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Beim FC Bayern München tobt der Konkurrenzkampf wieder

Trainingsauftakt an der Säbener Straße  

Beim FC Bayern tobt der Konkurrenzkampf

02.07.2015, 09:19 Uhr | Thomas Tamberg, t-online.de

Beim FC Bayern München tobt der Konkurrenzkampf wieder. Auch Neuzugang Sven Ullreich (3.v.li.) war beim Trainingsauftakt des FC Bayern mit dabei.  (Quelle: dpa)

Auch Neuzugang Sven Ullreich (3.v.li.) war beim Trainingsauftakt des FC Bayern mit dabei. (Quelle: dpa)

Von Thomas Tamberg

Als alles schon vorbei war, die rund 500 Fans das Gelände an der Säbener Straße längst wieder verlassen hatten, betrat Dante die Szenerie. Mit seinen weißen Flipflops schlappte er vor der Geschäftsstelle entlang über den Rasen. Auf die Frage "wie geht’s" blickte der Brasilianer gen Himmel, breitete die Arme aus und sagte angesichts von über 30 Grad und strahlend blauem Himmel "gut, natürlich". Es herrschte Dante-Wetter beim Trainingsauftakt des FC Bayern

Die Laune war prächtig beim 31-Jährigen. Auch wenn er aufgrund einer Muskelblessur nicht mittrainieren konnte. "Keine große Geschichte", sagte Matthias Sammer wenig später auf der ersten offiziellen Pressekonferenz der neuen Saison. Der Verteidiger habe im Urlaub etwas zu viel Fußball gespielt, meinte Bayerns Sportvorstand.

15 Profis und auch Neuzugang Ulreich mit dabei

Ob er dazu auch in der kommenden Spielzeit im Trikot des Rekordmeisters Gelegenheit haben wird? Dante gilt als Wackelkandidat. Nie zuvor war die Leistungsdichte beim FC Bayern so hoch wie zurzeit. Das zeigte bereits der erste lockere Aufgalopp.

Selbst ohne ein knappes Dutzend Stars, das erst am 11. Juli dazu stoßen wird, probte sich beim beliebten Kreisspiel die geballte Weltklasse. Mit Philipp Lahm, Thomas Müller, Thiago, David Alaba, Xabi Alonso, Arjen Robben und Javi Martinez waren ein paar Hochkaräter dabei. Sebastian Rode und Rafinha gar nicht einmal mitgezählt.

Insgesamt konnte Trainer Pep Guardiola 15 Spieler begrüßen, darunter auch mit Sven Ullreich einen Neuzugang. Der vom VfB Stuttgart gekommene Torwart staunte nach der ersten Übungseinheit jedenfalls nicht schlecht. "Das Niveau ist relativ hoch", sagte der 26-Jährige bei seiner ersten Pressekonferenz als Bayern-Angestellter. "Beim Kreisspiel ging es zur Sache. Man sieht, was die Spieler können."

17 Mittelfeldspieler im Bayern-Kader

Das Niveau dürfte noch einmal deutlich nach oben gehen, wenn Bastian Schweinsteiger, Jerome Boateng, Robert Lewandowski und Co. aus ihrem Urlaub zurückkehren. Während für Ulreich die Situation als Nummer zwei im Tor hinter Manuel Neuer klar ist, gehen die übrigen 25 Akteure mit einem Grundverständnis ihrer Arbeit nach, möglichst oft zum Einsatz zu kommen.

Vor allem im Mittelfeld ist das Angebot riesig. Je nachdem wohin man Spieler wie Juan Bernat oder Lahm hinzuzählt, kommt man auf 17 Mittelfeldspieler. Sammer hält zwar solche Rechnungen für "nicht seriös", aber der 47-Jährige betrachtet an diesem ersten Tag der Vorbereitung eine ganze Menge für "nicht seriös". Wie zum Beispiel den Champions-League-Sieg als Zielvorgabe zu benennen.

