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Mario Götze zurück in der Bundesliga: Der neue Boss


Gereifter Held auf Zeit

Von Julian Buhl

Aktualisiert am 10.08.2022Lesedauer: 6 Min.
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GOETZE Mario Team Eintracht Frankfurt DFL Bundesliga Start Saison 2022 - 2023 Spiel Eintracht Frankfurt - FC Bayern Muenchen 1 : 6 am 05. 08. 2022 in Frankfurt
Mario Götze ist wieder zurück in Deutschland: In Frankfurt nimmt er sofort eine zentrale Rolle ein. (Quelle: Laci Perenyi/imago images)
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Mario Götze ist zurück in Deutschland. Der einstige WM-Held hat einen Reifeprozess durchlebt – und hat einen großen Traum.

Mario Götze hinterließ einen äußerst konzentrierten und fokussierten Eindruck im Abschlusstraining. Nachdem der 30-Jährige den offiziellen Uefa-Supercup-Ball, mit dem sich Eintracht Frankfurt in dieser Woche auf das Duell mit Real Madrid am heutigen Mittwochabend (ab 21 Uhr im t-online-Liveticker) vorbereitete, zum ersten Mal im Tor versenkt hatte, löste sich die Anspannung etwas und das Lächeln kehrte in sein Gesicht zurück. Es war wieder genau die Leichtigkeit zu erkennen, die man bei ihm schon in den vergangenen Wochen beobachten konnte. Götze wirkt nach seiner Rückkehr von der PSV Eindhoven nach Deutschland insgesamt gereift und spürbar unbeschwerter als noch vor seinem Auslandsabenteuer.

In den vergangenen beiden Jahren in den Niederlanden, in denen ihm insgesamt 18 Tore und 18 Vorlagen gelangen, hat Götze offenbar nicht nur zu seiner Form, sondern auch ein wenig zu sich selbst zurückgefunden. Auch die Geburt seines mittlerweile zwei Jahre alten Sohns Rome spielte dabei eine entscheidende Rolle.

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Götze erlebt Wandlung

"Privat hat sich bei mir viel verändert. Ich bin Vater geworden und habe geheiratet. Diese Themen drum herum spielen für mich eine noch größere Rolle als der Sport", sagte Götze kürzlich in einem von der Eintracht veröffentlichten Interview: "Mir ist wichtig, den Fokus auf mir selbst zu haben und diese Erfahrungen zu sammeln." Geblieben seien aber "die Spielfreude, der Spaß am Fußball".

Eine Person aus Götzes Umfeld bestätigte t-online diese Wandlung. Es ist zu vernehmen, dass er es mittlerweile bestens verstehe, die Dinge um ihn herum vernünftig einzuordnen und sich dabei weder von überbordender Euphorie noch vom Gegenteil aus der Ruhe bringen lasse.

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Mario Götze (r.): Auch im Zweikampfverhalten, hier gegen Bayerns Joshua Kimmich (l.), hat der Ex-Nationalspieler zugelegt. (Quelle: IMAGO/Jürgen Kessler)

Beides hat Götze in seinen ersten beiden Pflichtspielen für Frankfurt schon wieder durchlebt. Nach dem 4:0 in der ersten Pokalrunde in Magdeburg wurde er bereits als Königstransfer gefeiert. Er war sofort der Boss im Mittelfeld und als zentrale Figur des Offensivspiels gleich an drei Treffern beteiligt, die er mit klugen Pässen einleitete.

Nur vier Tage später wurde Frankfurt dann beim Liga-Auftakt, der am Freitag mit 1:6 verloren ging, vom FC Bayern förmlich überrollt. So wie ausnahmslos all seine Teamkollegen wirkte auch Götze von der Münchner Machtdemonstration überfordert und schlich anschließend mit gesenktem Kopf und traurigem Blick vom Feld. "Ich hätte mir natürlich ein besseres Resultat in meinem ersten Bundesligaspiel gewünscht", schrieb er hinterher bei Instagram, "wir sind alle enttäuscht, aber es gibt noch 33 Spiele, um es besser zu machen."

