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Fast-Food-Verbot für Jugendliche

Übergewicht bei Kindern  

Mikrowellen-Terror und Fast-Food-Verbot

23.07.2010, 11:55 Uhr | mmh, t-online.de, dpa

Fast-Food-Verbot für Jugendliche. Ein Junge isst eine Portion Pommes mit Soße.

Fast Food für Kinder: Verantwortungslose Eltern? (Bild: Imago) (Quelle: imago images)

Dickensteuer, Übergewicht, Diabetes, Herzerkrankungen - das sind die Plagen unserer Zeit. Schuld ist Fast Food - also verbieten. So könnte man das zusammenfassen, was vermutlich hinter der Aussage des FDP-Politikers Erwin Lotter steht: Pommes, Cheeseburgern und anderes Fast Food für Jugendliche ist verantwortungslos. Er spricht vom "Mikrowellenterror". Wir nennen fünf Fakten zum Thema Übergewicht bei Jugendlichen und was wirklich hilft.

Fast Food erst ab 16

Angesichts des weit verbreiteten Übergewichts hat der FDP-Politiker Erwin Lotter ein Verbot von Pommes, Cheeseburgern und anderem Fast Food für Jugendliche ins Spiel gebracht. "Das Problem ist und bleibt die Verfettung unserer Kinder", sagte das Mitglied des Bundestag-Gesundheitsausschusses der "Bild"-Zeitung. "Es sollte verhindert werden, dass insbesondere Kinder unter 16 Jahren Fast-Food-Produkte essen. Hier muss ernsthaft die Frage aufgeworfen werden, ob Eltern wirklich eigenverantwortlich genug handeln oder ob die Politik hierauf als letzte Möglichkeit auch gesetzlich reagieren muss", forderte der praktizierende Arzt. Erst kurz zuvor hatte der CDU- Politiker Marco Wanderwitz vorgeschlagen, Übergewichtige mehr an den Gesundheitskosten zu beteiligen.

Mikrowellenterror und Ernährungskurse

Als mögliche gesetzliche Reaktion schwebe Lotter die Verpflichtung der Eltern übergewichtiger Kinder zu Ernährungskursen vor. Als mögliches Vorbild verpflichtender Kurse nannte Lotter Erste-Hilfe-Kurse für Führerscheinanwärter. "Eltern und Erziehungsberechtigte werden ihrer Verantwortung nicht gerecht, wenn sie Kinder mit Fast Food vollstopfen oder Mikrowellenterror ausüben."

Realitätsfremd und sinnlos?

Wie jedoch sollte das überhaupt geprüft werden? Ausweiskontrolle beim Hamburger-Kauf? Ähnlich wie beim Kauf von Konsolenspielen, Zigaretten oder Alkohol? Natürlich ist Fast Food ein Aspekt der Zivilisationskrankheit Übergewicht, die momentan stark in der Diskussion ist, seit ein anderer Politiker die Dickensteuer in das Gespräch gebracht hat.

Eine tickende Zeitbombe: Übergewicht

Übergewicht ist für den FDP-Politiker eine tickende Zeitbombe. Um sie zu entschärfen, müsse bei den kleinsten Opfern falscher Ernährung und mangelnder Bewegung angesetzt werden. Lotter ist Allgemeinarzt und Psychotherapeut mit Praxis bei Augsburg, er weiß wovon er spricht. Immer mehr Jugendliche sind tatsächlich zu dick. Laut Robert Koch-Institut waren es zuletzt 15 Prozent der Minderjährigen, sechs Prozent sogar stark übergewichtig. Der Anteil fettleibiger Mädchen in Deutschland hat sich laut OECD-Statistik bis 2006 binnen fünf Jahren auf elf Prozent verdoppelt. Dicke Kinder bekommen oft sehr früh Blutgefäßschäden, die zu Arterienverkalkung führen können. Das Risiko von zu hohem Blutdruck und Diabetes ist größer.

Ein Bündel von Ursachen

Forscher sind heute überzeugt: Es müsste an einem Bündel von Ursachen angesetzt werden. Gesunde Ernährung wäre ebenso wichtig wie mehr Bewegung und weniger Computer oder Fernsehen. Aber auch Familienchaos fördert Fettleibigkeit. So ist laut einer AOK-Studie die Wahrscheinlichkeit für Übergewicht bei Kindern 1,6 mal höher, wenn die Familie nicht regelmäßig zusammen frühstückt. Laut OECD sind Kinder in Familien mit geringem Einkommen und niedrigem sozialen Status öfter von Übergewicht betroffen als wohlhabende Kinder. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach attestiert dem FDP-Kollegen Scheinheiligkeit. Lange war eine Ampelkennzeichnung für Dickmacher im Gespräch. "Alle Initiativen für eine Ampelkennzeichnung im Gesundheitsausschuss sind von der FDP abgelehnt worden", sagt er.

Fünf Fakten zum Thema Übergewicht

Es sind viele Faktoren, die im Zusammenspiel Übergewicht begünstigen, nicht eine einzige Ursache. Familiäre Vorbelastung, falsche Essgewohnheiten, andere Erkrankungen, Medikamente - das sind die Hauptfaktoren. Doch wie kann man dagegen ankämpfen? Wichtig ist, die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Bewegung, Stoffwechsel und Bewegung zu erkennen und zu erklären. Wer das versteht, kann sich leichter an Regeln halten, Verbote und Zwang wirken oft kontraproduktiv.

Das sollten Familien zum Thema Übergewicht wissen und beachten: Fünf Fakten und Zusammenhänge.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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