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FC Bayern: Julian Nagelsmann ist großer Gewinner beim Triumph gegen PSG


Nagelsmann und die Bayern-Stars
Rücksichtslos

MeinungVon Julian Buhl, München

Aktualisiert am 09.03.2023Lesedauer: 3 Min.
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Julian Nagelsmann: Der 35-Jährige feierte gegen PSG den größten Sieg seiner bisherigen Karriere.Vergrößern des Bildes
Julian Nagelsmann: Der 35-Jährige feierte gegen PSG den größten Sieg seiner bisherigen Karriere. (Quelle: IMAGO/Mladen Lackovic)

Der Triumph des FC Bayern gegen PSG ist vor allem auch Nagelsmanns Erfolg. Es ist ein Sieg gegen die Zweifel. Die Mannschaft trägt jetzt seine Handschrift.

Der Druck, unter dem Trainer Julian Nagelsmann vor den beiden Achtelfinalbegegnungen des FC Bayern in der Champions League mit Paris Saint-Germain stand, war enorm. Auch nach dem 1:0-Sieg vor drei Wochen in Paris waren die Anspannung und der Respekt vor dem entscheidenden zweiten Duell mit PSG und seinen Superstars Kylian Mbappé und Lionel Messi groß.

Die Klubbosse stärkten ihm demonstrativ den Rücken. Nagelsmann selbst sprach im Vorfeld des Rückspiels in München aber zu Recht von einer enorm bedeutenden Partie, die für ihn extrem wichtig sei, was den Ausgang und die Bedeutung der gesamten Saison angeht.

Nach dem überraschenden Viertelfinal-K.-o. gegen Außenseiter Villarreal in der vergangenen Saison konnte und wollte sich der 35-Jährige keinen weiteren Makel in seiner nach wie vor jungen Vita als Bayern-Trainer leisten.

Nagelsmann hat die Nagelprobe bestanden

Nach dem 2:0-Erfolg, mit dem Bayern PSG am Mittwochabend aus dem Wettbewerb warf, bleibt festzuhalten: Nagelsmann hat diese Nagelprobe souverän bestanden. Der Triumph gegen Paris ist vor allem auch sein Sieg. Sein Matchplan, auf den er seit Beginn des Jahres akribisch hingearbeitet hatte, ist voll aufgegangen.

Ein Schlüssel zum Erfolg war das von ihm bevorzugte System mit Dreierkette, das er extra einüben ließ. Das Wichtigste dabei: Er schaffte es, seine anfänglich damit noch fremdelnde Mannschaft, die eine Viererkette gewohnt war, davon zu überzeugen, Mbappé und Co. damit besser aufhalten und sich letztlich durchsetzen zu können. Der geschlagene PSG-Coach Christoph Galtier sprach nicht ohne Grund von einem "taktischen Sieg meines Kollegen".

Nagelsmann traf in Sachen Aufstellung ohnehin sehr mutige Entscheidungen ohne Rücksicht auf Eitelkeiten und große Namen, die bei einem Misserfolg sofort wieder Angriffsfläche geboten hätten. Die beiden Nationalspieler Serge Gnabry und Leroy Sané ließ er gegen Paris zum vierten Mal in Folge ebenso auf der Ersatzbank wie den im Winter verpflichteten Staraußenverteidiger João Cancelo.

Dafür betraute er Josip Stanišić mit der Aufgabe, Mbappé zu stoppen. Den 22-Jährigen hatte er in den vergangenen Wochen systematisch als Ersatzmann rechts in der Dreierkette für den gelb-rot-gesperrten Benjamin Pavard aufgebaut. Stanišić zahlte ihm das Vertrauen mit einer starken Leistung zurück. Nagelsmann ging bewusst auch ins Risiko – und wurde dafür belohnt.

Bayern zum ersten Mal eine Nagelsmannschaft

Zum ersten Mal seit Beginn seines Engagements im Sommer 2021 in München werden seine Ideen auf dem Platz momentan klar erkennbar. Das Team trägt immer mehr seine Handschrift – und zwar die einer Nagelsmannschaft. Gegen die Ansammlung einzelner Stars bei PSG behauptete sich Bayern vor allem als starkes Kollektiv.

Auch Sané zeigte nach seiner Einwechslung eine engagierte Leistung, Gnabry sorgte als Joker mit seinem Treffer für den 2:0-Endstand, den Cancelo stark vorbereitete. Von möglichem Frust aufgrund ihrer Ersatzrolle, war auf dem Platz nichts zu sehen.

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Und auf der Tribüne litt und jubelte Kapitän Manuel Neuer nach seinem Unterschenkelbruch erstmals wieder im Stadion mit. Damit sendete er – nach den Diskussionen der vergangenen Wochen um sein vereinskritisches Interview – ebenfalls ein positives Zeichen – vor allem an seine Mannschaftskollegen, aber auch an die Klubverantwortlichen.

Nagelsmann lernt aus seinen Fehlern

Alles richtig gemacht hat Nagelsmann in den vergangenen Wochen und Monaten natürlich trotzdem nicht. Dazu gehörte unter anderem sein verbaler Ausrutscher nach dem 2:3 in Gladbach, als er sich deutlich im Ton vergriffen und das Schiedsrichterteam als "weichgespültes Pack" bezeichnet hatte.

Nagelsmann beweist in München aber immer wieder, dass er aus seinen Fehlern lernt. Das Debakel im vergangenen Jahr gegen Villarreal hat er mit dem Triumph gegen PSG nun vorerst vergessen gemacht.

Damit ist ihm ein Sieg gegen die Zweifel und sein bislang größter als Bayern-Trainer sowie seiner gesamten Karriere gelungen. Wenn sein Matchplan auch gegen große Gegner weiter so gut funktioniert, dürfte er das aber nicht allzu lange bleiben.

Verwendete Quellen
  • Eigene Beobachtungen
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