten ein Zeichen setzen, dafür, dass sie gegen den Feldzug von Wladimir Putin sind, dafür, dass sie an der Seite der Ukrainer stehen.

So auch Manuela Pilartz und Doris Dahl. Das Ehepaar ist im Kostüm auf der Demo am Neumarkt, eigentlich wollten sie nach zwei Jahren Pandemie Karneval feiern. "Als wir heute Morgen dann von der Situation in der Ukraine erfahren haben, haben wir uns dann entschlossen, hierhin zu gehen und Solidarität zu zeigen"; sagt Pilartz.

Die Absage des Rosenmontagszuges begrüßen sie beide. Eine bittere Entscheidung sei das, dass sie trotzdem gefallen ist, dafür gebühre dem Festkomitee Hochachtung, sagt Pilartz. Sie sagt auch: "Ich kann alle verstehen, die sich nach zwei Jahren Abstinenz trotzdem entscheiden zu feiern. Ich verurteile da niemanden. Uns war es heute Morgen nicht mehr nach Feiern."

14.45 Uhr: Reker bei Demo am Neumarkt

Der deutsch-ukrainische Verein Blau-Gelbes Kreuz hatte heute um 14 Uhr zu einer Demo am Neumarkt aufgerufen. Spontan mit dabei war auch Kölns OB Henriette Reker (parteilos).

Der Neumarkt war mit einer gewaltigen Ukraine-Flagge umspannt, die Menschen riefen im Chor: "Solidarität mit der Ukraine".

14.14 Uhr: Rosenmontagszug im Rhein-Energie-Stadion abgesagt

Wegen des Kriegs in der Ukraine hat das Festkomitee Kölner Karneval das für Montag geplante Rosenmontagsfest mit einem Umzug im Rheinenergiestadion abgesagt. Stattdessen werde man eine Friedensdemonstration mit Persiflagewagen auf Plätzen in der Kölner Innenstadt organisieren, sagte am Donnerstag ein Sprecher des Festkomitees der Deutschen Presse-Agentur.

14.02 Uhr: Schicke Kostüme, bedrückende Gedanken zur Ukraine

Melina (28) ist aus Königswinter angereist, sie hat sieben Jahre in Köln gewohnt: "Im Vergleich zu vor Corona ist das, was hier los ist, ein Witz. Einerseits ist das gut, auf der anderen Seite ein bisschen komisch."

Zum Thema Ukraine sagt sie: "Das drückt schon die Stimmung. Wir feiern hier in Köln Karneval und ein paar tausend Kilometer weiter müssen die Leute ihre Häuser verlassen, weil Krieg ist."

Alle drei Frauen waren auch am 11.11. im Zülpicher Viertel unterwegs, haben also einen direkten Vergleich. "Es ist weniger los und die Kontrollen sind schärfer", sagt Melina. "Letztes Jahr konnte man nur kurz das Handy hinhalten und durchlaufen. Dieses Jahr scannen sie die Codes auch, und man bekommt einen Stempel."

Ihre Mitstreiterin Maike sagt, der 11.11. habe sich karnevalstechnisch fast normal angefühlt. "Die Situation heute ist dagegen ernüchternd."

Josha (23) sieht das ein bisschen anders – er empfindet die Kontrollen im Vergleich zum 11.11. lascher. "Ich hatte das Gefühl, dass es letztes Jahr besser organisiert war", sagt er. Im Vergleich zum 11.11. sei heute auch weniger los. Zum Thema Ukraine sagt er: "Unterbewusst trübt das bestimmt die Feierlaune."

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Angesichts einer recht leeren Kölner Altstadt sagt Josha zu seinen weiteren Plänen für Weiberfastnacht: "Mal schauen, was der Tag noch bringt."

13.32 Uhr: Die Höhner und Die Räuber sagen Karnevalsauftritte ab

Die Kölner Stimmungsband Höhner hat wegen Corona-Infektionen von zwei Musikern alle Karnevalsauftritte abgesagt. Bei Schlagzeuger Heiko Braun und Saxofonist Jens Streifling hatten demnach PCR-Tests positive Ergebnisse geliefert, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Es gehe ihnen aber gut. Insgesamt seien bis Sonntag sechs Auftritte geplant gewesen, unter anderem hätten die Höhner an Weiberfastnacht auf dem Alten Markt spielen sollen.

