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FC Bayern: Kane pulverisiert Bundesliga-Bestmarke und jagt jetzt Lewandowski


Einen Spieler lobt Kane ganz besonders


Aktualisiert am 12.11.2023Lesedauer: 5 Min.
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Harry Kane (l.) und Dayot Upamecano: Der Torjäger des FC Bayern lässt sich nach seinem nächsten Doppelpack feiern.Vergrößern des Bildes
Harry Kane (l.) und Dayot Upamecano: Der Torjäger des FC Bayern lässt sich nach seinem nächsten Doppelpack feiern. (Quelle: Matthias Schrader)

Nach nur einem Drittel der Saison übertrifft Harry Kane die Ausbeute der Torschützenkönige der vergangenen Saison. Jetzt nimmt er den Bundesliga-Rekord von Lewandowski ins Visier.

Aus der Allianz Arena in München berichtet Julian Buhl

Mit einer Ablösesumme von 100 Millionen Euro, die der FC Bayern im Sommer an Tottenham Hotspur zahlte, wurde Harry Kane zum Rekordtransfer des Rekordmeisters. Nach den ersten Wochen des Starstürmers in München muss man festhalten: Kane scheint jeden Cent für die Münchner wert zu sein, der Transfer zahlt sich direkt voll aus.

Beim 4:2 gegen Heidenheim traf der Torjäger erneut doppelt und legte damit einmal mehr den Grundstein für den Heimsieg. Mit seinen Treffern Nummer 16 und 17 stellte er ganz nebenbei einen neuen Rekord auf.

"Ich habe zwei Tore in der ersten Halbzeit erzielt", sagte Kane nach seinem Doppelpack in den Katakomben in der Mixed Zone der Allianz Arena. "Dabei waren die beiden Chancen, die ich in der zweiten Halbzeit vergeben habe, eigentlich einfacher zu machen."

Kane: "Das ging schneller als gedacht"

Nach elf Bundesligaspieltagen sind vor Kane aber noch keinem Spieler so viele Tore gelungen. Ganz nebenbei überbot er damit nach nur rund einem Drittel der Saison die Ausbeute der beiden amtierenden Torschützenkönige: Nationalspieler Niclas Füllkrug (Werder Bremen) und Christopher Nkunku (damals noch bei RB Leipzig) waren 2022/23 nur 16-mal erfolgreich – in der ganzen Spielzeit.

"Mir wurde das eben gesagt, dass ich diese Marke schon übertroffen habe. Das ging schneller, als ich das gedacht hätte", sagte Kane. Er habe aber auch schon mal 30 Tore geschossen und sei trotzdem nicht Torschützenkönig geworden. Und habe auch schon mal deutlich weniger Treffer erzielt und habe es damit dann aber geschafft. Deshalb gebe er der Marke jetzt "nicht allzu große Bedeutung. Aber ich bin natürlich trotzdem glücklich mit dem Start, der mir gelungen ist."

Zurücklehnen kann sich Kane allerdings auch im Kampf um die Torjägerkrone noch lange nicht. Stuttgarts Serhou Guirassy, der am Samstag nach Verletzung sein Comeback als Joker feierte, erzielte im Topspiel gegen Dortmund nämlich gleich den 2:1-Siegtreffer für den VfB. Mit seinem bereits 15. Saisontor blieb er weiter an Kane dran.

"In jeder Topliga gibt es auch mehrere Topstürmer, das ist in der Premier League so und in der Bundesliga nicht anders", sagte Kane auf Nachfrage von t-online zu seinem Herausforderer Guirassy. "Er ist jetzt wieder fit und ich bin mir sicher, dass er jetzt auch wieder ein paar Tore schießen wird." Er versuche, sich mehr auf sich und weniger auf andere Leute zu fokussieren, so Kane. "Aber vielleicht hilft es uns, wenn wir uns gegenseitig pushen, noch mehr Tore zu erzielen."

Erst am Mittwoch nach Kanes Doppelpack gegen Galatasaray (2:1) hatte Bayerns Sportdirektor Christoph Freund den Stürmer als "Volltreffer für Bayern München" bezeichnet. "Es ist beeindruckend, er ist das erste Mal von der Insel weg und trifft dann so", fügte er nun hinzu. "Die Mannschaft spielt ihn zwar auch immer wieder frei, aber er ist schon ein Phänomen."

Kane verrät sein Erfolgsgeheimnis

Was sein Erfolgsgeheimnis ist? "Ich habe gerade ein sehr gutes Momentum. Als Stürmer fallen dir dann manchmal auch einfach die richtigen Bälle vor die Füße", sagt Kane bescheiden. Trainer Thomas Tuchel setze ihn mit seinem System gut in Szene. "Mit der Mannschaft und den Spielern, die wir haben, weiß ich, dass ich Tormöglichkeiten bekomme. Es ist schön, dem Team zu helfen."

