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Günther Jauch über AfD-Talk: "Totschweigen ist der falsche Ansatz"

Günther Jauch bilanziert seinen Polit-Talk  

"Als Höcke die Deutschlandfahne hervorzog, dachte ich 'Super, das ist gelaufen!'"

13.06.2016, 13:15 Uhr | t-online.de

Günther Jauch über AfD-Talk: "Totschweigen ist der falsche Ansatz". Ein halbes Jahr ohne Polit-Talk in der ARD: Moderator Günther Jauch blickt recht zufrieden auf seine Talkshow zurück. (Quelle: dpa)

Ein halbes Jahr ohne Polit-Talk in der ARD: Moderator Günther Jauch blickt recht zufrieden auf seine Talkshow zurück. (Quelle: dpa)

Seit einem halben Jahr moderiert Günther Jauch (59) jetzt nicht mehr seinen Sonntagabend-Talk. Zeit für ihn, Bilanz zu ziehen. Gegenüber dem Magazin des "Kölner Stadtanzeigers" tut er genau das und watscht dabei seine Kritiker hart ab: "Das war doch immer die gleiche Leier!"

Selbstbewusst und zufrieden zeigt sich der Polit-Talker im Rückblick auf seine Show, die zwischen 2011 und 2015 sonntagabends in der ARD zu sehen war. Den Dauernörglern, die Jauch immer wieder zu wenig Durchsetzungsvermögen im Gespräch mit schwierigen Gästen oder insgesamt zu wenig Esprit unterstellt hatten, gab der Moderator eine klare Absage: "Das war doch immer dieselbe Leier. 'Und wieder war Günther Jauch mit seinen Gästen nicht in der Lage, den Nahost-Konflikt zu lösen.' Als ob ich das je gewollt, geschweige denn gekonnt hätte."

"Nie war ein Polit-Talk so erfolgreich"

Er habe seinen Zuschauern gemeinsam mit seinen Gästen komplizierte, politische Sachverhalte klar machen wollen. Er habe junge Leute für Politik interessieren wollen. "Das ist bis zum Schluss gelungen: Niemals war irgendein Polit-Talk über Jahre beim Publikum so erfolgreich - auch nicht vor meiner Zeit."

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Dass man ihm übel genommen hatte, auch umstrittenen Politikern aus der AfD, wie zum Beispiel Björn Höcke, in seiner Talkshow ein Forum geboten zu haben, kann Jauch bis heute nicht nachvollziehen: "Ich halte das anschließende Gezeter bis heute für komplett unsinnig - und für unpolitisch obendrein. Das Plattform-Argument gibt sich moralisch überlegen, entzieht sich aber dem Streit über Inhalte. Totschweigen, ignorieren - das ist der völlig falsche Ansatz."

"Der Typ ist jetzt komplett entlarvt"

Als Höcke in der Sendung vom 18. Oktober 2015 eine Deutschlandfahne hervorzog und damit seinen Sessel dekorierte, habe er gedacht: "'Super, das ist gelaufen! Der Typ hat sich jetzt komplett entlarvt.' Wer danach nicht erkannt hatte, wes Geistes Kind diese Leute sind, dem kann ich dann auch nicht mehr helfen. Im Nachhinein gesehen, war das eine meiner interessantesten Sendungen, die ich jederzeit wieder machen würde - und zwar genau so."

Talkshows ja - aber bitte kein Kasperletheater

Die Quoten seiner Sendung geben ihm Recht. Seine Vorgängerin und Nachfolgerin auf dem Sendeplatz, Anne Will, erreicht mit ihrem Talk nicht so viele Zuschauer. Genervt ist Jauch indes von der häufig künstlichen Konstruktion einiger Talkshows. Das erinnere ihn an Kasperletheater: "Das Kasperle mit der Pritsche, der Polizist mit seinem Knüppel, das Krokodil, der tollpatschige Seppel und so weiter. Und am Ende soll es einen Gewinner und einen Verlierer geben - das ist aber nicht meine Vorstellung von politischem Erkenntnisgewinn."

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