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Maybritt Illner-Talk: "In Polen hat man in jedem Wald besseres Internet"


"In Polen hat man in jedem Wald besseres Internet"

Eine TV-Kritik von Nico Damm

Aktualisiert am 23.02.2018Lesedauer: 3 Min.
Meinung
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Maybrit Illner: Seit 1999 beleuchtet sie in ihrer Talkshow aktuelle politische Themen.
Maybrit Illner: Seit 1999 beleuchtet sie in ihrer Talkshow aktuelle politische Themen. (Quelle: imago images / Emmanuele Contini)
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Hat Deutschland Angst vor der Arbeit von morgen? Die Gäste bei Maybrit Illner diskutieren über die Sorgen der Menschen über den Nachholbedarf, den das Land auf dem Feld der Digitalisierung hat.

Die Gäste:

  • Andrea Nahles (SPD), Fraktionsvorsitzende und designierte Parteivorsitzende
  • Nicola Beer (FDP), Generalsekretärin
  • Peter Altmaier (CDU), geschäftsführender Kanzleramtsminister
  • Prof. Dr. Stefan Sell, Sozialwissenschaftler, Ökonom und Arbeitsmarktexperte
  • Sina Trinkwalder, Unternehmerin und Gründerin des "ökosozialen" Textilunternehmens "manomama"

Das Thema:

Laut einer aktuellen Umfrage bangen 60 Prozent der Deutschen, ihren Job aufgrund der Digitalisierung zu verlieren. Sind es etwa solche Ängste, die die Volksparteien nicht genug adressiert haben und dann dafür bei der Bundestagswahl abgestraft wurden? Das diskutierte Illner mit ihren Gästen unter dem Titel "Digital oder sozial – die Angst um die Arbeit von morgen" – aufgrund der Verleihung der Goldenen Kamera über eine Stunde später als üblich.

Der Frontverlauf:

Erst mal nahm Illner die Groko-Vertreter in die Pflicht. Wer trägt Verantwortung auf die immer schlechter werdenden Umfragewerte der SPD?

Nahles blieb cool: Das sei "nach einer solchen Debatte" wie um den Mitgliederentscheid normal. Ob sich Altmaier ärgere, dieser schwachen SPD das Finanzministerium zu geben? "Das kann man mit gemischten Gefühlen sehen", gab sich der Kanzleramtschef diplomatisch.

Trinkwalder stellte den letzten Bundesregierungen ein schlechtes Zeugnis aus. Dass die Menschen um ihren Job fürchten, sei in den letzten zehn Jahren ignoriert worden. Dass Nahles das deutsche Sozialsystem und die geplante Öffnung der Rentenversicherung für Selbstständige lobte, reichte Trinkwalder nicht: "Das ist ein total romantisches Bild." Die kommende Veränderung sei so fundamental, dass man darüber nachdenken müsse, wie man mit den Menschen, deren Jobs wegfielen, umgehe. Auch das Thema Grundeinkommen schnitt sie an, wurde allerdings von der Moderatorin abgewürgt.

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Sell bestätigte den Trend: "In der Fertigung verlieren wir jeden Tag Jobs." Allerdings entstehe gleichzeitig neue Arbeit. Nicht nur für hochqualifizierte IT-Menschen, sondern auch in Pflege, Bildung und Erziehung. "Doch in der Pflege wird teilweise desaströs bezahlt." Das könne nicht sein. Altmaier widersprach wie auch Nahles dem düsteren Bild, das Trinkwalder zeichnete. Die Arbeitslosigkeit sei gesunken, die Jobs heute sicherer. Um Jobs wie in der Pflege „ordentlich“ zu bezahlen, müsse die Industrie so fit gemacht werden für die Digitalisierung, dass die Pflegejobs durch die dortige Wertschöpfung quer finanziert würden.

Hat denn die Union, namentlich der zuständige Minister Alexander Dobrindt (CSU), den Breitbandausbau verschlafen? "Wir müssen schauen, was falsch gelaufen ist. Das Geld war da." Es sei aber zu wenig abgerufen worden. Trotzdem musste sich Altmaier anhören, wie Sell etwas genüsslich vom tollen Internet in Nordpolen berichtet: "Dort hat man in jedem Wald besseres Internet als bei uns."

Streitpunkt des Abends:

Vernichtet die Digitalisierung Jobs oder nicht? Das war eine der umstrittensten Fragen des Abends. Während Trinkwalder die Frage eindeutig bejahte, sahen Nahles, Altmaier und Beer eine unnötige Angstdebatte und betonten die Chancen. Während die Koalitionäre vor allem ihre Regierungspolitik verteidigten, betrachtete Beer das Thema naturgemäß eher von Arbeitgeberseite her. Sie forderte, die Vermittlung von Programmierkenntnissen in der Grundschule zu vermitteln, viel Weiterbildung und ein Digitalministerium. Auch wenn Routineaufgaben wie von Rechnungsprüfern oder Bankkaufleuten von Algorithmen übernommen werden: "Das setzt Bereiche frei, in denen es auf menschliche Fähigkeiten ankommt."

Was übrig bleibt:

Erstaunlich, wie ruhig diese Debatte lief. Da verschläft die große Koalition seit vielen Jahren – neben anderen – ein entscheidendes Zukunftsthema, und steckt in einer Talkshow noch nicht einmal wirklich dafür ein. Altmaier und Nahles präsentierten einen Flickenteppich.

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Lösungen: Nahles will Digitalisierungsrationalisierungsverlierer von der Arbeitsagentur beraten lassen und ein "Chancenkonto" – das die Union momentan gar nicht will, wie sie auf Nachfrage Illners zugeben musste.

Altmaier argumentierte nach dem Motto: Geht es der Industrie gut, geht es allen gut. Sprich, die Hauptaufgaben der Digitalisierung liegen in der Förderung der Unternehmen. Verübeln konnte man die etwas wirre Sendung den Gästen nicht, schließlich bleibt die Frage, ob die allgegenwärtigen Zukunftsängste so schrecklich viel mit Angst vor der Digitalisierung zu umfassen sind. Für Sell ist die zentrale Frage deshalb nicht, wie viel Kilometer Glasfaserkabel wir pro Jahr verlegen müssen, sondern die nach der Umverteilung: "Dass fast 40 Prozent der Bevölkerung heute weniger in der Tasche hat als Ende der Neunziger, diese Polarisierung ist gesellschaftspolitischer Sprengstoff!"

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