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Niesanfall: Was ihn verursacht und was hilft


Was einen Niesanfall auslöst und was hilft

Von Geraldine Nagel

Aktualisiert am 10.08.2022Lesedauer: 3 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Bei einer Frau bahnt sich ein Niesen an.
Häufige Niesanfälle können anstrengend sein. (Quelle: ediebloom/Getty Images)
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Niesanfälle sind meist harmlos – können aber stören, wenn sie häufiger auftreten. Was verursacht die Attacken und wie lassen sie sich stoppen?

Das Wichtigste im Überblick


  • Häufige Ursachen für Niesanfälle
  • Seltene Ursachen für Niesanfälle
  • Was hilft gegen Niesanfälle?

Niesen kann viele Ursachen haben. Grundsätzlich ist der Niesreflex ein Schutzreflex des Körpers, um störende Reizstoffe, Partikel wie Staub oder Pollen, aber auch Erreger aus den oberen Atemwegen zu entfernen. Oft folgen dem ersten Nieser noch ein bis zwei weitere – oder das Ganze entwickelt sich zu einem regelrechten Niesanfall, der kaum enden will.

Häufige Ursachen für Niesanfälle

Treten Niesanfälle auf, zählen Infekte der oberen Atemwege (wie Erkältung, Schnupfen oder eine Nasennebenhöhlenentzündung) mit zu den häufigsten Ursachen. Auch eine verkrümmte oder löchrige Nasenscheidewand kann mit Niesattacken einhergehen. Als häufige Ursache für Niesanfälle gelten außerdem allergischer Schnupfen (wie bei Heuschnupfen, Hausstauballergie, Tierhaarallergie) und eine trockene Nasenschleimhaut.

Reaktion auf unspezifische Reize bei Allergiegeplagten

Wer unter allergischem Schnupfen leidet, erlebt neben Beschwerden wie einer verstopften Nase, Fließschnupfen und Juckreiz in der Nase häufig auch Niesanfälle, wenn die auslösenden Allergene (zum Beispiel Pollen) auf die Nasenschleimhaut gelangen. Denn dabei kommt es in der Nase zu Entzündungsreaktionen, die Niesattacken auslösen können.

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Allerdings enden Niesanfälle nicht immer, wenn die Allergieauslöser überwiegend oder gänzlich verschwunden sind. Tatsächlich besteht die allergisch bedingte Entzündung in der Nase noch eine Zeit lang minimal weiter.

Als Folge ist die Nase oft überempfindlich und reagiert nun selbst auf eigentlich harmlose Reize oft mit einem Niesanfall, die eigentlich nichts mit der Allergie zu tun haben. Fachleute sprechen dann von nasaler Hyperreaktivität.

Zu solchen unspezifischen Reizen, die unter Umständen einen Niesanfall auslösen, zählen dann beispielsweise:

  • trockene, staubige Luft
  • Tabakrauch
  • starke Gerüche
  • Temperaturunterschiede (wie Wechsel von warmer zu kalter Luft)
  • körperliche Belastung
  • Lagewechsel des Körpers (wie morgens beim Aufstehen)
  • emotionaler Stress
  • scharfes Essen
  • heiße Getränke

Gut zu wissen

Selbst ohne Allergie kann die Nasenschleimhaut mancher Betroffener überempfindlich auf eigentlich harmlose Reize reagieren und so Beschwerden wie Fließschnupfen oder Niesanfälle auslösen. Der Fachausdruck dafür lautet vasomotorische Rhinitis.

Trockene Nasenschleimhaut als Ursache für Niesattacken

Hinter Niesanfällen kann außerdem eine krankhaft trockene (und häufig verkrustete) Nase stecken, die fachsprachlich als Rhinitis sicca bezeichnet wird. Diese kann unterschiedliche Ursachen haben, wie zum Beispiel:

  • fortgeschrittenes Alter
  • Staubbelastung zu Hause oder bei der Arbeit
  • Rauchen

Niesanfall als Nebenwirkung von Medikamenten

Daneben können verschiedene Medikamente als Nebenwirkung eine trockene Nase hervorrufen. Paradoxerweise zählen dazu auch Medikamente, die gegen allergisch bedingten Schnupfen eingesetzt werden.

