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München: Schwimmerin Yusra Mardini zu Gast auf der Ispo 2023


Das verbindet Yusra Mardini mit München


29.11.2023Lesedauer: 3 Min.
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Yusra Mardini im Jahr 2021 (Archivbild): Die Schwimmerin kam 2015 als Flüchtling nach Deutschland. (Quelle: Tilo Wiedensohler via www.imago-images.de/imago)

Die Schwimmerin Yusra Mardini eröffnete den zweiten Tag der Sportmesse in München. Doch das ist nicht das Einzige, was sie mit der Stadt verbindet.

Yusra Mardini war 17 Jahre alt, als sie sich auf die wohl schwerste Reise ihres Lebens aufmachte: In einem Schlauchboot verließ sie ihr Heimatland Syrien, gemeinsam mit ihrer Schwester Sara und weiteren 18 Personen. 25 Tage war Mardini auf der Flucht und durchquerte dabei insgesamt sieben Länder.

Bei der Überfahrt über die Ägäis von der Türkei nach Griechenland drohte das überfüllte Flüchtlingsboot zu kentern. Es war Mardinis größte Leidenschaft, die ihr schließlich das Leben rettete – und nicht nur ihres: Gemeinsam mit ihrer Schwester und zwei Männern schwamm die Syrerin über drei Stunden im Wasser und rettete das Boot und knapp 20 Menschen vor dem Untergehen.

Netflix-Verfilmung mit Matthias Schweighöfer

Mardinis Geschichte machte in Deutschland Schlagzeilen. Im vergangenen Jahr verfilmte außerdem der Streamingdienst Netflix die Geschichte der Schwimmer-Schwestern mit Matthias Schweighöfer in einer Nebenrolle.

Am Mittwoch war die Schwimmerin zu Gast bei der Ispo 2023 in München und eröffnete den zweiten Messetag. Die 25-Jährige zeigt sich aufgeschlossen, stellt sich gerne den Fragen von Fans und Journalisten. Das Publikum antwortet mit tobendem Applaus und Standing Ovations. Doch die Sportmesse ist nicht das Einzige, was Mardini mit der bayerischen Landeshauptstadt verbindet.

In München betrat Mardini zum ersten Mal deutschen Boden

Die Reise nach München dürfte für sie vielmehr eine Art Rückkehr sein, denn es war dort, wo die Schwimmerin das erste Mal deutschen Boden betrat. Damals noch als Flüchtling und eingeschüchtert, wie Mardini auf der Ispo erzählt. "Ich wollte noch nicht einmal Deutsch lernen". Auf dem Weg von Österreich nach Berlin sollte Mardini in München den Bus in Richtung Hauptstadt nehmen.

Immer dabei sei Schwester Sara. In Syrien, im Schlauchboot, in Berlin, aber auch am Mittwoch in München. Sie lauscht dem Vortrag ihrer Schwester aus der ersten Reihe. Sie selbst engagiert sich heute für die Rechte von Flüchtlingen. Für viele Auszeichnungen wurden die beiden Schwestern gemeinsam nominiert. "Mit wem steht man lieber auf solchen Listen als mit seinen Geschwistern?", sagt Mardini im Vortrag.

Ein Traum für Mardini: zweifache Olympionikin

Doch Schwester Sara ist nicht die Einzige, die nach München gereist ist, um Mardini zu unterstützen: In der dritten Reihe sitzt auch ihr ehemaliger Trainer Sven Spannekrebs. Sein Verein, die Wasserfreunde Spandau 04, wurde kurz nach ihrer Ankunft auf die Schwimmerin aufmerksam. Jahrelang trainierte Spannekrebs die Schwimmerin. "Wenn man von Anfang an dabei ist und sieht, wie alles losgeht, ist es sehr emotional", sagt Spannekrebs am Rande der Bühne auf der Ispo.

2016 ging für Mardini schließlich ein Traum in Erfüllung: Die Schwimmerin wurde Teil des ersten Refugee-Teams bei den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro. Und ihr Traum erfüllte sich gleich zweimal: 2021 schwamm Mardini noch einmal bei Olympia, diesmal in Tokio.

Film oder Journalismus

Sportlich ist es seitdem ruhiger um Yusra Mardini geworden. Derzeit studiert die 25-Jährige Film- und TV-Produktion in Los Angeles. Eines Tages könnte sie sich vorstellen, in den Journalismus zu wechseln, erzählt sie auf der Bühne. Neben ihrem Studium startete Mardini ein Projekt, von dem sie nie geglaubt hätte, es umsetzen zu können: Sie gründete ihre eigene Stiftung, die Yusra Mardini Foundation.

Eines der vielen Ziele: Schwimmtrainings in Flüchtlingslager bringen. "Eine Idee wäre, einen mobilen Pool zu organisieren", sagt Mardini. Dieser könnte auf- und abgebaut werden und für Trainings in verschiedene Lager gebracht werden.

Weiter zur Klimakonferenz nach Dubai

Zunächst gehe es jedoch weiter nach Berlin, wo einige politische Termine auf Mardini warten, so der ehemalige Trainer Spannekrebs. Am Montag reise Mardini weiter in die Vereinigten Arabischen Emirate zum Global Citizen Forum und zur 28. UN-Klimakonferenz in Dubai.

Verwendete Quellen
  • Eigene Recherchen
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