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Kevin Kampl vor Neapel: "Es wird extrem schwierig"

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Vor Spiel gegen Neapel  

Kevin Kampl warnt: "Es wird extrem schwierig"

Ein Interview von Benjamin Zurmühl

14.02.2018, 15:00 Uhr
Kevin Kampl vor Neapel: "Es wird extrem schwierig". Im Sommer wechselte Kevin Kampl für rund 20 Millionen Euro aus Leverkusen nach Leipzig. (Quelle: imago/Christian Schroedter)

Im Sommer wechselte Kevin Kampl für rund 20 Millionen Euro aus Leverkusen nach Leipzig. (Quelle: Christian Schroedter/imago)

Nur noch drei Bundesligisten sind in Europa vertreten. Einer davon ist RB Leipzig. Die Sachsen treffen in der Europa League auf einen Top-Favoriten – den SSC Neapel. 

Im Interview mit t-online.de spricht Leipzigs Mittelfeld-Ass Kevin Kampl über den kommenden Gegner, die Spannung in der Bundesliga und über Spieler, die einen Wechsel erzwingen wollen.

t-online.de: Herr Kampl, am Donnerstag startet die K.o.-Phase in der Europa League. Leipzig hat mit Neapel einen schweren Gegner. Wer ist der Favorit?

Kevin Kampl: Die Chancen stehen bei 50:50. Es gibt nur zwei Spiele, in denen sich alles entscheidet. Das ist nicht wie in der Liga, wo man eine Schwächephase ausgleichen kann. Es wird extrem schwierig. Das Gute ist, dass wir zunächst auswärts ran dürfen. Vielleicht schaffen wir es dort, ein gutes Ergebnis zu erzielen, um dann im Heimspiel das Duell für uns zu entscheiden. Wir müssen alles reinwerfen und dann werden wir sehen, ob es am Ende reicht. Mir ist es aber lieber, gegen eine echte Top-Mannschaft zu spielen. Es macht Spaß und ist auch eine Herausforderung, sich mit solchen Spielern messen zu können.

Was wissen Sie über Neapel?

Sie haben eine tolle Offensive und schießen viele Tore. Aber auch defensiv stehen sie sehr kompakt, was typisch für den italienischen Fußball ist. Es wird schwer, Lücken zu finden. Wir müssen auf unsere Chancen lauern und hinten die Null halten.

Wie groß wäre die Enttäuschung, wenn man nach dem verpassten Champions-League-Achtelfinale auch in der Europa League früh ausscheiden würde?

Es kommt drauf an, wie man ausscheidet beziehungsweise auftritt. Wenn wir zwei super Spiele machen und es trotzdem nicht reichen sollte, wäre das keine Schande. Wenn wir jedoch unzufriedenstellend auftreten würden – was nicht passieren wird – wäre das eine Enttäuschung für uns als Mannschaft. Aber insgesamt haben wir uns in der Champions League nichts vorzuwerfen. Es war unsere erste Saison und wir haben super Spiele abgeliefert. Unser Ziel ist es jetzt, uns wieder für die Champions League zu qualifizieren. Zwei Mal in Folge dabei zu sein wäre ein Riesending.

Neben Leipzig sind nur noch Bayern und Dortmund international vertreten. Erhöht das den Druck für Sie?

Nein. Wir schauen nicht auf andere Mannschaften und konzentrieren uns auf unser Spiel. Aber es wäre natürlich schön, wenn mehr deutsche Teams dabei wären.

Machen Sie sich Sorgen um die Bundesliga?

Es kann immer mal so ein Jahr geben. In Leverkusen haben wir uns drei Mal in Folge für die Champions League qualifiziert, und in der letzten Saison wurden wir Zwölfter. Da waren auch viele sehr überrascht, und es wurde auch viel in Frage gestellt. Sowas kann vorkommen. In dieser Saison ist Bayer wieder oben dabei. Deswegen glaube ich auch, dass das kein Dauerzustand für die Bundesliga ist und es in den nächsten Jahren wieder mehr Teams in die Endrunde der Champions League schaffen werden.