Zwar werden im 3-6-1-System, das Guardiola bevorzugt, mehr denn je Mittelfeldspieler gebraucht, allerdings sind die Positionen aktuell fast schon dreifach besetzt. Wohin also mit all den Schweinsteigers, Alonsos, Götzes. Und auch die Rodes, Bernats oder Höjbjergs, die allesamt in der vergangenen Saison einen großen Schritt nach vorne gemacht haben, wollen spielen. Von den Kurts, Gaudinos oder Greens einmal ganz zu Schweigen.

Costa will Ribérys Position

Auch die Neuzugänge wollen ihre Klasse demonstrieren. Supertalent Joshua Kimmich hatte bereits vor Wochen eine Grußbotschaft nach München geschickt und Schweinsteiger den Kampf angesagt. Den hatte Douglas Costa bereits in der Vorsaison Franck Ribéry geliefert, da wusste er noch gar nicht, dass die beiden wenige Wochen später Teamkollegen sein würden.

Damals noch im Dress von Schachtar Donezk bearbeitete er den Franzosen mit allerlei Nickligkeiten. Es war übrigens der bisher letzte Auftritt Ribérys, seitdem setzt ihn eine mysteriöse Knöchelverletzung außer Gefacht. Ausgerechnet Costa wird ihn nun wohl ersetzen. Sammer hält zwar solche Zusammenhänge nicht für "seriös", gab aber zu, dass der 24-Jährige für die Offensive und dort insbesondere für die Flügel vorgesehen ist.

Ribéry und Badstuber brauchen noch Zeit

Ribéry ist neben Holger Badstuber derzeit der einzige Bayern-Star, der ernsthafter verletzt ist. Während Sammer bei Badstuber einen sehr guten Heilungsverlauf ausgemacht hat und hofft, dass der Verteidiger "mittelfristig" wieder zur Verfügung stehen wird, ist eine Prognose bei Ribéry "nicht seriös". Die Angst wächst, dass der Dribbelkünstler nicht mehr zu alter Leistungsstärke zurückfinden wird.

Mit traurigem Gesicht beobachtete er von der Terrasse über dem Spielertrakt das Treiben auf dem Platz. Unten diskutierte Guardiola leidenschaftlich mit Co-Trainer Hermann Gerland und gestikulierte dabei so temperamentvoll vor sich hin, dass man befürchten konnte, jeden Moment würde er laut ausrufen "Macht doch euren Scheiß alleine" und vom Feld stürmen.

Sammer schließt weitere Neuzugänge nicht aus

So kam es aber dann doch nicht. Vielmehr schickte der Coach seine Spieler zu einer ersten Konditionseinheit ohne Ball auf den Nebenplatz. Dennoch dürfte der Spanier in dieser Saison immer stärker in den Fokus rücken, so lange seine berufliche Zukunft ungeklärt bleibt. Am Saisonende läuft der Dreijahresvertrag aus.

"Lassen sie uns das in Ruhe besprechen. Ich sehe keinen Druck und keine Unruhe", sagte Sammer zu diesem Thema und machte deutlich, dass er Spekulationen über Guardiolas Zukunft zum derzeitigen Zeitpunkt für "nicht seriös" hält und überhaupt in Zukunft wenig darüber sagen werde.

Auch zur Personalpolitik wollte sich Sammer nicht wirklich äußern. Weitere Neuzugänge schloss er jedenfalls nicht aus. "Die Transferperiode hat ja gerade erst begonnen." Aber auch schweigend gab Sammer einen interessanten Fingerzeig. Eine Frage zu Angel di Maria überging er einfach ganz geschickt.

Weitere Neuzugänge würden den ohnehin schon sehr üppig besetzten Kader des FC Bayern zusätzlich aufblähen. Somit sind die Verantwortlichen gezwungen, den einen oder anderen Spieler abzugeben. Vorher rief Sammer allerdings den großen Konkurrenzkampf aus. "Jeder Spieler hat die Möglichkeit, sich beim FC Bayern durchzusetzen."

Sammer will "Harmonie für den Kader"

Wer schwächelt, wird nach der Vorbereitung aussortiert. So hat es Sammer zwar nicht gesagt - es wäre wohl auch nicht seriös genug - aber gemeint. Er formulierte es so: "Wir werden das in Ruhe beobachten. Dann schauen wir: Was ist gut für den Spieler, was ist harmonisch für den Kader."

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