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DFB-Pokal | VfB Stuttgart ist titelreif – wird der Traum vom Finale wahr?


Er wäre für verrückt erklärt worden

  • Noah Platschko
Von Noah Platschko

Aktualisiert am 08.12.2023Lesedauer: 3 Min.
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Jubel beim VfB: Stuttgart steht im Pokal-Viertelfinale.Vergrößern des Bildes
Jubel beim VfB: Stuttgart steht im Pokal-Viertelfinale. (Quelle: IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel)

Sebastian Hoeneß hat den VfB Stuttgart zu einem Spitzenteam geformt. In dieser Saison scheint alles möglich zu sein – auch ein Titel.

1. April 2023. Der VfB Stuttgart verliert mit 0:3 beim Tabellendritten Union Berlin und bleibt mit 20 Punkten nach 26 Partien Tabellenletzter der Fußball-Bundesliga, während die Köpenicker um die Champions League kämpfen.

7. Dezember 2023. Der VfB Stuttgart wirft den Vizemeister der Vorsaison Borussia Dortmund völlig verdient mit 2:0 aus dem DFB-Pokal und steht im Viertelfinale. In der Liga belegen die Schwaben mit 30 Punkten nach 13 Partien den dritten Tabellenplatz und spielen um Europa. Union Berlin ist mit sieben Zählern das Schlusslicht der Liga.

Pl.MannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.Form
1
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Leverkusen
23194059:16+4361
2
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Bayern
23172463:26+3753
3
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Stuttgart
23152652:29+2347
4
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Dortmund
23118446:30+1641
5
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Leipzig
23124749:30+1940

Gut acht Monate liegen zwischen diesen Bestandsaufnahmen beider Klubs. Und wer im Frühjahr die Prognose aufgestellt hätte, dass das Tabellenbild Ende 2023 so aussehen würde, er wäre für verrückt erklärt worden.

Ein Glücksgriff

Das 0:3 des VfB bei Union Berlin an jenem 1. April markierte eine Zäsur. Es war die letzte Partie des bei seinem zweiten Engagement in Schwaben gescheiterten Bruno Labbadia. Die Verantwortlichen um Alexander Wehrle und Fabian Wohlgemuth, die Labbadia auch geholt hatten, sahen keine andere Möglichkeit, als sich von diesem zu trennen – und das, obwohl man nach einem desaströsen 0:1 zu Hause gegen Wolfsburg die Länderspielpause verstreichen ließ, um eine Veränderung auf der Trainerposition herbeizuführen.

So folgte der Trainertausch also zwei Wochen später. Und mit Sebastian Hoeneß wurde ein Mann aus dem Hut gezaubert, der keiner der Namen war, die stetig durch die Medien geisterten. Wie sich in den vergangenen acht Monaten herausgestellt hat, war dieser Mann ein Glücksgriff.

Und ja, auch im Erfolg ist der Fußball ein schnelllebiges Geschäft. Aber wie Sebastian Hoeneß es geschafft hat, einer verunsicherten Mannschaft eine attraktive Spielidee zu verpassen, nötigt allerhöchsten Respekt ab. Trotz namhafter Abgänge wie Borna Sosa, Dinos Mavropanos und allen voran Kapitän Wataru Endo entpuppt sich der VfB unter Hoeneß als fußballerisches Spitzenteam.

Passspiel, Positionierung auf dem Feld, Ballzirkulation, Pressingverhalten. Alles hat aktuell Hand und Fuß beim VfB. Selbst vor der vermeintlichen Übermannschaft Bayer Leverkusen, die am Sonntag in die MHPArena kommt, brauchen die Schwaben keine Angst zu haben. Der VfB besitzt mit Neuzugang Alexander Nübel im Tor, Abwehrchef Waldemar Anton, der ballsicheren Doppelsechs Atakan Karazor und Angelo Stiller sowie dem kongenialen Sturmduo Deniz Undav und Serhou Guirassy eine qualitativ hochwertige Achse, die in der Bundesliga so kaum ein weiterer Klub vorzuweisen hat.

Und damit sind noch längst nicht alle Spieler erwähnt, die den VfB momentan zu dem Spitzenteam machen, das sie sind. Maximilian Mittelstädt, bei der Hertha in Berlin noch ein Durchschnittskicker, blüht auf der linken Abwehrseite mit Offensivdrang und starkem Pressingverhalten auf. Enzo Millot brilliert im Mittelfeld mit klugen Pässen und starken Laufwegen. Selbst Dan-Axel Zagadou hat seine Fehleranfälligkeit abgestellt, ist als Turm in der Abwehr eine Bank – und spielt auf einmal flache Risikopässe durchs Zentrum, die auch noch ankommen.

In der Liga warten auf den VfB nun die Top-Gegner Leverkusen (zu Hause) und Bayern München (auswärts). Partien, die zu einer weiteren Standortbestimmung für die Schwaben werden, ehe zum Jahresausklang der FC Augsburg nach Stuttgart reist.

Von der Meisterschaft wird in Stuttgart noch niemand reden – berechtigterweise, wäre ein Kokettieren mit Platz eins dann doch des Guten zu viel. Allerdings darf man in Stuttgart von einem anderen Titel träumen. Warum denn auch nicht? Im DFB-Pokal sind Bayern München, Borussia Dortmund und Vorjahressieger Leipzig bereits ausgeschieden. Von der spielerischen Qualität ist mit Bayer Leverkusen nur noch eine Mannschaft unter den letzten Acht, die als stärker einzuordnen ist als der VfB in seiner jetzigen Verfassung.

Kommt also ein wenig Losglück dazu, dürfte der Traum vom Finale in Berlin keineswegs ein unrealistischer sein. Im Gegenteil. Der Traum vom Titel ist realer denn je. Wer hätte das vor acht Monaten gedacht?

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