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Tim Mälzer kämpft bei "Markus Lanz" mit den Tränen: "Jetzt wird es knüppelig"

"Jetzt wird es knüppelig"  

Tim Mälzer kämpft bei "Markus Lanz" mit den Tränen

06.05.2020, 18:23 Uhr | JaH, t-online

Tim Mälzer kämpft bei "Markus Lanz" mit den Tränen: "Jetzt wird es knüppelig"  . Tim Mälzer: Bei "Markus Lanz" fehlten ihm die Worte. (Quelle: imago images / Future Image)

Tim Mälzer: Bei "Markus Lanz" fehlten ihm die Worte. (Quelle: imago images / Future Image)

Am Dienstagabend ging es in der Talkshow "Markus Lanz" um die Zukunft in der Coronakrise. TV-Koch Tim Mälzer war dabei sichtlich mitgenommen und nervlich am Ende. Als Gastronom fehle ihm momentan einfach die Perspektive. 

"Tim Mälzer ist jemand, den ich selten in meinem Leben sprachlos erlebt habe", erklärt Markus Lanz in seiner gleichnamigen Talkshow am Dienstagabend. Er war überrascht und auch berührt, als sein Gesprächspartner einfach nicht auf seine Frage antworten konnte und wollte. 

Dem vorangegangen waren die Diskussionen in der Runde. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erklärten, dass die Krise, ausgelöst durch das Coronavirus, uns noch lange beschäftigen würde. Lauterbach sprach von mindestens eineinhalb bis zwei Jahren. Heil versicherte, dass das wirtschaftliche Leben nur Schritt für Schritt wieder stattfinden könne. Im Anschluss wollte Lanz von Mälzer wissen, wie die wirtschaftliche Lage bei ihm aussehen würde.  

"Ich bin gerade echt angefasst!"

Denn vor einigen Wochen war der Koch schon einmal in der Talkshow zu Gast. Lanz zitierte ihn nun: "Damals hast du gesagt: 'Wenn das so weiter geht, bin ich in drei Monaten pleite.' Wie ist der Stand heute?" Doch Mälzer konnte nicht antworten, kämpfte mit den Tränen, musste schlucken, drehte sich von Lanz weg: "Ich hätte die Frage gerne hinten angestellt, weil ich gerade echt angefasst bin", erklärte er. 

Lanz wollte wissen, was ihn genau beschäftige. Doch Mälzer war noch immer nicht in der Lage zu antworten: "Stell mal jemand anderem kurz eine Frage. Ich höre hier zu und ich bin ja nicht dumm. Ich verarbeite Informationen. Ich geh mal kurz raus, ernsthaft." Der sonst nie um einen Spruch verlegene 49-Jährige konnte sich nicht mehr fassen.

"Ich bin kein kalter Hund, Herr Mälzer"  

Der Moderator holte Hubertus Heil mit in das Gespräch. "Ich habe oft erlebt, dass Leute Angst um ihre Existenz haben und ich will Wert darauf legen, dass uns das nicht egal ist", betonte der Arbeitsminister. "Wir haben mit Maßnahmen in den Bund und Ländern versucht zu unterstützen. Ich bin kein kalter Hund, Herr Mälzer, das will ich ihnen sagen", betonte er. "Ich wollte ihnen mit dem, was ich gesagt habe, nicht zu nahe treten."

Er würde als Arbeitsminister am liebsten alles wieder öffnen. Doch er habe eine Verantwortung, so Heil. Die ginge über die Politik hinaus und betreffe nun den Schutz der Gesundheit. Er könne die Sehnsucht aber verstehen und wisse, dass es um Existenzen gehe. 

"Ich subventioniere schon von meinem eigenen Geld" 

Mälzer fand seine Worte wieder. Er erklärte: "Es geht nicht nur um meine Existenz." Es gehe ihm um seine rund 240 Mitarbeiter, für die er eine Verantwortung habe. "Ich habe einen Laden, den kriege ich durch die Krise. Die Bullerei." Dort habe er Rücklagen bilden können. Aber: "Ich habe aber auch Läden, die rein faktisch jetzt geschlossen werden müssen, weil mir jegliche unternehmerische Vision fehlt in irgendeiner Form aktiv zu bleiben oder Gelder in die Hand zu nehmen. Ich subventioniere schon von meinem eigenen Geld. Das ist okay, ich mache das gerne. Das ist die Aufgabe von einer Gesellschaft." Momentan sehe er aber "die Perspektivlosigkeit, in die man hineinarbeitet". "Das ist ganz schön krass. Ich wollte positiv sein, ich wollte offen sein. Jetzt wird es ganz schon knüppelig", so Mälzer und er stellte die Frage: "Soll ich meine Mitarbeiter entlassen oder soll ich den Betrieb einfrieren und die Mitarbeiter auf Kurzarbeit lassen." 

Die Perspektivlosigkeit, dass sich das ganze noch mehr als ein Jahr ziehen könnte, lasse ihn verzweifeln. "Wir sind platt, wir stehen." Vom Landwirt bis zum Minijobber betreffe die Krise eine ganze Branche. Dabei lobte er zwar die Senkung der Mehrwertsteuer, die Kurzarbeit oder den Mitkündigungsschutz, beschrieb diese "Tools" aber auch als nicht ausreichend gestaltet für die Langfristigkeit. 

Mittlerweile fordern die Wirschaftsminister eine bundesweite kontrollierte Öffnung des Gastgewerbes in einem Korridor vom 9. bis 22. Mai. Niedersachsen gab bereits an, am 11. Mai die Gastronomie wieder zu öffnen.

Verwendete Quellen:

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