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Schulden abbauen: Mit diesen Tipps begleichen Sie sie schnell


Diese Schulden sollten Sie zuerst begleichen

  • Christine Holthoff
Von Christine Holthoff

Aktualisiert am 13.08.2022Lesedauer: 6 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Ein Mann bearbeitet Rechnungen (Symbolbild): Der Schuldenfalle zu entkommen, ist schwierig, aber möglich.
Ein Mann bearbeitet Rechnungen (Symbolbild): Der Schuldenfalle zu entkommen, ist schwierig, aber möglich. (Quelle: Geber86/getty-images-bilder)
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Ist das Konto ständig im Minus, belastet das nicht nur die Psyche. Es führt auch zu handfesten Problemen, wenn Sie Ihre Rechnungen nicht mehr zahlen können. So bauen Sie Ihre Schulden schnell ab.

Das Wichtigste im Überblick


  • Überblick verschaffen
  • Diese Schulden zuerst bezahlen
  • Ausgaben reduzieren
  • Einnahmen steigern
  • Sich selbst austricksen
  • Hilfe holen
  • Rücklagen bilden

Das Auto ist noch nicht abbezahlt, die Miete wird immer teurer und jetzt will der Staat auch noch das Bafög zurück? Es kann Momente im Leben geben, in denen einfach alles zusammenkommt – und sich die Kontolage zuspitzt.

Womöglich läuft aber auch grundsätzlich etwas schief bei Ihren Finanzen und Sie leben konsequent über Ihren Verhältnissen. So oder so – sich seiner Schulden bewusst zu werden, ist der erste Schritt zurück in die finanzielle Freiheit.

Wie es danach weitergeht, wie Sie also Ihre Schulden effektiv abbauen, zeigen wir Ihnen in diesem Ratgeber. Also: Einmal tief durchatmen und auf geht's Richtung Schuldenfreiheit.

Überblick verschaffen

Ja, es klingt nervig, aber Sie kommen nicht darum herum: Wer wissen will, wo seine Probleme liegen, muss notwendigerweise eine Bestandsaufnahme machen.

  • Wie hoch sind die Schulden insgesamt?
  • Wem schulden Sie wie viel?
  • Und wofür geht das Geld genau drauf?

Gehen Sie diese Fragen nicht nur im Kopf durch, sondern schreiben Sie die Antworten auf. Machen Sie eine Liste mit allen Gläubigern, notieren Sie sich die Summen, die noch ausstehen, und ob Sie noch Rücklagen haben. Öffnen Sie unbedingt auch alle Briefe und stellen Sie sich den Rechnungen, die Augen davor zu verschließen macht das Problem nur größer.

Um laufende Einnahmen und Ausgaben im Blick zu behalten, ist ein Haushaltsbuch hilfreich. Das können Sie ganz simpel per Stift und Papier führen oder als Excel-Tabelle auf dem PC. Besonders bequem sind spezielle Apps, die Sie auch mit ihrem Konto verknüpfen können. Eine Vorlage für ein Haushaltsbuch finden Sie hier.

Gut zu wissen: Schulden sind nicht per se schlecht. Schaffen sie langfristig einen Mehrwert – etwa weil Sie das Geld in Ihre Bildung investieren oder am Ende ein Eigenheim besitzen, nennt man das gute Schulden. Schlechte Schulden sind hingegen Kredite für reine Konsumgüter wie Möbel, Autos oder Smartphones. Denn diese verlieren schnell an Wert. Überlegen Sie deshalb sorgfältig, ob eine Anschaffung wirklich nötig ist.

Diese Schulden zuerst bezahlen

Haben Sie den Überblick über Ihre Finanzen, ist die entscheidende Frage für eine schnelle Lösung: Gibt es genug Geld, um die Schulden zu bezahlen?

Da Sie vermutlich gar nicht erst in dieser Situation wären, wenn Sie große Rücklagen hätten, ist hier vor allem der Blick auf die monatlichen Ein- und Ausgaben relevant. Nehmen Sie regelmäßig mehr Geld ein, als sie ausgeben, können Sie Ihre Schulden mit ein wenig Disziplin schnell loswerden.

