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Broken-Heart-Syndrom An einem gebrochenen Herz kann man sterben


Falscher Herzinfarkt  

Extreme Gefühle können zum Broken-Heart-Syndrom führen

19.11.2018, 07:39 Uhr | lk, t-online.de

Broken-Heart-Syndrom An einem gebrochenen Herz kann man sterben. Alte Frau auf Parkbank erleidet Herzinfarkt (Quelle: Getty Images/Charday Penn)

Broken-Heart-Syndrom: Alle Anzeichen deuten zunächst auf einen Herzinfarkt hin. Die Erkrankung wird zum Beispiel von einem Schicksalsschlag ausgelöst. (Quelle: Charday Penn/Getty Images)

Trennungen, Todesfälle, Existenzängste oder extremes Glücksgefühl – emotionale Belastungen können zu einem gebrochenen Herzen führen. Das ist wörtlich gemeint und beschreibt ein Krankheitsbild, bei dem das Herz eine massive Funktionsstörung erleidet. Es heißt Takotsubo-Syndrom und wird auch als "Broken-Heart-Syndrom" bezeichnet. 

Zunächst deutet alles auf einen Herzinfarkt hin. Menschen mit dem Takotsubo-Syndrom haben typische Symptome wie Engegefühl und Schmerzen in der Brust oder Atemnot. Selbst das Blutbild zeigt ein erhöhtes Aufkommen von bestimmten Enzymen – ein klassischer Hinweis auf einen Infarkt. Bei der genaueren Betrachtung des Muskels etwa mithilfe eines Herzkatheters zeigt sich dann aber, dass keine relevanten Verstopfungen der Herzkranzgefäße vorliegen, wie es beim Infarkt der Fall ist. Auch Herzmuskelschäden finden beim Broken-Heart-Syndrom nicht statt. Schätzungen zufolge sind es um die zwei Prozent der Patienten, welche die Diagnose Herzinfarkt erhalten, dabei handelt es sich um ein Broken-Heart-Syndrom.

Es wird angenommen, dass das Takotsubo-Syndrom durch ein Übermaß an Stresshormonen im Körper ausgelöst wird. Mediziner sprechen deshalb bei dem Syndrom auch von einer Stress-Kardiomyopathie. Infolge der Stresshormone verkrampfen die Muskeln im Herzen. Die Hauptpumpkammer vergrößert sich und das Organ kann nicht mehr richtig pumpen. 

Broken-Heart-Syndrom häufig erblich bedingt

Noch sind die Ursachen des Takotsubo-Syndroms nicht eindeutig geklärt. Inzwischen sind sich Forscher jedoch einig, dass es auch genetische Gründe dafür gibt, ob jemand ein erhöhtes Risiko trägt. So erleiden bestimmte Menschen einen solchen Vorfall eher, weil ihre Herzzellen empfindlicher auf Stresshormone reagieren. Zudem kommt es häufiger zu der Pumpstörung, wenn sie bereits in der Familie aufgetreten ist. So gibt es weltweit Fälle, in denen gleich mehrere Familienmitglieder, meist Geschwister oder Zwillingsgeschwister, ein Broken-Heart-Syndrom erlitten hatten. Bei fünf bis zehn Prozent der Patienten treten solche Anfälle zudem wiederholt auf, was ebenfalls auf eine genetische Mitbeteiligung schließen lässt.

Vor allem Frauen sind betroffen

Auffällig ist, dass die Erkrankung in etwa 90 Prozent der Fälle bei Frauen jenseits der Menopause auftritt. In diesem Lebensabschnitt kommt es etwa häufiger zum Verlust des Partners, was ein Auslöser für das Broken-Heart-Syndrom sein kann. Überbordende Gefühlsreaktionen im Guten wie im Schlechten können ein Grund für die Störung der Pumpfunktion sein. Wenn etwa ein Lottogewinn oder eine Hochzeit der Auslöser war, wird vom Happy-Heart-Syndrom gesprochen. Auch starke körperliche Belastungen wie Operationen oder Unfälle können das Takotsubo-Syndrom auslösen.

Das Takotsubo-Syndrom

Erstmals beschrieben wurde das Krankheitsbild des Takotsubo-Syndroms in den 1990er Jahren von den japanischen Ärzten Keigo Dote und Hikaru Sato. Namensgeber war eine traditionelle, japanische Tintenfischfalle in Form eines ausgebuchteten Tonkrugs mit verengtem Hals. Die daran erinnernde eigentümliche Form der linken Herzkammer am Ende der Systole wurde von den Medizinern als Folge einer Durchblutungsstörung des Herzmuskels angesehen. 

Quelle: Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e. V. 

Grafik Broken-Heart-Syndrom (Quelle: t-online.de, Benjamin Springstrow)Takotsubo-Syndrom: Das ist der medizinische Fachbegriff für das Broken-Heart-Syndrom. Dabei verformt sich die linke Herzkammer und sieht aus wie die traditionelle japanische Tintenfischfalle Tako-Tsubo. (Quelle: t-online.de, Benjamin Springstrow)

Die Akutphase kann sehr gefährlich werden

Tritt das Broken-Heart-Syndrom auf, müssen die Betroffenen sofort intensivmedizinisch überwacht werden, denn die Funktionsstörung im Herzen kann einen sogenannten kardiogenen Schock auslösen. Das Herz pumpt in diesem Fall so wenig Blut durch den Körper, dass der Organismus nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt wird. Das kann tödlich enden. Ein solcher Schock ist auch eine bekannte Todesursache nach schweren Herzinfarkten. Patienten, die den kardiogenen Schock überleben, haben jedoch ein erhöhtes Sterberisiko, wie Studien gezeigt haben. Insbesondere bei dieser Patientengruppe ist deshalb eine Langzeitbeobachtung notwendig.

Sobald die Akutphase überstanden ist, erholt sich die Mehrheit der Patienten von dem Vorfall innerhalb einiger Wochen oder Monate ohne Folgeschäden.

So wird das Broken-Heart-Syndrom behandelt

Eine Operation ist nicht nötig. Ärzte sorgen beim Takotsubo-Syndrom lediglich dafür, dass die Stresshormonlast im Körper abnimmt. Dazu bekommen Patienten etwa Mittel, die die Hormone reduzieren. Außerdem erhalten sie zur Beruhigung des Herzens Betablocker. 

Broken-Heart-Syndrom tritt häufiger auf als angenommen

In den vergangenen Jahren hat sich herausgestellt, dass das Broken-Heart-Syndrom bei weitem nicht so selten auftritt wie bisher angenommen. "Heute gehen wir davon aus, dass drei bis fünf Prozent aller vermeintlichen Herzinfarktpatienten gar keinen Infarkt, sondern eine Stress-Kardiomyopathie erlitten haben", sagt Prof. Dr. Ingo Eitel, Kardiologe am Herzzentrum Lübeck. 

Die Themenfelder Cholesterin und Herz-Kreislauf-Gesundheit werden Ihnen in Kooperation mit der Amgen GmbH (Riesstraße 24, 80992 München) präsentiert. Die Amgen GmbH hat keinen Einfluss auf die inhaltliche Ausgestaltung, diese liegt ausschließlich bei der Redaktion von t-online.de.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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