Viel Zeit, sich noch mit dieser Demütigung aufzuhalten, bleibt Frankfurt ohnehin nicht, denn fünf Tage später wartet mit dem Duell mit Champions-League-Sieger Real nicht weniger als ein Highlightspiel der Vereinshistorie auf die Hessen. 84 Tage nach dem Finaltriumph von Sevilla träumt der Europa-League-Sieger von der nächsten magischen Nacht.

Glasner will Lehren aus Bayern-Debakel ziehen

Und dabei wollen sich die Frankfurter auch nicht von störenden Nebengeräuschen ablenken lassen. Filip Kostic flog erst gar nicht mehr mit nach Helsinki, wo die Partie gegen Real ausgetragen wird und der Flieger der Adler am Dienstagnachmittag landete. Denn der Abschluss seines Transfers zu Juventus Turin, der der Eintracht 17 bis 18 Millionen Euro einbringen soll, steht unmittelbar vor dem Abschluss.

"Wir wollen die richtigen Lehren daraus ziehen", sagte SGE-Chefcoach Oliver Glasner über das gegen Bayern erlebte Debakel und kündigte trotzig an: "Wir wollen den Supercup gegen Real Madrid trotzdem gewinnen."

Götze wird bei diesem Versuch erneut eine zentrale Rolle zukommen. "Mario ist ein ganz ruhiger, angenehmer junger Mann, der über unglaubliches fußballerisches Talent verfügt. Wir freuen uns, dass wir ihn bekommen konnten", sagte Glasner im ZDF-"Sportstudio" über seinen neuen Mittelfeldregisseur. "Er kann sehr gut gegen den Ball arbeiten, kann Situationen auflösen, kann in der Tiefe Spieler einsetzen" und versprühe derzeit "viel Spielfreude", so der Coach weiter. Götze wolle wieder zeigen, wie gut er Fußball spielen kann. "Wir geben ihm die perfekte Bühne dafür." Beim europäischen Supercup und dem Aufeinandertreffen gegen Real sogar die größtmögliche.

Effenberg: "Sein Ziel muss die WM sein"

Bayerns Cheftrainer Julian Nagelsmann lobte Götze zuletzt ebenfalls als "sehr intelligenten, netten Mann" und "herausragender Fußballer, der der Bundesliga guttut". Und auch Stefan Effenberg sieht in Götze einen "Spieler, dem ich gerne zuschaue", wie er im Gespräch mit t-online sagte. "Ich wünsche mir für ihn, dass er in Frankfurt jetzt wieder mit den Unterschied ausmacht", führte der frühere Bayern-Kapitän weiter aus. Die Erwartungen an Götze seien in ganz Fußballdeutschland schon hoch, so der t-online-Kolumnist: "Sein Ziel muss es jetzt aber einfach sein, es mit einer starken Hinrunde in den WM-Kader zu schaffen."

Um genau diese Chance will der Finalsiegtorschütze der Weltmeisterschaft 2014 kämpfen und hat wohl auch deshalb im Sommer Frankfurt – und nicht etwa Benfica Lissabon – als neuen Arbeitgeber ausgewählt. "Es war für mich eine gute Entscheidung“, sagte Götze, "es fühlt sich gut an." Er genießt die ihm von Glasner gewährten Freiheiten und glaubt: "Ich kann vielleicht das Puzzleteil in dem System sein."

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Tor zum WM-Titel 2014: An der Bürde des entscheidenden Treffers im Maracanã-Stadion war Mario Götze beinahe zerbrochen. (Quelle: imago sportfotodienst, via www.imago-images.de)

Götze will sich im Fokus des Brennglases Bundesliga im direkten Vergleich mit seinen Konkurrenten beweisen. "Es ist einfach. Er muss Top-Leistungen bringen, er muss zeigen, dass er fit ist, dass er auch eine Alternative sein kann für die Spieler, die aktuell bei der Nationalmannschaft sind", sagte Bundestrainer Hansi Flick zum Liga-Auftakt bei DAZN: "Wir schauen genau hin, wer uns am Ende weiterhelfen kann, unser großes Ziel, so weit wie möglich zu kommen, auch zu erreichen."

