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Edita Gruberova beendet ihre Opernkarriere

Von dpa
Aktualisiert am 28.03.2019Lesedauer: 2 Min.
Eine Ära geht zu Ende: Nach mehr als 50 Jahren hat Edita Gruberova ihre Opernkarriere beendet.
Eine Ära geht zu Ende: Nach mehr als 50 Jahren hat Edita Gruberova ihre Opernkarriere beendet. (Quelle: EPA/APA/Schlager Roland/Archiv./dpa)
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M├╝nchen (dpa) - Um 21.42 Uhr am Mittwochabend senkt sich der Vorhang der Bayerischen Staatsoper in M├╝nchen. Mit den letzten T├Ânen der lyrischen Trag├Âdie "Roberto Devereux" von Gaetano Donizetti endet auch die Opernkarriere der Sopranistin Edita Gruberova, nach mehr als 50 Jahren.

Als sich der Vorhang zum Applaus wieder hebt, bricht ein Begeisterungssturm los. Rote Rosenbl├Ątter rieseln auf die 72-J├Ąhrige herab, die sich gerade mit ihrer Paraderolle der K├Ânigin Elisabetta verabschiedet hat. Blumenstr├Ąu├če fliegen auf die B├╝hne, das Publikum klatscht, stampft und jubelt, gut 50 Minuten lang. "Es war wunderbar und es war genug", kommentiert Gruberova ergriffen ihren Abschied. "Es ist so, als ob man eine ganz gro├če Familie verlassen w├╝rde."

"Edita Gruberova ist die Primadonna assoluta, die Einzigartige, die gro├če Diva", schw├Ąrmte Staatsintendant Nikolaus Bachler. Zum Abschied schenkt er ihr die K├Âniginnenkrone der Elisabetta, die sie kurz zuvor noch in der Inszenierung von Christof Loy getragen hat. Bayerns Kunstminister Bernd Sibler (CSU) nannte sie gar eine Legende.

Dass sie mal auf der B├╝hne umjubelt werden w├╝rde, wurde Gruberova nicht in die Wiege gelegt. Geboren am 23. Dezember 1946 in Bratislava, heute Slowakei, wuchs sie in einfachen Verh├Ąltnissen auf. Der Vater trank, zur Mutter entwickelte sie ein enges Verh├Ąltnis. Ihre Flucht aus der oft harten Realit├Ąt: Das Singen, zuhause, im Schulchor und im Rundfunkkinderchor. "Ich habe mich immer in den Gesang gerettet, auch meine Mutter hat gerne gesungen, von ihr habe ich die Stimme bekommen", sagte sie 2015 in einem Interview im Bayerischen Rundfunk (BR). In einer Biografie fand sie poetische Worte: "Wir haben durch unser Singen unsere Seelen gel├╝ftet."

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Von 1961 bis 1968 studierte sie am Konservatorium in Bratislava. Danach ging es steil nach oben. An der Wiener Staatsoper deb├╝tierte sie 1970 in Mozarts "Zauberfl├Âte" als K├Ânigin der Nacht. 1974 sang sie in dieser Rolle erstmals an der Bayerischen Staatsoper. Ihr internationaler Durchbruch war 1976 die Rolle der Zerbinetta in "Ariadne auf Naxos" von Richard Strauss. Bald war sie sehr gefragt, sang in Mailand, New York, Madrid oder Paris. Eigens f├╝r sie hoben Regisseure selten gespielte Opern mit schwierigen Gesangsrollen ins Programm.

Beinamen hat die Bayerische und ├ľsterreichische Kammers├Ąngerin viele, etwa "K├Ânigin der Koloratur" oder "ewige Hohepriesterin des Belcanto", wie 2010 die "Wiener Zeitung" schrieb. Klar, dass sie bei all der Verehrung nicht einfach Edita Gruberova genannt wird, sondern "die Gruberova". So wie "die Callas" oder "die Caball├ę".

Mit dem Singen aufh├Âren will die S├Ąngerin, die im schweizerischen Z├╝rich lebt, nicht. Sie werde Konzerte geben und S├Ąnger als Mentorin begleiten, hie├č es. Dabei kann sie ihre Leidenschaft weitergeben. Schauspielerei habe sie auch interessiert, sagte Gruberova mal. Aber in der Oper komme noch die Dimension der Musik hinzu. "Das ist das Allerh├Âchste, was uns der Himmel, was uns Gott geschenkt hat."

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