Bereits im November musste die Band wegen Corona-Fällen Konzerte absagen. Damals hatte sich unter anderem Sänger Henning Krautmacher mit dem Virus infiziert.

Auch die Band Die Räuber musste kurzfristig ihre Karnevalsauftritte absagen: "Leider müssen wir euch heute mitteilen, dass wir krankheitsbedingt alle weiteren Auftritte bis einschließlich Rosenmontag absagen müssen. Wir sind unendlich traurig, haben alles versucht! Wir sehen uns dann im Frühling zu den Konzerten wieder und feiern zusammen als gäbe es keinen Morgen mehr!!!", teilte die Band via Facebook mit.

13.22 Uhr: Warnung vor Sturmböen am Nachmittag

Gerade zeigt sich das Wetter in Köln von einer recht freundlichen Seite, zwischen 15 und 19 Uhr hat der Deutsche Wetterdienst für das Stadtgebiet Köln aber eine amtliche Warnung vor Sturmböen herausgegeben.

12.46 Uhr: Volle Zülpicher Straße

Es sind beinahe die gleichen Bilder wie am 11.11.: Die Zülpicher Straße ist voll. Menschen, viele Jugendliche, feiern dicht an dicht gedrängt.

Der Zugang zur Zülpicher Straße wird an einer Stelle außen kontrolliert, dort muss der Impfnachweis gezeigt werden, um einen Stempel zu bekommen. Auch innerhalb des Viertels gibt es Kontrollen: Hier muss der Stempel gezeigt und geprüft werden, ob Glasflaschen mitgeführt werden.

Für viele, die ankommen, heißt es inzwischen aber schon: Kein Zugang mehr zur Zülpicher Straße.

Und wer drinnen feiern möchte, muss sich ausweisen können: So sehen es die Regeln der Brauchtumszone im gesamten Kölner Stadtgebiet vor.

12.07 Uhr: Stadt sperrt erste Zugänge zur Zülpicher Straße

"Die Zülpicher Straße hat sich im Lauf der letzten Stunde gut gefüllt", teilte die Stadt Köln soeben mit. Deshalb hat die Stadt nun erste Zugänge ins Zülpicher Viertel geschlossen und gleichzeitig erste Entlastungsflächen auf den Uni-Wiesen geöffnet, wohin die Feiernden, die ins Zülpicher Viertel wollen, jetzt umgeleitet werden, heißt es weiter.

Unterdessen ist in der Innenstadt selbst, zum Beispiel auf der Hohen Straße, der Andrang überschaubar.

11.38 Uhr: Was ist Schunkeln, was ist Tanzen?

Vor der Kneipe "Kunst Kaschämm" am Alter Markt, also dort, wie soeben der Straßenkarneval eingeläutet wurde, werden Impfnachweise und Tests geprüft. Drinnen ist es voll, aber man wolle nicht komplett voll machen, heißt es vom Chef der Kneipe. Ab wann Schunkeln (erlaubt) als Tanzen gilt (nicht erlaubt), muss dann wohl im Praxisfall noch entschieden werden.

Eine Wirtin in der Köln Altstadt, die ihren Namen an dieser Stelle nicht lesen möchte, sagt: "Uns fehlen hier 80 Prozent im Vergleich zu den Vor-Corona-Jahren".

11.11 Uhr: Jetzt wird Straßenkarneval gefeiert

Der jeckeste Zeitpunkt unter den jecken Zeiten. Auf dem Alten Markt wird der Straßenkarneval eingeläutet. Auf den Tribünen ist zwar gute Stimmung, aber trotzdem ist der Eindruck ein wenig trostlos – natürlich den Pandemie-Bedingungen geschuldet.

Die Tribünenzelte sind weit von der Bühne entfernt, der halbe Platz ist frei: Es ist ein ungewohnter Anblick für jeden, der weiß, wie der Alte Markt eigentlich an Weiberfastnacht aussieht. Aber es geht eben gerade nicht anders. Und es wird das Beste draus gemacht.

Zwar regnet es immer mal wieder ein bisschen, jedoch außergewöhnlich mild für Karnevalsverhältnisse. Kaum tritt das Dreigestirn auf die Bühne, kommt ein wenig die Sonne raus.

10.53 Uhr: Radio Köln spielt keine Karnevalsmusik

Der Sender "Radio Köln" spielt trotz Weiberfastnacht heute keine Karnevalsmusik. Das teilte der Sender via Twitter mit. "Es ist für uns undenkbar, über einen Krieg in Europa zu berichten – eingebettet in Karnevalsmusik", heißt es.