Dass Götze das kann, hat er 2014 gezeigt, als er im legendären Maracanã-Stadion zum Helden von Rio wurde. "Zeig der Welt, dass du besser bist als Messi", hatte Flicks Vorgänger Joachim Löw ihm bei seiner Einwechslung in der Verlängerung damals ins Ohr geflüstert. Götze erzielte das Siegtor, dennoch legte ihm Löw mit diesem Satz eine Bürde auf, an der er beinahe zerbrochen wäre.

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Die Erwartungen, die an ihn gerichtet wurden, waren ohnehin stets die allerhöchsten, doch damit stiegen sie endgültig ins Unermessliche und beinahe Unerfüllbare. Diesem schwierigen Spagat zwischen Anspruch und Wirklichkeit hat sich Götze schon in seiner gesamten Karriere stellen müssen. Nachdem er bei Borussia Dortmund unter Jürgen Klopp zum Shootingstar aufgestiegen war, wurde er 2011 als 19-Jähriger mit dem "Golden Boy Award" zum besten Nachwuchsspieler Europas ausgezeichnet.

Guardiola wollte lieber Neymar statt Götze

2013 wechselte er dann für 37 Millionen Euro nach München zum FC Bayern. Pep Guardiola wollte damals eigentlich lieber Neymar verpflichten, ließ sich von den Bayern-Bossen aber dazu überreden, doch auf Götze zu setzen.

Dessen Statistiken bei Bayern, wo er in seiner ersten Saison in 45 Pflichtspielen an 28 Toren und damit an ähnlich vielen wie zuvor in Dortmund (44 Spiele, 36 Tore) beteiligt war, waren zwar deutlich besser als die öffentliche Wahrnehmung seiner Leistungen. Richtig angekommen ist er in München aber nie. In den Topspielen saß er meist auf der Bank oder der Tribüne. Guardiola fand keinen festen Platz für ihn in seinem System, nicht als falsche Neun, nicht auf der Außenbahn, nicht im offensiven Mittelfeld.

2016 entschied er sich dann gegen einen Wechsel zu Klopp und dem FC Liverpool und für eine Rückkehr nach Dortmund. Die echte Liebe fand er aber auch dort nicht mehr. Der BVB nahm am Ende sogar einen ablösefreien Wechsel in Kauf, um ihn von der Gehaltsliste zu bekommen. Auch Stoffwechselprobleme verhinderten damals, dass Götze wieder dauerhaft zurück zu alter Form und Leichtigkeit fand.

In Eindhoven zurück zu alter Stärke

Das gelang ihm erst wieder in den vergangenen beiden Jahren in Eindhoven unter Trainer Roger Schmidt, der ihn nun wohl gerne auch mit zu Benfica genommen hätte.

"Die Karriereschritte, die ich gemacht habe, waren wichtig, weil sie mich reifen ließen", sagte Götze. "Im Endeffekt spielen das Alter und die Erfahrung eine Rolle, da kommen viele Faktoren zusammen. Zu erwarten, dass ein 20-Jähriger in dem Stadium ist, in dem ich jetzt bin, ist unmöglich." Vieles komme durch Erfahrung, durch gute und schlechte Entscheidungen. "Das ist ja auch das Schöne an dem Reifeprozess."

Bei Götze ist der nun weit fortgeschritten. Und man darf gespannt sein, wohin er ihn in diesem Jahr noch führen wird.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Beobachtungen und Hintergrundgespräche
  • transfermarkt.de: Spielerprofil Mario Götze
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Von Nils Kögler
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