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München/Planegg: Gymnasium sagt Schülerimpfungen nach Beschwerden ab

Nach heftiger Kritik  

Gymnasium Planegg sagt Schülerimpfaktion ab

19.05.2021, 09:39 Uhr | dpa

München/Planegg: Gymnasium sagt Schülerimpfungen nach Beschwerden ab. Eine Kinderärztin zieht eine Spritze mit dem Biontech-Impfstoff auf (Symbolbild): In Planegg bei München ist eine Impfaktion für Schüler nach heftigen Diskussionen abgesagt worden. (Quelle: imago images/localpic)

Eine Kinderärztin zieht eine Spritze mit dem Biontech-Impfstoff auf (Symbolbild): In Planegg bei München ist eine Impfaktion für Schüler nach heftigen Diskussionen abgesagt worden. (Quelle: localpic/imago images)

Eine Schule bei München war mit einer Impfaktion für Schüler nach vorn geprescht – und stieß auf heftige Kritik. Die verantwortliche Arztpraxis macht nun einen Rückzieher. Die Aktion ist geplatzt.

Für Schülerinnen und Schüler eines Gymnasiums bei München wäre es am Freitag so weit gewesen: Nach Monaten des Wartens hätten sie endlich die Erstimpfung gegen das Corona-Virus erhalten und damit die Aussicht auf ersehnte Lockerungen. Doch Impfstoff ist immer noch rar und so gab es erregte Debatten.

Warum die Jungen und nicht die vielen Älteren und Kranken, die immer noch auf einen Termin warten? Nun ist die Impfaktion in Planegg geplatzt. Aufgrund der öffentlichen Diskussion habe die Gemeinschaftspraxis ihr Angebot zur Impfung der Jugendlichen zurückgezogen, teilte das Gymnasium im Landkreis München am Dienstagabend mit.

"Wir bedauern das, können aber die Entscheidung nachvollziehen", sagte Schulleiter Matthias Spohrer. Deutliche Kritik war zuvor von dem Münchner Landrat Christoph Göbel (CSU) gekommen. Er hatte im Umgang mit Impfungen mehr Verantwortungsbewusstsein und Sensibilität gefordert. Auch wenn die Rechtslage ein Schlupfloch biete und für die Aktion kein Impfstoff aus dem Kontingent des Landkreises München zum Einsatz komme, sollten Mediziner den Impfstoff für diejenigen bereithalten, die ihn am nötigsten brauchen.

"Niemandem vermittelbar"

Göbel sagte, er könne den Wunsch von Eltern und Schülern nachvollziehen, schnell zu einem halbwegs normalen Schul- und Alltagsleben zurückzukehren. "Ich kann jedoch niemandem vermitteln, dass gesunde Jugendliche geimpft werden, wenn ich noch eine Vielzahl vulnerabler Personen auf der Warteliste habe." Das Landratsamt erhalte viele Bürgereingaben.

Dabei hatte sogar Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kürzlich vorgeschlagen, auch Jugendliche ab 16 Jahren vermehrt zu impfen, da gerade bei ihnen die Inzidenz am höchsten sei. In Bayern ist der Weg dafür frei: Von diesem Donnerstag an dürfen Hausärzte Patienten unabhängig von der Impfreihenfolge mit sämtlichen Corona-Impfstoffen impfen dürfen.

Impfangebot für Schüler bis Ende des Sommers

Auch Jugendliche ab 16 können sich dann von einem Hausarzt impfen lassen, allerdings momentan nur mit dem Impfstoff der Firma Biontech. Bei Kindern ab 12 Jahren sei mit einer Zulassung für das Vakzin von Biontech im Laufe des Juni zu rechnen, sagte ein Sprecher des Bayerischen Gesundheitsministeriums. "Wir bereiten uns intensiv darauf vor, hierfür ein Konzept zu erarbeiten."

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Dienstag bekräftigt, dass den 12- bis 18-Jährigen bis zum Ende der Sommerferien in Deutschland ein Impfangebot gemacht werden soll.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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