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Zeitumstellung: Winterzeit – Muss die Uhr eine Stunde vor oder zurück?

Zeitumstellung 2019  

Winterzeit: Eine Stunde vor oder zurück?

26.10.2019, 19:15 Uhr | dpa-AFX , jb, sah , hs, t-online.de

 (Quelle: Reuters)
Winterzeit: Uhrmacher stellt Zeiger 11 Stunden vor

Eigentlich hatte die EU-Kommission schon im vergangen Jahr Pläne zur Abschaffung der halbjährlichen Zeitumstellung vorgestellt. Umgesetzt wurden diese aber bislang nicht. (Quelle: Reuters)

Winterzeit: Ein Uhrmacher zeigt, welche Probleme und Hürden die Zeitumstellung immer wieder auslöst. (Quelle: Reuters)


In der Nacht vom 26. auf den 27. Oktober war es wieder so weit: Die Uhren werden umgestellt. t-online.de erklärt, in welche Richtung Sie die Zeiger drehen müssen und warum es die Zeitumstellung überhaupt gibt.

Seit Jahren wird hierzulande über Sinn und Unsinn der Zeitumstellung diskutiert. Nicht zuletzt wegen der wiederkehrenden Verwirrung, ob die Uhr nun eine Stunde vor- oder zurückgedreht wird. Eine beliebte Eselsbrücke kann hierbei helfen: "Im Frühjahr stellt man die Gartenmöbel vor die Tür, im Herbst stellt man sie zurück in den Schuppen."

In der Nacht vom 26. zum 27. Oktober wurden die Uhren also eine Stunde – von 3 Uhr auf 2 Uhr – zurückgestellt. Dann endet die Sommerzeit und es beginnt die Normalzeit, die auch Winterzeit genannt wird. Sie können also eine Stunde länger schlafen.

Wird jetzt zum letzten Mal die Zeit umgestellt? 

Die EU hatte bereits 2018 die Abschaffung der Zeitumstellung für 2019 in den EU-Staaten vorgeschlagen. Allerdings gibt es derzeit noch Probleme bei der Absprache zwischen den einzelnen Ländern. 

Gemäß dem Plan der EU-Kommission kann jedes Land für sich entscheiden, in welcher Zeitzone es dauerhaft bleibt: So wäre es möglich, dass sich etwa Deutschland anders entscheidet als die Nachbarn Belgien oder Frankreich – und die Länder dann in unterschiedlichen Zeitzonen lägen. Es würde eine Art "Flickenteppich verschiedener Zeitzonen in Europa" enstehen. Das Ende der Zeitumstellung wird daher voraussichtlich erst 2021 kommen.

Ursprung der Zeitumstellung in den USA

Wie kam es überhaupt zur Zeitumstellung? In den jetzigen Intervallen, also dass am letzten Sonntag im März und am letzten Sonntag im Oktober die Uhr vor- beziehungsweise zurückgestellt wird, gibt es die Zeitumstellung in Deutschland erst seit 1996. Die Zeitumstellung als solche besteht jedoch schon wesentlich länger.

Erfinder Benjamin Franklin, einer der Gründerväter der USA, erwähnte eine Zeitumstellung erstmalig 1784 in einem Brief. Franklin kritisierte auf humorvolle Weise den hohen Verbrauch an Kerzen und schlug vor, die Menschen bei Sonnenaufgang zu wecken, um das Sonnenlicht besser auszunutzen.

Geschichte der Sommerzeit und Winterzeit in Deutschland

Ähnliche Überlegungen gab es im Deutschen Reich, wo 1893 zunächst die einheitliche mitteleuropäische Zeit per Gesetz festgelegt wurde. Zuvor galt in jedem Ort eine andere Zeit, die sich nach dem Stand der Sonne richtete. Während des Ersten Weltkriegs wurde dann erstmals eine Sommerzeit eingeführt, um Kohleenergie zu sparen – damals allerdings noch in anderen Intervallen.

Die Ölkrise von 1973 führte dazu, dass verschiedene Länder Europas die Zeitumstellung einführten. Deutschland zögerte zunächst noch, zog dann aber im Jahr 1980 nach. Zuletzt wurde die Regelung 1996 geändert. Sämtliche Sommerzeiten Europas wurden damals vereinheitlicht und als Gegenpol die Winterzeit eingeführt. Aktuell überprüft das EU-Parlament den Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit.  

Sinn der Zeitumstellung: Natürliches Licht nutzen, Energie sparen

Die Zeitumstellung sollte dazu führen, dass die Menschen das Tageslicht länger nutzen können und sich dadurch der Stromverbrauch verringert.

