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FC Bayern ohne Robert Lewandowski: Mehr Chance als Risiko


Wie Lewandowskis Abschied die Bayern beflügelt

Von Julian Buhl

Aktualisiert am 15.08.2022Lesedauer: 4 Min.
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Jamal Musiala (2.v.l.): Der Bayern-Youngster verschiebt die Grenzen seines riesigen Potenzials immer weiter nach oben. Mit vier Pflichtspieltreffern ist er aktuell Bayerns Toptorschütze.
Jamal Musiala (2.v.l.): Der Bayern-Youngster verschiebt die Grenzen seines riesigen Potenzials immer weiter nach oben. Mit vier Pflichtspieltreffern ist er aktuell Bayerns Toptorschütze. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON)
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Die Torfabrik des FC Bayern liefert auch ohne Robert Lewandowski. Warum sein Abschied mehr Chance als Risiko ist – und Julian Nagelsmann der Gewinner.

Robert Lewandowski dürfte am Sonntagabend ein wenig neidisch nach München geschaut haben. Denn während er selbst bei seinem Debüt für den FC Barcelona beim 0:0 gegen Rayo Vallecano ohne Treffer geblieben war, lief die Torproduktion bei seinen ehemaligen Mannschaftskollegen des FC Bayern auch beim 2:0 gegen Wolfsburg auf Hochtouren.

Nachdem die Münchner in ihren ersten beiden Pflichtspielen im Supercup gegen Leipzig (5:3) und beim Bundesligaauftakt in Frankfurt (6:1) bereits elf Tore geliefert hatten, folgten gegen den VfL zwei weitere. Und das ohne Lewandowski, der in der vergangenen Saison noch mit 50 Pflichtspieltreffern die personifizierte Torgarantie der Bayern war.

Die große Frage lautet noch immer, wie die Bayern es schaffen werden, ihren Toptorjäger zu ersetzen. Erste Antworten darauf gab die Mannschaft von Chefcoach Julian Nagelsmann in den ersten drei Saisonspielen – in denen sie auch ohne Lewandowski mit Offensivspektakel überzeugte. Braucht Lewandowski die Bayern etwa doch mehr als die Bayern Lewandowski?

Nagelsmann verteilt die Verantwortung des Toreschießens auf mehrere Schultern

Das Spiel des Rekordmeisters, das zuvor extrem auf Lewandowski als Zielspieler ausgerichtet war, wirkt plötzlich deutlich variabler, schneller und vor allem unberechenbarer. Andere Spieler nutzen den entstandenen Freiraum und füllen die Lewandowski-Lücke. Nagelsmann ist es fürs Erste gelungen, die Verantwortung des Toreschießens auf mehrere Schultern zu verteilen. Jeweils fünf verschiedene Schützen in den ersten beiden Partien belegen das, gegen Wolfsburg waren es wieder zwei.

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Sadio Mané und Serge Gnabry (v.l.): Das neue Münchner Sturmduo versteht sich bereits blendend. (Quelle: IMAGO/ULMER)

Der Münchner Angriff ist nun keine One-Man-Show mehr. Neuzugang Sadio Mané und Serge Gnabry bilden stattdessen ein Sturmduo. Dahinter wirbeln aktuell Jungstar Jamal Musiala und Thomas Müller. In dieser Konstellation wirkt Bayerns Offensive wie entfesselt – von den Zwängen, die ein derart dominanter Stürmer wie Lewandowski einer Mannschaft auferlegt. Die Bayern haben sich offenbar in Rekordzeit von ihrem vormaligen (Torschützen-)König emanzipiert.

Musiala kann sich entfalten und verschiebt die Grenzen seines riesigen Potenzials aktuell immer weiter nach oben – mit vier Pflichtspieltreffern ist er momentan Bayerns Toptorschütze. Auch Gnabry, dem Nagelsmann nun den Wunsch nach einer Versetzung auf eine zentralere Position erfüllen kann, blüht auf. Müller müllert einfach genau da weiter, wo er mit Lewandowski aufgehört hat und liefert weiterhin Vorlagen am Fließband – und gegen Wolfsburg gelang ihm sein erster eigener Treffer der Saison.

Auch Mané funktioniert sofort. Er interpretiert die Torjägerrolle anders, lässt sich häufig ins Mittelfeld fallen, kreiert selbst Chancen. Ob der nur 1,74 Meter große Senegalese ähnlich viele Treffer wie sein Vorgänger (1,85 Meter) erzielen kann, bleibt noch abzuwarten. Zumindest technisch und spielerisch ist er aber sogar ein Upgrade zu Lewandowski.

Mit Lewandowski ist Nagelsmanns größter Kritiker nun weg

Der neue Superstar punktet mit seiner bescheidenen Art beim Trainer und den Teamkollegen. Nach dem Frankfurt-Spiel kletterte er direkt mit einem Megafon auf den Zaun des Bayern-Fanblocks. Während Lewandowski eher ein kühleres und professionelles Verhältnis zu den Anhängern hatte, ist Mané ein Superstar zum Anfassen – und schon jetzt auf dem besten Weg zum Publikumsliebling.

Ein Gewinner des Lewandowski-Abschieds ist definitiv auch Nagelsmann. Er kann sich an dieser Aufgabe jetzt beweisen. Und mit Lewandowski ist zudem sein größter Kritiker nun weg.

Der hatte sich unter anderem nach der vergangenen Hinrunde beschwert, im Vergleich zum Vorjahr nicht genügend Flanken bekommen zu haben. Tatsächlich waren es gerade einmal drei (!) weniger, wie Nagelsmann der "FAZ" zuletzt vorrechnete. Lewandowski soll sich auch über vermeintlich zu komplexe Übungsformen beklagt haben. Dass er am Ende lustlos und zu spät zum Training kam, war dann nur der Schlussakt seines Sommer-Transfertheaters, mit dem er die Stimmung im gesamten Klub monatelang belastete.

Choupo-Moting, Tel, Sané – der FC Bayern hat offensive Alternativen

Ja, die Tage, an denen die Frage nach einem fehlenden, echten Mittelstürmer gestellt wird, werden – wie Nagelsmann schon selbst sagte – mit Sicherheit noch kommen. Bayern hatte mit Leipzig und Frankfurt bislang Gegner, die mitgespielt haben und auch Wolfsburg bot Räume an. Gegen tiefstehende Mannschaften muss sich die neue Offensive erst noch beweisen.

Sollte mal ein kopfballstarker Mittelstürmer gebraucht werden, verwies Nagelsmann auf Eric Maxim Choupo-Moting, den er genau wie Sturm-Supertalent Mathys Tel noch in seinem Kader hat. Mit dem noch rotgesperrten Kingsley Coman und Joker Leroy Sané hat er weitere Offensiv-Optionen in der Hinterhand.

Bayern hat mit dem Verkauf von Lewandowski für bis zu 50 Millionen Euro jedenfalls alles richtig gemacht. Der wähnt sich zwar in einem jüngeren Körper, wird nächste Woche aber trotzdem 34 Jahre alt. Die große Aufgabe, sich auf eine Zukunft ohne Lewandowski vorzubereiten, wäre also so oder so zwangsläufig auf die Klubbosse zugekommen. Warum also diesen Umbruch nicht schon jetzt vollziehen? Mit ihren spektakulären und befreiten Auftritten hat die Mannschaft bereits gezeigt: Lewandowskis Abschied ist mehr Chance als Risiko für die Bayern.

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