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BKA: Deutschland von Cyberattacken besonders betroffen

Von dpa
Aktualisiert am 09.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Bei sogenannten DDoS-Attacken ("Distributed Denial of Service") versuchen Angreifer, Server mit einer Flut von Anfragen lahmzulegen.
Bei sogenannten DDoS-Attacken ("Distributed Denial of Service") versuchen Angreifer, Server mit einer Flut von Anfragen lahmzulegen. (Quelle: Matthias Balk/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Deutschland ist von Cyberattacken ĂŒberdurchschnittlich stark betroffen.

Das liegt nach EinschÀtzung der Sicherheitsbehörden allerdings nicht daran, dass es Hackern hierzulande durch schwache IT-Sicherheitsvorkehrungen leichter gemacht wird als anderswo, sondern schlicht daran, dass Deutschland wohl als "lukratives Angriffsziel" gelte, sagte die VizeprÀsidentin des Bundeskriminalamtes (BKA), Martina Link, am Montag bei der Vorstellung des Bundeslagebilds Cybercrime 2021 in Berlin.

In den vergangenen Tagen gab es eine ganze Serie von Cyberangriffen auf deutsche Behörden und Ministerien. Betroffen war auch das BKA, wie VizeprĂ€sidentin Link weiter berichtete. Der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Maximilian Kall, sagte, die relativ simpel aufgesetzten Überlastungsattacken seien erfolgreich abgewehrt worden und hĂ€tten nach bisherigem Kenntnisstand keinen bleibenden Schaden verursacht. Es seien auch keine Daten abgeflossen.

Anstieg um mehr als zwölf Prozent

Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei im Bereich Cybercrime bundesweit 146.363 Delikte - ein Anstieg um mehr als zwölf Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr. Vor allem im Bereich Ransomware und bei DDoS-Angriffen sei ein starker Zuwachs festgestellt worden.

Als Ransomware werden Schadprogramme bezeichnet, die bei den Opfern den Zugriff auf Daten und Systeme einschrĂ€nken oder verhindern, indem sie beispielsweise alle Festplatten verschlĂŒsseln. FĂŒr die EntschlĂŒsselung verlangen die Angreifer dann ein Lösegeld (engl. "ransom"). Bei DDoS-Attacken ("Distributed Denial of Service"), versuchen Angreifer, Server mit einer Flut von Anfragen lahmzulegen.

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So waren im vergangenen Sommer nach einem DDoS-Angriff auf einen deutschen IT-Dienstleister fĂŒr Banken teilweise Webseiten, Online-Banking und weitere Dienste vorĂŒbergehend nicht erreichbar oder nur eingeschrĂ€nkt nutzbar. Zu den relevantesten Attacken zĂ€hlte das BKA auch eine Attacke mit der Ransomware Conti vom November. Hier traf es laut Lagebild ein Unternehmen, dessen Software in etwa einem Viertel der deutschen Arztpraxen verwendet wird.

AufklÀrungsquote bei Cyberangriffen

Die AufklĂ€rungsquote bei Cyberangriffen lag mit rund 29 Prozent im vergangenen Jahr erneut auf niedrigem Niveau. Ein Grund dafĂŒr sei die geringe Anzeigebereitschaft von betroffenen Unternehmen, sagte Link. Eine enge Kooperation in einem frĂŒhen Stadium des Angriffs sei aber Grundvoraussetzung fĂŒr eine erfolgreiche BekĂ€mpfung. Ein Grund fĂŒr das Zögern sei wohl die unbegrĂŒndete Sorge, durch eine Zusammenarbeit mit der Polizei könne der Angriff öffentlich werden.

Dass die Zahl der Cyberangriffe zunehme, wĂ€hrend die Zahl der Straftaten insgesamt rĂŒcklĂ€ufig sei, wertete die BKA-VizeprĂ€sidentin als "Ausdruck der fortschreitenden Verlagerung von KriminalitĂ€t in den digitalen Raum". Die zunehmende Verzahnung internationaler Lieferketten sowie die durch die Corona-Pandemie beschleunigte Digitalisierung schafften fĂŒr Cyberkriminelle neue Tatgelegenheiten.

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine am 24. Februar haben Bundesbehörden insgesamt "keine grĂ¶ĂŸeren Cyberattacken feststellen können", wie der Sprecher des Innenministeriums sagte.

Angriffe auf Webseiten deutscher Behörden

Der "Spiegel" hatte berichtet, russische Hacker hĂ€tten Angriffe auf Webseiten deutscher Behörden verĂŒbt, wodurch diese zeitweilig unerreichbar gewesen seien. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins richteten sich die Attacken unter anderem gegen das Verteidigungsministerium, den Bundestag, die Bundespolizei sowie mehrere Landespolizeibehörden. Auch die SPD-Webseite von Bundeskanzler Olaf Scholz soll demnach betroffen gewesen sein.

Die russische Hackergruppe "Killnet" habe sich im Messengerdienst Telegram zwar dazu bekannt, sagte Link. Wer hinter der Attacken stecke, sei aber noch nicht abschließend geklĂ€rt. Die IntensitĂ€t der Angriffe, die sich vor allem gegen Websites der staatlichen Stellen gerichtet hĂ€tten, sei insgesamt "ĂŒberschaubar" gewesen.

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