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Autoimmun-Erkrankungen: Wenn der Körper sich selbst zerstört

Judith Féaux de Lacroix

Aktualisiert am 22.12.2013Lesedauer: 4 Min.
Magen-Darm-Probleme sind eines von vielen Symptomen bei Autoimmun-Erkrankungen.
Magen-Darm-Probleme sind eines von vielen Symptomen bei Autoimmun-Erkrankungen. (Quelle: /Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Eigentlich f√ľhlt sich Martin K. (Name ge√§ndert) kerngesund. Doch von einem Tag auf den anderen ist es damit vorbei. Der 31-J√§hrige schleppt sich von Arzt zu Arzt, bis die Diagnose kommt: Martin K. leidet an einer Autoimmun-Erkrankung. Sein K√∂rper zerst√∂rt sich selbst.

Fr√ľhzeitige Erkennung der Autoimmun-Erkrankung ist wichtig

Das Immunsystem soll unseren K√∂rper eigentlich vor Krankheiten sch√ľtzen. Doch manchmal geschieht genau das Gegenteil: Das Immunsystem greift pl√∂tzlich gesunde K√∂rperzellen an, anstatt Viren und Bakterien zu bek√§mpfen. Das fehlgesteuerte Immunsystem kann den K√∂rper zerst√∂ren. "Eine fr√ľhzeitige Erkennung der Autoimmun-Erkrankung ist wichtig", sagt Professor Dietrich Kabelitz vom Institut f√ľr Immunologie am Universit√§tsklinikum in Kiel. Denn je eher mit der Behandlung begonnen wird, desto besser sind die √úberlebenschancen. Doch genau diese fr√ľhe Diagnose erweist sich oft als schwierig.

Mindestens f√ľnf Prozent der Deutschen sind betroffen

Wie viele Autoimmun-Erkrankungen es gibt, ist unklar. Auf der Liste der Deutschen Gesellschaft f√ľr Autoimmun-Erkrankungen stehen derzeit mehr als 60 Krankheiten. Besonders h√§ufig sind zum Beispiel Diabetes Typ 1, Multiple Sklerose oder Rheuma. "Bei diesen Erkrankungen sind die Symptome sehr charakteristisch, sie sind also leicht zu diagnostizieren", erkl√§rt Kabelitz. Etwa f√ľnf Prozent der Bev√∂lkerung in Deutschland leiden an diesen h√§ufigen Autoimmun-Erkrankungen. "Es gibt aber andere Formen, die komplexer sind", sagt der Mediziner. Betroffene m√ľssen meist lange suchen, bis sie einen Arzt finden, der die Ursache ihrer Beschwerden findet.

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Plötzlich ist der Zeh gelähmt

So erging es auch Martin K.: Der junge Mann kann sich noch gut an jenen Januarmorgen erinnern, an dem sich sein Leben ver√§nderte. "Ich bin aufgewacht und habe gedacht: Irgendetwas stimmt nicht", sagt er. Sein Zeh ist pl√∂tzlich gel√§hmt, h√§ngt schlaff herunter. Der 31-J√§hrige geht zum Arzt, der schickt ihn ins Krankenhaus. Dort aber wird Martin K. abgewiesen: Wahrscheinlich sei alles ganz harmlos, die Beschwerden w√ľrden sicher bald von selbst verschwinden. Martin K. gibt sich damit nicht zufrieden. Er suchte eine zweite Klinik auf. Dort wird er gr√ľndlich untersucht. Doch die √Ąrzte finden die Ursache der L√§hmung nicht. Zumindest der Verdacht auf einen Tumor im Knie kann aber ausgeschlossen werden.