Aber auch wenn dem noch nicht so ist, könnte es unter Umständen schon ausreichen, ihre Gewohnheiten zu ändern. Mit welchen Tricks Sie Ihre Ausgaben reduzieren und Ihre Einnahmen erhöhen, lesen Sie weiter unten.

In jedem Fall hilft Ihnen eine Strategie, um Schritt für Schritt aus den Miesen zu kommen. Welches Vorgehen für Sie das richtige ist, entscheiden Sie selbst. Diese Möglichkeiten gibt es:

  • Die teuersten Schulden zuerst: Rein mathematisch ist der sinnvollste Weg aus den Schulden, sich zunächst um die Kredite zu kümmern, bei denen Sie die höchsten Zinsen zahlen. Denn je größer die Last, von der Sie sich befreien, desto mehr Geld wird frei für andere Schulden. Nutzen Sie zum Beispiel einen Dispokredit, sollten Sie über eine Umschuldung auf einen Ratenkredit nachdenken. Mehr dazu lesen Sie hier.
  • Die geringsten Schulden zuerst: Andererseits kann Sie ein schneller Erfolg motivieren. Es kann daher sogar effektiver sein, wenn Sie erst mal die kleineren Posten loswerden. So reduziert sich die Zahl Ihrer Gläubiger schneller, der psychische Druck sinkt ebenfalls – und wenn Sie einmal in Gang gekommen sind, fällt auch der Rest leichter.
  • Schulden bündeln: Apropos kleinere Kredite: Prüfen Sie, ob Sie Kreditkartenschulden oder mehrere Ratenkredite zusammenfassen können. So sichern Sie sich durch die höhere Rate womöglich niedrigere Zinsen.

Ausgaben reduzieren

Egal wie man es dreht und wendet, am Ende ist Schuldenabbau nicht mehr als eine einfache Matheaufgabe: Einnahmen minus Ausgaben gleich Geld, das Sie zur Verfügung haben – oder eben nicht.

Um das Ergebnis ins Plus zu bringen, müssen Sie also entweder Ihre Einnahmen erhöhen oder Ihre Ausgaben senken. Kurzfristig leichter fallen dürfte Letzteres.

Sparen beim Einkaufen und in der Freizeit

Dank Ihres Haushaltsbuchs wissen Sie inzwischen, wofür genau Sie jeden Monat Geld ausgeben und welche Posten die größten Beträge fressen. Idealerweise haben Sie auch schon ein Gefühl dafür bekommen, welche Ausgaben Ihnen wichtiger sind als andere – und wo Sie Abstriche machen wollen.

An welcher Stelle Sie sparen, ist letztlich individuell. Während der eine keinesfalls auf den Einkauf im Bio-Supermarkt verzichten möchte, dafür aber bereit ist, vom Auto aufs Fahrrad umzusteigen, reduziert der andere vielleicht lieber seinen Coffee-to-go-Konsum, spart dafür aber nicht am Cafébesuch mit Freunden.

Besonders nachhaltig sparen Sie, wenn Sie es schaffen, Ihre Fixkosten zu reduzieren. Sprich: Miete, Verträge für Versicherungen und Abos. Denn einmal gesenkt, zieht sich die Ersparnis durch: Monat für Monat haben Sie mehr Geld zur Verfügung.

Einnahmen steigern

Die andere Stellschraube, an der Sie drehen können, sind die Einnahmen. Sie zu erhöhen, dürfte zwar schwieriger sein, als die Ausgaben zu reduzieren – unmöglich ist es aber nicht.

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Ein Weg führt Sie zum Beispiel zu Ihrem Chef. Haben Sie gute Argumente, sollten Sie regelmäßig eine Gehaltserhöhung fordern. Hier finden Sie fünf Tipps, wie Sie mehr Geld verhandeln.

Arbeiten Sie aktuell in Teilzeit, könnten Sie darüber nachdenken, Ihre Arbeitsstunden pro Woche zu erhöhen. Sicher hatten Sie gute Gründe dafür, nicht voll zu arbeiten, vielleicht sind diese inzwischen aber veralte, etwa weil die Kinder zum Beispiel längst alleine klarkommen. Arbeiten Sie mehr, hilft das übrigens nicht nur in Ihrer jetzigen Situation, sondern Sie tun damit auch Ihrer Rente etwas Gutes.