Nach 16 Pflichtspielen kommt Kane wettbewerbsübergreifend bereits auf 21 Tore und sieben Vorlagen. Mit solchen Fabelquoten macht er sogar seinen Vorgänger Robert Lewandowski fast schon vergessen.

Kane jagt jetzt den Lewandowski-Rekord

Der war in der Saison 2019/20 in den ersten elf Ligaspielen mal auf 16 Treffer gekommen. Diese Bestmarke hat Kane nun bereits übertroffen. Und eine weitere nimmt er nun langsam, aber sicher ins Visier: den Fabel-Rekord von 41 Toren in einer Bundesliga-Saison, den Lewandowski in der Spielzeit 2020/21 Klublegende Gerd Müller (40 Tore) abnahm.

Der Engländer selbst bremst aber noch: "Das ist ein bisschen zu weit weg und noch ein langer Weg. Ihr Journalisten werdet das aber mit Sicherheit jedes Mal zum Thema machen, wenn ich treffe", sagt Kane. "Aber wenn wir dann mal im April sind und nahe am Saisonende", kündigte er an, "dann ist es sicher etwas, das ich versuche zu erreichen." Dafür müsse er aber fokussiert bleiben. "Ich will weiter treffen und dem Team helfen."

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus ist beim Thema Torrekord deutlich forscher. "Ich würde mich jetzt schon auf eine Prognose festlegen", erklärt der Sky-Experte: "Wenn er nicht eine größere Verletzung hat, dann bricht er den Rekord von Robert Lewandowski ganz eindeutig."

Kane widerlegt Lewandowskis Prognose

Die Voraussetzungen hat Kane jedenfalls geschaffen: Mit einem wahren Fabellauf, der dem Kapitän der englischen Nationalelf zuvor noch nie gelungen ist. "Das ist meine beste Saison, die ich bislang in meiner Karriere gespielt habe. Da bin ich sehr stolz darauf", so Kane. Das sei nie einfach. Und er müsse sich momentan "in vielen Dingen auf und neben dem Platz noch zurechtfinden. Es ist ja mein erster Vereinswechsel." Umso glücklicher sei er damit, "wie mich die Mannschaft, das Team, der Fans und der gesamte Klub unterstützen".

Kane überzeugt bei Bayern nicht nur als Torjäger, sondern agiert äußerst mannschaftsdienlich, arbeitet viel nach hinten mit und setzt auch seine Mitspieler immer wieder gekonnt in Szene – auf und neben dem Platz. "Lee ist wahrscheinlich unser bester Spieler dieser Saison", sagt Kane über Leroy Sané, der seit Wochen ebenfalls in der Form seines Lebens agiert und neben ihm förmlich aufblüht.

Kanes besondere Verbindung zu Sané

Nach dem zwischenzeitlichen 2:2 habe Sané "uns weiter gepusht", so Kane weiter. Sané sei nicht nur mit seiner Geschwindigkeit, sondern mit seinen Fähigkeiten am Ball enorm wichtig. "Heute hat er mir zwei weitere Assists geliefert. Wir verstehen uns auf und neben dem Platz sehr gut", erklärt Kane. "Hoffentlich können wir diese Verbindung aufrechterhalten."

Zu Lewandowski existierte die nicht, Sané hatte weder auf noch neben dem Feld einen Draht zum Polen gefunden. Lewandowski hatte seinem Nachfolger Kane übrigens noch im Oktober einen deutlich schwierigeren Start prophezeit. "Das erste Jahr für ihn wird sicher nicht leicht, die Umstellung ist groß", hatte Bayerns vormaliger Toptorjäger da der "Sport Bild" gesagt und gemutmaßt, Kane brauche "Zeit, den FC Bayern zu verstehen".

Das ist Kane aber bereits in Rekordtempo gelungen. Er trifft Woche für Woche wie am Fließband. Kane ist längst zu einem wichtigen Bestandteil der neuen Bayern-Achse geworden und widerlegt mit jedem Tor auch Lewandowskis Prognose weiter. Derart eindrucksvoll, dass der nun ernsthaft um seinen Bundesliga-Rekord fürchten muss. Zuzutrauen ist diesem Harry Kane jedenfalls wirklich alles.

Verwendete Quellen
  • Eigene Beobachtungen vor Ort in der Allianz Arena
  • Mixed-Zone-Gespräch mit Harry Kane
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