Zu den Arzneimitteln, die als Auslöser von Niesanfällen infrage kommen, zählen unter anderem:

  • Allergiemittel wie Antihistaminika oder kortisonhaltige Nasensprays
  • abschwellende Nasensprays (bei zu langer Anwendung)
  • entwässernde Mittel (Diuretika)
  • Blutdrucksenker wie Betablocker
  • manche Antidepressiva

Seltene Ursachen für Niesanfälle

In seltenen Fällen können zudem Umstände einen Niesanfall auslösen, die im Grunde nichts mit der Nase zu tun haben. Dazu zählen beispielsweise Niesattacken

  • nach dem Schauen in helles Licht (etwa Sonnenlicht) (sog. photischer Niesreflex),
  • beim Kämmen der Haare,
  • beim Augenbrauenzupfen,
  • beim bloßen Vorstellen sexueller Aktivitäten bzw. nach dem Orgasmus sowie
  • nach Beenden einer Mahlzeit (durch den gefüllten Magen).

Vereinzelt scheinen Niesattacken zudem in Verbindung mit bestimmten Erkrankungen aufzutreten: So kann beispielsweise ein Niesanfall auch Vorbote einer Migräne oder Cluster-Kopfschmerzattacke sowie eines Mini-Schlaganfalls (TIA, transiente ischämische Attacke) sein.

Wahrscheinlich wird der Niesanfall in diesen Fällen durch eine direkte oder indirekte Reizung des Trigeminusnervs (sog. Drillingsnerv) versursacht. Dieser entspringt dem Schädel in Höhe des Ohrs, gabelt sich von dort in drei Äste auf und versorgt so den Großteil des Gesichts und einen Teil der Kaumuskeln.

Aber nicht alle Menschen müssen niesen, wenn sie beispielsweise in helles Licht schauen, sich die Augenbrauen zupfen oder satt sind – hierbei spielt vermutlich auch die Vererbung eine Rolle. So zeigen Studien etwa, dass der Niesreflex auf helles Licht und das Niesen bei gefülltem Magen unabhängig vom Geschlecht vererbt werden können.

Was hilft gegen Niesanfälle?

Steckt eine Erkältung oder ein anderer Infekt hinter dem Niesanfall, bessern sich die Beschwerden in der Regel von selbst, sobald die Erkrankung abheilt. Ist eine Allergie die Ursache der Niesattacken, können Allergiemittel das Niesen verringern.

Auch eine trockene Nase kann zu Niesanfällen führen. Helfen kann es dann, für ausreichend Feuchtigkeit und Pflege der Nase zu sorgen – etwa indem die Nase mit isotonischer Salzlösung gespült oder Nasensprays mit isotonischer Salzlösung, Dexpanthenol und/oder Hyaluronsäure genutzt werden.

Wer aufgrund von Allergien regelmäßig Mittel wie kortisonhaltige Nasensprays anwendet, sollte zudem im Hinterkopf behalten, dass diese zu einer trockenen Nase beitragen können. Treten während des Gebrauchs dadurch Niesanfälle oder andere Beschwerden auf, kann es ratsam sein, parallel dazu Nasensprays oder Nasenspülungen mit isotonischer Salzlösung zu verwenden und die Schleimhäute damit feucht zu halten.

Sind die Niesattacken eine Nebenwirkung von Medikamenten wie Blutdrucksenkern oder Antidepressiva, lässt sich in Rücksprache mit dem Arzt oder Ärztin erwägen, ob möglicherweise ein anderes Präparat infrage kommt.

Wichtiger Hinweis

Lassen sich Allergien, Infekte, trockene Nasenschleimhäute, Anomalien der Nasenscheidewand oder Medikamente als Ursache ausschließen, sollten Betroffene die Niesanfälle zur Sicherheit in einer neurologischen Praxis abklären lassen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • "Nicht immer ist die Nase schuld". Online-Informationen von Doctors Today: www.doctors.today (Abrufdatum: 9.8.2022)
  • "Rhinitis, vasomotorische". Online-Informationen von Deximed: deximed.de (Stand: 16.2.2021)
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