Kommen mehr Stunden im gleichen Job für Sie nicht in Frage oder erlaubt Ihr Arbeitgeber es Ihnen nicht, könnte ein Nebenjob eine Alternative sein. Lesen Sie hier, worauf Sie bei einem 450-Euro-Job unbedingt achten sollten.

Sie können aber auch noch einen Schritt weitergehen und gleich den kompletten Job wechseln. Oft bringt schon eine Veränderung innerhalb derselben Branche mehr Gehalt. Perspektivisch könnten Sie auch überlegen, sich weiterzubilden oder umzuschulen, wenn Sie sehen, dass Ihnen das derzeitige Gehalt immer wieder Probleme machen wird.

Und noch ein Tipp, um schnell an mehr Geld zu kommen: Misten Sie Ihre Wohnung aus. Für ungetragene Kleidung und Co. gibt es auf dem Flohmarkt oder Ebay, Vinted und Co. immerhin noch ein paar Euro – und der Psyche tut Aufräumen auch richtig gut.

Sich selbst austricksen

Geld nicht auszugeben, obwohl die nächste Verlockung schon wartet, ist nicht immer einfach. Wenn Sie wissen, dass Sie damit Schwierigkeiten haben, sollten Sie es gar nicht erst darauf ankommen lassen und sich am Anfang des Monats zuallererst um Ihre Rechnungen und Kreditraten kümmern.

Richten Sie für Miete, Strom und die Tilgung der Schulden einen Dauerauftrag oder eine Einzugsermächtigung ein. So geht das Geld direkt vom Konto ab und Sie geraten gar nicht erst in Versuchung, eine Rate auszusetzen.

Darüber hinaus kann es helfen, das Geld, das Ihnen jetzt noch für den Monat bleibt, in bar auf mehrere Briefumschläge zu verteilen. So können Sie sich für die verschiedenen Posten wie "Freizeit", "Kleidung" oder "Transport" Limits setzen. Und wenn ein Umschlag leer ist, war es das eben für diesen Monat.

Hilfe holen

Nicht immer schaffen Sie es alleine aus der Schuldenfalle. Scheuen Sie sich dann nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Gemeinnützige Schuldnerberatungen unterstützen Sie kostenlos. Die Berater stellen dann einen Schuldenbereinigungsplan mit Ihnen auf und helfen bei Verhandlungen mit Gläubigern.

Auf diese Weise gelingt Ihnen womöglich ein kompletter oder teilweiser Schuldenerlass. Klappt das nicht, gibt es noch den Weg über die Privatinsolvenz. Damit bekommen Sie die Möglichkeit, Ihre Schulden innerhalb einer bestimmten Frist zu tilgen.

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Ein Insolvenzverwalter pfändet dann so viel verwertbares Vermögen wie möglich und zahlt den Ertrag an Ihre Gläubiger aus. Sie selbst befinden sich dann in der sogenannten Wohlverhaltensphase.

Ist die vorüber, werden Sie von Ihren Restschulden befreit. Eine Privatinsolvenz dauert inzwischen nicht mehr sechs, sondern nur noch drei Jahre.

Rücklagen bilden

Ein Puffer ist immer gut. Bleiben Sie deshalb dran und geben sich mit dem Schuldenabbau nicht zufrieden: Bilden Sie Rücklagen. Jetzt, wo Sie Ihre Finanzen im Griff haben, ist der richtige Zeitpunkt, um für künftige Notfälle vorzusorgen.

Und womöglich fällt es Ihnen nun sogar noch leichter, Geld beiseite zu legen – wenn die Zahlen auf dem Konto immer größer werden.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • Bundesregierung: "Schulden abbauen – Schulden vermeiden" (PDF)
  • schuldnerberatung.de: "Schulden abbauen: Wie bekommen Sie Ihre finanzielle Lage wieder in den Griff?"
  • sparkasse.de: "Schulden? Das sollten Sie wissen"
  • commerzbank.de: "Schulden abbauen? Möglichkeiten, Tilgungsstrategien und Tipps"
  • Focus Online: "Der Masterplan zum Schuldenabbau"
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