"Ich hatte zum ersten Mal Todesangst"

Einige Wochen sp√§ter hat Martin K. jedoch erneut ein b√∂ses Erwachen. Beim morgendlichen Blick in den Spiegel sieht er, dass seine Wangen angeschwollen sind. Sein Gesicht wird immer dicker: "Ich sah aus wie ein Hamster", erz√§hlt er. Au√üerdem schmerzen die Wangen h√∂llisch. Martin K. geht zum Arzt, der verweist ihn wieder an das Krankenhaus, in dem man ihm schon beim letzten Mal nicht helfen konnte. Erneut schickt man ihn dort nach Hause. Also versucht es Martin K. wieder in der anderen Klinik. Die √Ąrzte behalten ihn gleich da. Er hat 40 Grad Fieber, ist v√∂llig geschw√§cht. Diesmal finden die Mediziner die Ursache: Martin K. hat eine Kopfspeicheldr√ľsenentz√ľndung. Dadurch hat er auch fast keinen Speichelfluss mehr, kann au√üer Suppe nichts mehr essen. Zum ersten Mal kommt der Verdacht auf, dass er an einer unbekannten Autoimmun-Erkrankung leidet. "Das war eine schreckliche Zeit", erinnert sich Martin K. "Ich hatte zum ersten Mal Todesangst." Langsam verschwinden die Symptome jedoch wieder. Nach insgesamt vier Wochen kann Martin K. das Krankenhaus wieder verlassen.

Unzählige Untersuchungen

Doch bald ist die Schwellung im Gesicht wieder da. Da Martin K. diesmal keine Schmerzen hat, f√§hrt er nicht gleich in die Klinik. Er will den ohnehin vereinbarten Kontrolltermin abwarten. Dann aber bekommt er heftige Bauchkr√§mpfe. "Das waren die schlimmsten Schmerzen, die ich je hatte", schildert er. Kein Wunder, wie der Arzt feststellt: Martin K.s Entz√ľndungswert ist um ein Vielfaches h√∂her als normal. Er bekommt Antibiotika, Morphin, wird k√ľnstlich ern√§hrt. Zwar gehen die √Ąrzte nach wie vor von einer Autoimmun-Erkrankung aus. Doch um andere Krankheiten, etwa Krebs, auszuschlie√üen, muss sich der Patient diversen Untersuchungen unterziehen: Lungen- Magen- und Darmspiegelung sowie Leberpunktion. Und immer wieder das qu√§lende Warten auf das Ergebnis. Sechs Wochen bleibt Martin K. in der Klinik.

Täglich Medikamente

Nicht einmal zwei Monate sp√§ter folgt der n√§chste Klinikaufenthalt: Diesmal leidet Martin K. an einer Zungenl√§hmung. Schon nach einer Woche wird er aber wieder entlassen. Das ist jetzt vier Jahre her. Seitdem geht Martin K. nur noch zu den Kontrolluntersuchungen ins Krankenhaus. Seinen Zeh kann er bis heute nicht mehr richtig bewegen. Sonst aber lebt er beschwerdefrei - dank der Medikamente, die er jeden Tag nimmt. Es sind Immunsuppressiva, die das Immunsystem unterdr√ľcken. Die Folge ist aber, dass das Immunsystem nun auch nicht mehr so gut gegen Eindringlinge vorgehen kann. Damit steigt das Risiko einer Infektion, auch die Krebsgefahr ist erh√∂ht. F√ľr eine lebenslange Einnahme, sagt der Immunologe Dietrich Kabelitz, sind Immunsuppressiva deshalb nicht geeignet. Martin K. will die Medikamente bald absetzen. In den vergangenen Jahren wurde die Dosierung immer weiter reduziert. Martin K. hofft, in Zukunft ganz ohne Immunsuppressiva auszukommen - auch wenn er Angst hat, dass die Symptome wieder kommen k√∂nnten. "Ich habe es wirklich zu sch√§tzen gelernt, wenn es mir gut geht", sagt er.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte √Ąrzte. Die Inhalte von t-online k√∂nnen und d√ľrfen nicht verwendet werden, um eigenst√§ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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