Kevin Kampl (r.) im Gespräch mit t-online.de-Redakteur Benjamin Zurmühl. (Quelle: t-online.de)Kevin Kampl (r.) im Gespräch mit t-online.de-Redakteur Benjamin Zurmühl. (Quelle: t-online.de)

Auch wenn die deutschen Teams international nicht gut vertreten sind, ist die Liga bis auf den Titelkampf sehr spannend. Wer macht das Rennen im Kampf um die Champions League?

Ich hoffe wir sind dabei (lacht). Es wird bis zum letzten Spieltag sehr eng bleiben. Viele Mannschaften, die man vor der Saison vielleicht nicht so sehr auf dem Zettel hatte, machen die Bundesliga ausgeglichener. Abgesehen von den Bayern gibt es nicht mehr die typischen Spiele, in denen es einen klaren Top-Favoriten gibt. Die Partien werden enger, es gibt weniger hohe und deutliche Ergebnisse mit drei oder vier Toren Unterschied. Viele Spiele werden durch Details entschieden. Es ist aber halt auch so, dass die Bayern vorne weg marschieren. Es wäre sicher für die Liga noch schöner, wenn sie auch in dieser großen, ausgeglichenen Gruppe und nicht so gut wie in einer eigenen Liga wären.

Kann man denn Bayern in den nächsten Jahren irgendwie stoppen?

Das sollte jedenfalls in den unmittelbaren Duellen immer das Ziel sein. Man muss alles daran setzen, ein harter Konkurrent für Bayern zu sein. Aber wir schauen in erster Linie auf uns, aber es wäre toll, den Bayern vielleicht mal im Nacken zu sitzen (grinst). Leipzig war ja letztes Jahr mal eine Zeit lang dran. Aber das dauerhaft zu schaffen, ist ein sehr langer Weg. Wir sollten nicht vergessen, dass es unsere zweite Bundesligasaison ist und fokussiert auf unsere bevorstehenden Aufgaben sein und nicht zu sehr in die Ferne schauen.

Aktuell ist Leipzig oben mit dabei. Genauso wie Ihre beiden Ex-Klubs, Leverkusen und Dortmund. Zwei Mannschaften mit einer sehr unterschiedlichen Saison. Wie verfolgen Sie deren Entwicklung?

Mir war schon klar, dass Leverkusen wieder oben mitspielen würde. Ohne die Dreifach-Belastung können sie sich optimal vorbereiten und müssen nicht alle drei Tage spielen. Außerdem gibt es weniger Verletzungen, was auch eine wichtige Rolle spielt. In Dortmund wusste vor der Saison keiner, wie es unter dem neuen Trainer wird. Dann hat es nicht so geklappt wie erhofft und es gab einen weiteren Trainerwechsel. Dann ist es schwer, auf dem gewohnten Niveau zu spielen, da man davon auch ein bisschen verunsichert werden kann – das ist normal. Aber auch wenn der BVB eine durchwachsene Saison spielt, sind sie ganz klar mit im Rennen um die Champions League. Deswegen sollte man die Lage dort ganz sicher nicht dramatisieren.

In Dortmund war vor allem der Januar sehr turbulent. Mit seinem unprofessionellen Verhalten sorgte Pierre-Emerick Aubameyang für viel Unruhe. Was sagen Sie aus Spielersicht dazu? Schließlich ist Aubameyang nicht der einzige Profi, der in den letzten Wochen negativ auffiel...

Spieler sollten sich immer sauber und sportlich verhalten. Wenn man den Wunsch hat den Verein zu wechseln, kann man das dem Verein gegenüber klar und fair kommunizieren. Aber man darf sich als einzelner Spieler nie über die die Mannschaft stellen. Ohne die Teamkollegen würde man nicht solche Leistungen zeigen oder Tore schießen können und hätte ggf. auch keine Angebote vorliegen. Bei mir war es im Sommer auch keine einfache Situation. Ich habe offen geäußert, dass ich gehen möchte, aber ich habe immer alles gegeben im Training. Das ist der gute und richtige Weg, sich zu verabschieden. Wenn die Fans dann trotzdem sauer sind, kann man das nachvollziehen und respektieren. Aber wenn so einen Wechsel brutal erzwungen wird, ist der Ärger der Fans umso verständlicher. Das belastet und schwächt ja auch die Mannschaft.