Inzwischen ist bekannt, dass die Umstellung nur wenig bis gar keine Einsparung erbringt. So urteilte die Bundesregierung 2005: "Zwar knipsen die Bürger im Sommer abends weniger häufig das Licht an, allerdings heizen sie im Frühjahr und im Herbst in den Morgenstunden auch mehr – das hebt sich gegenseitig auf." Folglich scheint die Zeitumstellung ihren ursprünglichen Sinn verloren zu haben.

Eine amerikanische Studie hat gezeigt, dass die Menschen die Sommerzeit entsprechend nutzen. Die Forscher fanden heraus, dass Erwachsene durch die Sommerzeit im Schnitt eine halbe Stunde länger draußen ihre Freizeit genießen – und neun Minuten weniger vor dem Fernseher hängen. Durch eine Verschiebung des Beginns der Sommerzeit konnte in den USA ein direkter Vergleich des Verhaltens am gleichen Tag über insgesamt vier Jahre stattfinden.

Umstellung der Zeit in der Technik und bei Funkuhren

Ab Sonntag jedenfalls wird es nun morgens wieder früher hell und dafür nachmittags früher dunkel. Technisch ist die Zeitumstellung unproblematisch. Taktgeber für die Zeit sind in Deutschland die Atomuhren der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig.

Über Sender werden die Signale übertragen, durch die sich die Funkuhren automatisch an die Zeitumstellung anpassen. Die PTB ist durch das Zeitgesetz von 1978 damit beauftragt, die für den "amtlichen und geschäftlichen Verkehr" in Deutschland maßgebende Uhrzeit anzugeben und zu verbreiten.

Die Probleme mit der Zeitumstellung bei der Bahn 

Auch für die Deutsche Bahn (DB) ist die Zeitumstellung längst Routine. Nur die Umstellung auf die Sommerzeit bringt Verspätungen mit sich – die Züge kommen eine Stunde später als geplant am Zugendbahnhof an. Behoben wird das Problem teilweise durch längere Aufenthalte an Bahnhöfen, die dann entsprechend verkürzt werden können. Bahnreisende sollten dies vor ihrer Buchung berücksichtigen.  

Die Umstellung auf die Winterzeit ist hingegen kein Problem für die Deutsche Bahn. Die DB-Nachtzüge halten in der Nacht zum Sonntag an einem Bahnhof entlang der Reisestrecke. Damit schließt die Bahn den ungewöhnlichen Fall aus, dass ihre Züge zu früh ankommen könnten – und das gleich um eine ganze Stunde. S-Bahnen, die in Ballungsgebieten am Wochenende bis spät in die Nacht verkehren, sind nicht betroffen und fahren ohne Unterbrechung.

Übrigens war die Bundesrepublik – neben Dänemark – 1980 das letzte Land der damaligen Europäischen Gemeinschaft, das sich der in Italien und Frankreich schon seit 1966 und 1967 geltenden Zeitumstellung anpasste. Die nun ab dem 27. Oktober einsetzende Normalzeit (MEZ) gilt bis zum 29. März 2020 (MESZ). 

Die häufigsten Beschwerden durch die Umstellung

Mehrere Umfragen zeigen, dass viele Schwierigkeiten mit der Zeitumstellung haben. Etwa jeder Dritte (29 Prozent) hat dadurch körperliche oder psychische Probleme. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer. In den letzten Jahren klagten weniger Menschen über gesundheitliche Probleme.

Vor allem die Müdigkeit, das Einschlafen sowie die mangelnde Konzentration belastet viele. Auch depressive Verstimmungen können nach der Umstellung auftreten. Insgesamt melden sich an dem Montag nach der Zeitumstellung mehr Beschäftigte krank, als an vergleichbaren Werktagen. Fast drei Viertel aller Befragten halten die Zeitumstellung für überflüssig und plädieren dafür, sie abzuschaffen. Das sind die Ergebnisse mehrerer bundesweiten Forsa-Umfragen der vergangenen Jahre im Auftrag der DAK-Gesundheit.

Der Biorhythmus braucht etwa zwei bis drei Tage, um wieder in den Takt zu kommen. Wer sich aufgrund der Zeitumstellung schlecht fühlt, sollte viel Zeit an der frischen Luft verbringen und Geduld haben.

Der Grund für die körperlichen Beschwerden liegt an der Störung der inneren biologischen Uhr, die durch die Zeitumstellung durcheinandergebracht wird. Es kann helfen, an den Tagen vor der Zeitumstellung jeweils eine Viertelstunde eher zu Bett zu gehen. Auch ein Spaziergang am späten Nachmittag – aber noch bei Tageslicht – hilft, die innere Uhr auf die Zeitumstellung vorzubereiten.


Gesundheitsexperten zufolge sollten Sie trotz Schlafstörungen auf Schlafmittel verzichten. Besser seien beruhigende Tees oder zum Beispiel ein warmes Bad. Auch Entspannungsübungen können helfen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, dpa-afx
  • DAK
  • bahn.de
  • Eigene Recherchen
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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