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10.47 Uhr: Reker: "Kann Karneval nicht absagen"

OB Henriette Reker (parteilos) hat sich nochmals zu den Beweggründen geäußert, Karneval stattfinden zu lassen. Im vergangenen Jahr habe man das Fest aufgrund gesetzlicher Regelungen absagen können. Das sei dieses Jahr nicht möglich gewesen.

"Wir können den Karneval nur steuern", sagt sie. "Ich bin im vollen Bewusstsein darüber, dass es Bilder geben wird, die Kopfschmerzen verursachen." Dennoch: Wer die Regeln nicht berücksichtige, müsse massiv dafür bezahlen, dass er oder sie die Gesellschaft gefährde.

10.41 Uhr: Gedrückte Stimmung beim offiziellen Auftakt

Wochenlang hatte man bei der Stadt Köln auf ein Sicherheitskonzept hingearbeitet, das ein sicheres Feiern auch während der Pandemie ermöglichen sollte. Es sollte ein ausgelassenes Fest mit Regeln werden, kein Feiern "außer Rand und Band", wie Reker vorher betont hatte. Und dann kam der Krieg.

Prinz Sven sagt: "Heute wurden wir von der Realität eingeholt." Der Prinz ist sichtlich geknickt.

10.25 Uhr: Dreigestirn wird empfangen und legt Schweigeminute ein

Die Innenstadt ist bis auf ein paar kleine Gruppen noch recht leer. Am Alten Rathaus wird das Dreigestirn empfangen, Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) ist auch dabei – ohne Kostüm, nur mit Orden und Anstecker. Auch hier überschattet der Krieg alles.

„Mir ist wirklich nicht zum Feiern zumute, aber weder ich noch das Festkomitee wollen den Karneval absagen. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er oder sie feiern möchte,“ sagt Reker. Der Brauchtum gebe Halt, Karneval sei kein Event, sondern ein Lebensgefühl.

Die Musikeinlage beim Dreigestirn-Empfang ist dennoch abgesagt. Reker drückt ihr Mitgefühl aus und sagt: „In Köln sind Menschen, die vom Krieg vertrieben wurden, jederzeit willkommen.“ Dann legt das Dreigestirn eine Schweigeminute ein. Die Stimmung ist gedrückt.

9.57 Uhr: Festkomitee Kölner Karneval: "Absage wäre falsches Signal"

In Köln waren am Morgen jedenfalls erste Kostümierte unterwegs oder standen an Corona-Teststationen an. Das Festkomitee Kölner Karneval teilte mit: "Heute beginnt der Straßenkarneval, das bedeutet für die Jecken in Köln hauptsächlich individuell feiern, draußen oder in der Kneipe. Nach zwei Jahren Pandemie ist die Sehnsucht danach sehr groß – und das Absagen mit so kurzem Vorlauf rein organisatorisch auch gar nicht möglich. Es wäre aus unserer Sicht auch das falsche Signal."

Sicherlich gehe das Geschehen in der Ukraine nicht spurlos an den Karnevalisten vorüber. Die Gedanken vieler Jecken seien an diesem Morgen bei den Menschen in der Ukraine, die mit Angst auf die nächsten Tage blickten.

"Wir haben gerade auch in der jüngeren Vergangenheit gelernt, dass der Karneval in Krisenzeiten eine wichtige Funktion für die Menschen hat. Sich die Grenzen des Frohsinns vom einem Despoten diktieren zu lassen, entspricht nicht dem Gedanken des Fastelovends, in dem Freiheit und Gleichheit an oberster Stelle steht."

Auch eine Sprecherin der Stadt Köln teilte mit, der Empfang des Dreigestirns im Rathaus finde wie geplant statt.

9.34 Uhr Es geht los: Der Auftakt zum Straßenkarneval

Köln ist Brauchtumszone. Das heißt: Alle, die geboostert oder zweifach geimpft und tagesaktuell getestet sind, dürfen auf dem Kölner Stadtgebiet Karneval feiern. Drinnen in Kneipen braucht jeder einen Test, auch Geboosterte. Es werden Zehntausende Feierende erwartet, die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort.

Verwendete Quellen
  • Reporterin vor Ort
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
  • Pressemitteilungen der Stadt Köln
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