Wie wären Sie als Mitspieler mit der Situation umgegangen?

Es ist immer schwer, das aus der Ferne zu beurteilen. Aber grundsätzlich wäre ich wohl erst einmal ruhig geblieben und hätte mir das angeguckt, aber irgendwann dann auch was gesagt, denn ein unzufriedener Spieler sorgt nur für Unruhe. Erst wenn sich die Situation entspannt hat, kann man sich als Team wieder neu einschwören.

Haben die Spieler also zu viel Macht?

Das ist eine gute Frage, ich weiß es nicht. In erster Linie ist das ja nicht nur für den Verein schädlich, sondern auch für das Image des Spielers. Man geht zu einem neuen Verein, der nicht weiß, ob der Spieler das nicht noch einmal macht. Wenn ich darüber nachdenke, dass ich sowas machen würde… ich würde mich nicht gut fühlen, hätte ein schlechtes Gewissen. 

Sie standen im Sommer vor einem Wechsel nach China. Der Grund dafür war Roger Schmidt, der Trainer bei Beijing Guoan ist. Dann kam jedoch die Wende und Sie gingen nach Leipzig zu Ralph Hasenhüttl, den Sie bereits aus Aalen kennen. Wären Sie heute in China, wäre Hasenhüttl nicht Trainer bei RB?

Ich denke schon. Ich kannte ja schon mehr Personen in Leipzig als Ralph Hasenhüttl. Ralf Rangnick hat mich damals aus Aalen nach Salzburg geholt, Co-Trainer Zsolt Löw war auch schon Assistent in Salzburg. Auch in den zweieinhalb Jahren seit meinem Weggang aus Salzburg stand ich stets mit Ralf Rangnick in Kontakt.

Unter Roger Schmidt (r.) hat Kevin Kampl seine größten Entwicklungssprünge gemacht. (Quelle: imago/Horstmüller)Unter Roger Schmidt (r.) hat Kevin Kampl seine größten Entwicklungssprünge gemacht. (Quelle: Horstmüller/imago)

Welche Rolle spielt der Trainer bei Ihren Entscheidungen?

Eine sehr große! Mit Ralph Hasenhüttl kam ich in Aalen sehr gut aus, auch wenn ich nur kurz da war. Er war aber nicht glücklich darüber, dass ich nach drei Monaten wieder gewechselt bin. Salzburg galt damals als eine Station für ältere Spieler, doch es wurde ein neuer Weg mit jungen Spielern eingeschlagen. Es war der Schritt, der mich am meisten geprägt hat in meiner Karriere. Ich glaube deshalb konnte Ralph Hasenhüttl im Nachhinein meine Entscheidung verstehen. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis und kommen entsprechend gut miteinander aus.

In Dortmund lief es jedoch nicht so gut für Sie. Was machen Roger Schmidt und Ralph Hasenhüttl anders als Jürgen Klopp?

Ich bin zu einem relativ ungünstigen Zeitpunkt nach Dortmund gekommen. Wir waren vor der Rückrunde Vorletzter und haben es noch irgendwie in die Europa League geschafft. Ich war der einzige Winterneuzugang, die Erwartungen waren hoch. Es war insgesamt ein sehr turbulentes Jahr, was ich mir anders vorgestellt hatte. Trotzdem war das eine sehr gute Erfahrung für mich. Eine Station, in der nicht alles gut läuft, bringt einen auch weiter. Es war der richtige Schritt für mich. Jürgen Klopp ist ein super Trainer und ich bin froh, bereits so viele große Trainer gehabt zu haben.

In Leipzig spielen Sie im Mittelfeldzentrum neben Naby Keita. Im Sommer wechselt er nach Liverpool. Wie wollen Sie ihn ersetzen?

Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass Naby mit seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten ersetzt werden muss. Ich werde auch noch mehr gefragt sein. Man kann Naby nicht Eins-zu-Eins vergessen machen, deswegen sehe ich mich selbst auch in der Verantwortung.

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